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11.03.2013

12:43 Uhr

Korea-Konflikt

Südkorea probt für den Krieg mit dem Norden

Der Konflikt in Korea verschärft sich weiter. Nordkorea hat die Telefonleitung zum Süden gekappt und spricht von der „Zeit der Entscheidungsschlacht.“ USA und Südkorea riskieren unterdessen mit ihrem Manöver einen Krieg.

Nordkorea geht nicht mehr ans Telefon

Video: Nordkorea geht nicht mehr ans Telefon

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Nach dem Beginn amerikanisch-südkoreanischer Militärübungen hat Nordkorea wie zuvor angedroht eine wichtige Kommunikationsleitung mit Südkorea an der Grenze unterbrochen. Nordkorea hebe das Telefon auf seiner Seite des Grenzorts Panmunjom nicht mehr ab, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul am Montag. Über diese „Rote-Kreuz-Leitung“ würden werktags normalerweise zwei Anrufe zwischen beiden Seiten erfolgen.

Trotz der jüngsten militärischen Drohungen Nordkoreas starteten die südkoreanischen Streitkräfte mit US-Einheiten wie geplant ihre jährliche Übung zur Kommandoschulung („Key Resolve“). Seit Anfang März finden bereits ihre mehrwöchigen Frühjahrsfeldübungen in Südkorea statt.

Militär in Nord- und Südkorea

Zwei militärische Regionalmächte

An Koreas Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad stehen sich zwei von Großmächten unterstützte militärische Regionalmächte gegenüber. Während im westlich orientierten Südkorea Angaben über das Militär meist öffentlich zugänglich sind, beruhen Daten zur Armee des abgeschotteten Nordens meist auf Schätzungen.

Truppenstärke

Rund 1,19 Millionen Streitkräfte stehen Nordkorea zur Verfügung. Davon entfallen 1,02 Millionen auf das Heer, 60.000 auf die Marine und 110.000 auf die Luftwaffe. Außerdem stehen 600.000 Reservisten bereit. Südkorea besitzt eine Truppenstärke von rund 655.000 Menschen, wobei 522.000 auf das Heer, 68.000 auf die Marine und 65.000 auf die Luftwaffe entfallen. Zusätzlich gibt es in Südkorea 4,5 Millionen Reservisten.

Kampfpanzer

Nordkorea verfügt über 3.500 Kampfpanzer. In Südkorea sind es 2.750 an der Zahl.

Artilleriegeschütze

10.774 Artilleriegeschütze befinden sich im Besitz von Südkorea. Mehr als das doppelte, insgesamt etwa 21.000 Stück sind es in Nordkorea.

Boden-Boden-Raketen

Zu den Boden-Boden-Raketen zählen solche, die vom Boden aus gegen Bodenziele eingesetzt werden. Darunter fallen unter anderem Raketengranaten oder Panzerfäuste. 64 solcher Waffen hat Nordkorea zur Verfügung, 30 sind es in Südkorea.

Kampfflugzeuge

Etwa 620 Kampfflugzeuge sind in Nordkorea für den Einsatz bereit, davon entfallen 458 auf Jagdflugzeuge, 80 sind reine Bomber. Südkorea verfügt über 490 einsatzbereite Kampfflugzeuge, worunter sich 467 Jagdflugzeuge befinden.

Kriegsschiffe

Über lediglich drei Kriegsschiffe verfügt Nordkorea - allesamt Fregatten. 47 Schiffe stehen Südkorea zur Verfügung, darunter ein Kreuzer, 6 Zerstörer, 12 Fregatten und 30 Korvetten.

Taktische U-Boote

Solche U-Boote sind für gewöhnlich mit Torpedos bewaffnet. 70 dieser Boote hat Nordkorea auf Lager, 23 sind es in Südkorea.

Kleinere Küstenwachtboote

Nordkorea verfügt zusätzlich über 383 Küstenwachtboote. Südkorea kommt auf eine Zahl von 111.

Das Großmanöver beruht größtenteils auf Computersimulationen und probt den Kriegsfall zwischen Nord- und Südkorea. An der Militärübung sind 10.000 südkoreanische und 3500 US-Soldaten beteiligt. Die USA haben im Süden der koreanischen Halbinsel 28.500 Soldaten stationiert. Nordkorea unterstellt den USA, mit den Übungen einen Nuklearkrieg anzetteln zu wollen.

Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums will Nordkorea diese Woche ebenfalls eine landesweite groß angelegte Militärübung vornehmen, an der das Heer, die Marine und die Luftwaffe beteiligt sind. Allerdings gebe es keine militärischen Aktionen, die man für verdächtig halte, erklärte das südkoreanische Verteidigungsministerium.

Nordkoreas Atomschlagdrohung: „Eine rein rhetorische Provokation“

Nordkoreas Atomschlagdrohung

„Eine rein rhetorische Provokation“

Nordkorea droht den USA mit einem „präventiven Atomangriff“. Asien-Expertin Alexandra Sakaki hält das für ein Zeichen der Unsicherheit. Das Regime isoliert sich weiter – neue Uno-Sanktionen wird es so nicht verhindern.

Experten zufolge bergen die parallel stattfindenden Manöver die Gefahr militärischer Auseinandersetzungen an der innerkoreanischen Land- und Seegrenze. "Es ist nicht völlig auszuschließen, dass noch irgendeine Art von Aggression folgt", sagte die Asien-Expertin Alexandra Sakaki von der Stiftung Wissenschaft und Politik vergangene Woche im Gespräch mit Handelsblatt Online. Es habe auch in den vorherigen Jahren durchaus militärische Zwischenfälle zwischen Nord- und Südkorea gegeben – wie das Versenken des südkoreanischen Schiffes Cheonan im Jahre 2010.

Nordkorea hatte zuletzt fast täglich vor einem Krieg gewarnt. Das Regime fühlt sich nach Berichten der Staatsmedien ab sofort nicht mehr an das seit 60 Jahren gültige Waffenstillstandsabkommen auf der koreanischen Halbinsel gebunden. Die Zeit der Entscheidungsschlacht sei gekommen, hieß es am Montag in einem Artikel der offiziellen Zeitung „Rodong Sinmun“. Das Abkommen sei „von heute an“ vollständig ungültig.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

11.03.2013, 13:27 Uhr


Das total durchgeknallte kommunistische Diktatur-Regime in NK scheint am Ende zu sein und sucht lenkt jetzt mit kriegstreiberischer Hetze das eigene gehirngewaschene Volk von den inneren Problemen abzulenken.

Die jezige SK - US Militärübung zum Anlass einer Verschärfung der Lage zu nehmen, ist als Propaganda-Manöver zu sehen, da diese Übungen bereits seit Jahrzehnten routinemäßig abgehalten werden und daher politisch kalkulierbar für NK sind.

Möglicherweise muss sich auch das aufgeblasene Babyface "Kim Sowieso" gegenüber den harten Militärs profilieren.

Account gelöscht!

11.03.2013, 13:32 Uhr

Verstehe die ganzen Provokationen auch nicht...

Account gelöscht!

11.03.2013, 13:35 Uhr

"Der Konflikt in Korea verschärft sich weiter."

Ab welchen Punkt würde die Situation eskalieren?

Da wird nichts passieren! Das geht schon seit fast 60 Jahren so. Da wird immer nur der Finger gehoben und gedroht. Das war es schon. Selbst wenn NK die Atombombe hat und sie einsetzten würde, wüsste es ganz genau, dass das ihr Untergang wäre. Die USA würden dieses Land nicht nur in die Steinzeit bombardieren, sondern China, Russland und sogar der Iran würden sich von NK abwenden und dann stünde NK alleine da.

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