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11.04.2006

22:08 Uhr

Krankenhäuser

Zukunftsmarkt mit Hindernissen

Informationslösungen für das Krankenhaus sind in Deutschland ein Zukunftsmarkt mit Hindernissen. „Die Effizienzpotenziale, die durch einen systematischen Einsatz von IT-Lösungen realisiert werden können, werden in Deutschland noch zu wenig genutzt“, sagt Wolrad Rube, Vorsitzender des Verbands der Hersteller von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen (VHitG).

pt BERLIN. „Unsere Krankenhäuser hinken anderen vergleichbaren Industrienationen hinterher.“ Während hier zu Lande rund 1,5 bis zwei Prozent des Klinikbudgets in Informationstechnologie investiert würden, seien es im Ausland rund fünf Prozent.

„Die Krankenhäuser stehen unter massivem Kostendruck und schrecken daher vor den Kosten für Informationslösungen zurück“, sagt Stefan Herm, Geschäftsführer des Berliner Systemhauses GSD, das unter anderem die privaten Helios-Kliniken betreut. Es gebe Chefärzte und Verwaltungsdirektoren, die befürchteten, ihre Macht an „Daten und Fakten“ zu verlieren.

Neben den alteingesessenen Marktführern wie Siemens und SAP drängen verstärkt Unternehmen wie GSD, iSoft, Nexus, TetoEnator, Fliegel Data und GWI auf den Markt, die sich auf die Vernetzung klassischer Verwaltungssoftware mit der Spezialsoftware für medizinische Anwendungen spezialisiert haben. Sechs bis sieben Anbieter dominieren den Markt. Experten sehen die Branche zwar in einem Konsolidierungsprozess. Nach Ansicht von VHitG-Chef Rube könnte sich das jedoch bald ändern, da die Krankenhäuser durch die Reform der Klinikvergütungen unter wachsenden Wettbewerbsdruck geraten und die von der Politik geplante stärkere Integration der verschiedenen Versorgungsformen neue Anforderungen an Praxis- und Krankenhausinformationssysteme stellt.

Der VHitG versucht seit vergangenem Jahr, mit einem Preis für vorbildliche IT-Lösungen in Krankenhaus und Arztpraxis zu werben. Als Informationsmanager des Jahres 2005 wurde Jens Horn vom Gemeinschaftskrankenhaus Maria Hilf/St. Josef in Bad Neuenahr ausgezeichnet. Er brachte verschiedene IT-Lösungen der aus einer Fusion entstandenen 500-BettenKlinik unter einen Hut und sorgte dafür, dass inzwischen auch die niedergelassenen Ärzte der Umgebung Zugriff auf Diagnosedaten haben und über ihre Praxissoftware mit dem Krankenhaus kommunizieren können. Ein Praxisnetz in der Pfalz erhielt die Auszeichnung „IT-Konzept des Jahres“.

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