Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2012

07:39 Uhr

Koran-Aktion

Verfassungsschutz warnt vor Salafisten

Laut Verfassungsschutz ist die Gratis-Koran-Verteilung der radikal-islamischen Salafisten Propaganda. Die Missionierungs-Aktion sorgt weiter für Empörung - doch die Organisatoren wollen sich nicht aufhalten lassen.

Salafisten wollen 25 Millionen Koran-Exemplare gratis abgeben. dpa

Salafisten wollen 25 Millionen Koran-Exemplare gratis abgeben.

Köln, BerlinDas Bundesamt für Verfassungsschutz hat vor der Verteilung von Millionen Koran-Exemplaren durch radikal-islamische Salafisten gewarnt. „Koran-Verteilung ist das falsche Stichwort“, sagte Behördensprecher Bodo W. Becker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitag). „Es geht hier um salafistische Propaganda und die Rekrutierung von Anhängern. Der Koran ist nur ein Vehikel.“

Salafisten stellten Grundelemente der freiheitlichen Demokratie in Frage, betonte Becker. „Dazu kommt noch die ambivalente Positionierung gegenüber Gewalt.“ Der Sprecher zitierte Verfassungsschutz-Präsident Heinz Fromm aus dem vorigen Sommer: „Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist; aber jeder uns bekannte Terrorist war irgendwann einmal in salafistischen Zusammenhängen unterwegs“ - dieser Satz habe weiterhin Gültigkeit.

Drohvideos radikaler Islamisten gegen Reporter in Deutschland hatten am Donnerstag Empörung und Protest ausgelöst. Das Bundesinnenministerium verurteilte die Attacken gegen kritische Berichterstattung über die Gratis-Koran-Aktion von Salafisten. In den bisherigen Fällen seien strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche mit. „Es ist für uns absolut nicht hinnehmbar, dass in Deutschland Journalisten bedroht werden und damit die Pressefreiheit eingeschränkt wird“, sagte Fritsche.

Nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ waren Journalisten der „Frankfurter Rundschau“ und des Berliner „Tagesspiegels“ in einem vierminütigen Video auf YouTube namentlich genannt und bedroht worden. Sie hatten kritisch über radikal-islamische Salafisten und die umstrittene massenhafte Abgabe kostenloser Koran-Exemplare berichtet.

Politiker verschiedener Parteien befürchten, dass radikale Salafisten die kostenlose Verteilung des Korans für extremistische Zwecke missbrauchen. Die Salafisten wollten an diesem Wochenende kostenlose Koran-Exemplare in deutschen Fußgängerzonen verteilen, berichtet „Die Welt“ (Freitag) unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach hat die Organisation des Koran-Projekts für Samstag bundesweit 38 „Info-Stände“ bei den zuständigen Ämtern angemeldet.

Die Organisatoren der Koran-Aktion „Lies!“ zeigten sich laut „Welt“ unbeeindruckt. Der Kölner Prediger und Projekt-Initiator Ibrahim Abou Nagie, aus dessen persönlichem Umfeld nach den Recherchen auch die Drohvideos stammen, gibt sich im Internet kämpferisch. Seine Anhänger rief er demnach auf, durchzuhalten und weiter Korane zu verteilen.

Von

dpa

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.04.2012, 08:39 Uhr

Haben Sie als "ungläubiger" Mann schon einmal versucht eine Frau mit muslimen Hintergrund zu heiraten?
Da springt Ihnen das Mittelalter ins Gesicht. Nachdem die christlichen Kirchen uns nicht mehr knechten können sollten wir den Islamis keinen Spielraum gewähren. Wehret den Anfängen!

Holzauge

13.04.2012, 08:39 Uhr

Eine Parallelgesellschaft ist ein Störvektor der jedem Land, auch Deutschland und Europa, schadet. Dementsprechend müsste die Reaktion der Politik an dieser Stelle ausfallen.

Der Staat ist verpflichtet dazu alles aufs Korn zu nehmen was den sozialen Zusammenhalt und damit das Land schädigt.

Diejenige Partei Deutschlands die sich eine Erosion und Verdrängung der deutschen Kultur zur parteipolitischen Ziel gesetzt hat, (Parteijargon "Multikulti") trägt Mitverantwortung für die folgenschwere Entwicklung die sich hier abzeichnet.


Holzauge

13.04.2012, 09:05 Uhr

Deutschland und Europa sind Kulturnationen, sie gründen sich nicht auf eine gemeinsame Abstammung sondern auf eine gemeinsame Kultur.

Die Moleküle in einem Wasserglas haben bei Raumtemperatur eine Geschwindigkeit von über 800 km/h, jedoch bewegt sich das Glas nicht da die Moleküle keine gemeinsame Richtung haben. So ein Glas ähnelt einer Gesellschaft deren Kultur abhanden gekommen ist.

Die Kultur gibt einer Gesellschaft Kraft denn es gibt dem Einzelnen Richtung, sie ist unser kostbarstes Gut ohne das wir zwangsweise zu einem failed state werden.

Die Deutschland und Europa müssen nicht am Hindukush verteidigt werden, sondern vielmehr innerhalb der eigenen Landesgrenzen.


Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×