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25.08.2015

16:29 Uhr

Krankenkasse-Defizit

Politiker fordern höhere Arbeitgeberbeiträge

Politiker und Verbände streiten darüber, wie sich das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen verringern lässt. Die Einen fordern eine der Beitragsdeckelung für Arbeitgeber, die Anderen mehr Effizienz im Gesundheitssystem.

Kommen höhere Beiträge auf die Versicherten zu? dpa

Krankenkassen

Kommen höhere Beiträge auf die Versicherten zu?

Das deutliche Minus der gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr beschäftigt die Politik. Regierungs- wie Oppositionspolitiker forderten ein Ende der Deckelung des Arbeitgeberbeitrages, um die fast 500 Millionen Euro Verlust auszugleichen.

Der CDU-Sozialflügel fordert die Abschaffung der Zusatzbeiträge für Arbeitnehmer und eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung. „Die Arbeitnehmer dürfen mit den Kostensteigerungen im Gesundheitswesen nicht allein gelassen werden“, sagte der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeiterschaft (CDA), Christian Bäumler, dem Handelsblatt. „Die drohende Kostenlawine bekommen wir nur in den Griff, wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber in einem Boot sitzen und den Gesundheitslobbyisten Paroli bieten.“

Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Karl Lauterbach, nannte das aktuelle System „nicht gerecht“. Beide Politiker forderten, dass sich die große Koalition dem Problem bald annehme. Die Kassenbeiträge müssten wieder komplett zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern aufgeteilt werden.

Die Opposition warnt ebenfalls vor steigenden Beiträgen für die Versicherten. Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink (Grüne) rechnet mit Zusatzbeiträgen von 1,4 bis 2 Prozent in den nächsten zwei Jahren. Der Vorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, kritisierte das aktuelle Beitragsmodell in Gänze. Selbst wenn Arbeitgeber in Zukunft wieder die Hälfte der Beiträge übernähmen, würde daraus noch kein gerechtes Modell. „Statt einer Zwei-Klassen-Medizin muss es eine solidarische Bürgerversicherung ohne Beitragsbemessungsgrenze geben“, sagte Riexinger.

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Den Konterpart zum Politikerchor lieferte am Dienstag der Verband der Familienunternehmer. Die Lösung für die defizitären Krankenkassen seien nicht höhere Beiträge, sondern mehr Wettbewerb und Effizienz im Gesundheitssystem. „Es ist weder Aufgabe der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer, Krankenkassen zu schonen, wenn diese mit den Geldern nicht auskommen“, erklärte Verbandspräsident Lutz Goebel.

Die jüngsten Reformen von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hätten dazu beigetragen, dass die Kosten für Arbeitnehmer und -geber immer weiter gestiegen seien. „Es muss eine Diskussion geführt werden, welche Gesundheitsversorgung nicht nur sinnvoll, sondern auch bezahlbar ist“, so Goebel.

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CDU-Politiker Bäumler sieht in den politischen Entscheidungen der großen Koalition und im medizinischen Fortschritt Ursachen für die steigenden Kosten: „Reformen wie das Präventionsgesetz und das Krankenhausstrukturgesetz nutzen sowohl Arbeitgebern wie Arbeitnehmern und müssen deshalb gemeinsam getragen werden“, so seine Schlussfolgerung.

Aktuell belaufen sich die Beiträge sowohl bei Arbeitnehmern als auch bei Arbeitgebern auf 7,3 Prozent. Während dieser Betrag für die Arbeitgeber aber gedeckelt ist, zahlen Arbeitnehmer potentielle Mehrkosten über einen Zusatzbeitrag. Für das laufende Jahr wird ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent erwartet, nach Berechnungen der Kassen wird er aber bereits im nächsten Jahr steigen.

Kommentare (7)

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Frau Margrit Steer

25.08.2015, 17:33 Uhr

Es muß die Partät wieder hergestellt werden, di der Rösler unter Anleitung Merkels abgeschafft hat.
Da gibt es doch nicht viel zu diskutieren.
Zurück zum alten System

Herr Peter Spiegel

25.08.2015, 17:42 Uhr

Es muß die Partät wieder hergestellt werden"
Frau Margrit Steer@
Sie meinen wirklich, daß der Arbeitgeber etwa die Hälfte der Krankenkasse bezahlt ?

Herr Axel Siegler

25.08.2015, 18:44 Uhr

... falls Defizit wg Asylanten, dann doch bitte die Gutmenschenmafia zur Kasse bitten!
(Ansonsten natürlich auch ... )

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