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11.04.2011

12:15 Uhr

Kosten für Energiewende

Steuerzahlerbund warnt Merkel vor Verfassungsbruch

Exklusiv Ein Turbo-Atomausstieg wird nach Einschätzung von Experten immense Kosten verursachen. Der Bund der Steuerzahler warnt schon, die Bundesregierung dürfe weder den Haushalt noch die Bürger zusätzlich belasten.

Merkel im Bundestag. Quelle: dapd

Merkel im Bundestag.

Düsseldorf/BerlinDer Bund der Steuerzahler hat die Bundesregierung aufgefordert, Klarheit über die Kosten der geplanten Energiewende zu schaffen. "Wer die Rahmenbedingung der Schuldenbremse unterlaufen will, bricht die Verfassung", sagte Verbandsvizepräsident Reiner Holznagel Handelsblatt Online. "Dies ist auch nicht mit einer veränderten Energiepolitik entschuldbar. Egal welche politische Farbe gerade Mode ist, unsere Schuldenuhr muss aufhören, ständig weiter zu laufen."

Holznagel verlangte von der Bundesregierung, die Auswirkungen der veränderten Energiepolitik auf den Bundeshaushalt transparent zu machen. "Beispielsweise müssen die geplanten Einnahmen aus der sogenannten Brennelementesteuer überarbeitet werden", sagte er. Zudem könnten Schadensersatzforderungen der Kraftwerksbetreiber den Haushalt kurzfristig zusätzlich belasten. Mittel- und langfristig müssten auch die staatlichen Investitionen in alle Energiequellen überdacht werden. "Der Steuerzahler darf hier nicht doppelt geschröpft werden, denn schon als Verbraucher zahlt er sehr viel Geld für Energie", sagte Holznagel. Die politisch Verantwortlichen dürften daher "nicht vergessen, dass auch Atomenergie den Staat sehr teuer kommt, denn beispielsweise ist die Endlagerung in Deutschland immer noch nicht geklärt", fügte der Steuerzahlerbund-Vize hinzu. "Niemand sollte deshalb falsche Erwartungen wecken."

Grundsätzlich sei ein Abweichen vom Sparen nicht akzeptabel, betonte Holznagel. Die Ausgaben des Bundes müssten gesenkt werden. "So könnten beispielsweise 1,5 Milliarden Euro Subventionen gespart werden, indem man die Kohleförderung einstellt", schlug der Finanzexperte vor. "Deutschland kann Kohle auf den Weltmärkten zu 50 Prozent günstiger einkaufen." Es gibt darüber hinaus noch viele andere Bereiche, wo man sparen könne, ohne dass ein wirklicher Schaden entstehe.

Auch in der Union wurden Zweifel an den Plänen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen für einen beschleunigten Atomausstieg laut. Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Michael Fuchs nannte einen Sechs-Punkte-Plan von Umwelt- und Wirtschaftsministerium zwar im Prinzip vernünftig. In diesem Programm stehe aber nichts zur Finanzierung, bemängelte Fuchs im Gespräch mit dem "Hamburger Abendblatt". "Jeder muss sich darüber im Klaren sein, dass der Strompreis steigen wird, wenn der Atomausstieg beschleunigt wird", betonte der CDU-Politiker.

Kommentare (7)

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Prenden

11.04.2011, 13:27 Uhr

Der Steuerzahlerbund soll mal die wirkliche Verschwendung anprangern. Es gibt so viel Verschwendung beim Haushalt, welche den Bürgern einfach nicht zugute kommt. Ist immer nur Politik der kleinen Nadelstiche, aber nicht der Aufklärung im Ganzen.

AKQUISEscout

11.04.2011, 18:07 Uhr

"Steuerzahlerbund warnt Merkel vor Verfassungsbruch"
Headline finde ich gut - Müßte aber heißen:

Steuerzahlerbund informiert Merkel über Verfassungsbruch, denn alle Steuer werden ohne Legitimation des Grundgesetzes eingetrieben. Deshalb klage ich auch dagegen: Lesen Sie hier: http://finanzamt.name/2011/04/klage-gegen-das-finanzamt-rosenheim-wegen-unzulassiger-anwendung-unzulassiger-steuergesetze-bescheide-2008/

Account gelöscht!

11.04.2011, 18:47 Uhr

Ich würde einfach mal sagen, lassen wir doch einfach mal die Grünen und die Linken an die Macht und Deutschland ist in einem halben Jahr dort, wo die die DDR 1989 war. Nämlich völlig pleite.
Ein Versuch wäre es doch wert, und die dämlichen Bürger die den Grünen derzeit hinterhr laufen, wären geheilt.
Merkel hat ja schon gute Vorarbeit geleistet.
Im übrigen liegen schon jetzt ca. 42% nur Steuern und Abgaben auf unseren Strompreisen.
Was macht der Staat mit diesem Geld?
Wir zahlen doch in Wirklichkeit viele Produkte in diesem Land zwei Mal, teilweise sogar drei Mal, wenn man all die Subventionen auch aus Brüssel mitrechnet So sieht es doch aus.

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