Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.08.2014

12:31 Uhr

Krankenhausstatistik

Mehr Personal für Patienten

Für die Patienten in deutschen Krankenhäusern stand im Jahr 2013 etwas mehr Personal zur Verfügung. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 18,8 Millionen Patienten stationär behandelt.

Für Patienten stand im Jahr 2013 mehr Personal zur Verfügung. dpa

Für Patienten stand im Jahr 2013 mehr Personal zur Verfügung.

WiesbadenDie personelle Ausstattung der Krankenhäuser hat sich im vergangenen Jahr gebessert. Laut der am Freitag vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichten Krankenhausstatistik 2013 stieg die Zahl der Ärzte um 2,8 Prozent und die Zahl der Beschäftigten im nicht-ärztlichen Dienst um 3,3 Prozent. Weil gleichzeitig die Zahl der Krankenhauspatienten nur leicht um 0,9 Prozent zunahm, stand für die Patienten etwas mehr Personal zur Verfügung.

Insgesamt mussten knapp 18,8 Millionen Patienten im vergangenen Jahr stationär im Krankenhaus behandelt werden, nach 18,6 Millionen im Jahr 2012. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Krankenhaus nahm gleichzeitig leicht von 7,6 Tagen auf 7,5 Tage ab. Deutschlandweit gab es 2013 noch 1995 Krankenhäuser, 22 Kliniken weniger als im Jahr davor. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Betten verringerte sich geringfügig um 900 auf 501.000.

Die Pflegepläne der Regierung

Reform in zwei Schritten

Die Bundesregierung will die Pflege in Deutschland in zwei Schritten reformieren. Hier die wesentlichen Kernpunkte kurz zusammengefasst:

Anpassung an Preisentwicklung

Die gut 2,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland sollen ab 2015 um bis zu vier Prozent erhöhte Leistungen bekommen.

Betreuung

Mehr Menschen sollen sich mit Demenzkranken, Behinderten oder psychisch Kranken beschäftigen. In Heimen sind neben Fachkräften dafür etwa 24 000 nachqualifizierte Kräfte im Einsatz. Künftig sollen es 45.000 sein.

Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Flexibler und großzügiger sollen Hilfen gewährt werden für bis zu vier Wochen Heimaufenthalt eines zu Hause gepflegten Menschen pro Jahr sowie für vier Wochen ambulante Pflege etwa durch einen Dienst, wenn Angehörige Urlaub machen.

Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit

Angehörige können sich für eine Pflegezeit bereits bis zu sechs Monate unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen. Die Familienpflegezeit aber, in der man auf bis zu 15 Stunden reduzieren kann, ist für die Unternehmen freiwillig. Auch hier soll ein Rechtsanspruch her.

Lohnersatz bei Pflegeorganisation

Wer Pflege daheim organisieren muss, hat Recht auf zehn Tage Auszeit - künftig soll es dafür Lohnersatz ähnlich wie Kinderkrankengeld geben.

Vorsorgefonds

Von 2015 bis 2033 sollen steigende Milliardensummen in einen Fonds fließen. Wenn die Babyboomerjahrgänge 1959 bis 1967 verstärkt pflegebedürftig werden, sollen mit dem Geld Beitragssprünge vermieden werden.

Aisbildung

Die Ausbildung zu Alten- und Krankenpflegern soll einheitlich werden, so dass Altenpfleger später besser wechseln können und der Beruf attraktiver wird. Schulgeld soll entfallen.

Demenz

In Reformstufe 2 soll mit einer Großreform die Versicherung besser auf die zahlreicheren Demenzkranken eingestellt werden. Die heutigen drei Pflegestufen soll durch fünf weiter gefasste Pflegegrade ersetzt werden. Auch Einschränkungen im Wahrnehmen und Bewusstsein, die heute bei der Einstufung nach körperlicher Beeinträchtigung im Hintergrund sind, sollen stärker zählen.

Finanzen

Der Pflegebeitragssatz soll von 2,05 Prozent (Kinderlose: 2,3 Prozent) 2015 um 0,3 Punkte steigen. 0,2 sollen später für die geplante Großreform dazukommen. Unter Strich soll das sechs Milliarden Euro pro Jahr mehr bringen.

In Krankenhäusern in öffentlicher Hand stieg die Auslastung der Betten weiter an, sie erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 79,1 Prozent. Dagegen sank die Bettenauslastung in freigemeinnützigen Krankenhäusern von 75,9 Prozent auf 75,8 Prozent und die in privat geführten Häusern von 76,1 Prozent auf 75,6 Prozent.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×