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29.02.2016

11:00 Uhr

Krankenkassen

Auf dem Rücken der Patienten

VonPeter Thelen

Durch die Trennung von Arztpraxis und Krankenhaus entsteht ein unkoordinierter Wildwuchs, moniert die AOK. In ihrem Krankenhausreport gehen die Experten noch weiter – und greifen Gesundheitsminister Gröhe scharf an.

Die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung ist laut dem Krankenhausreport des AOK-Landesverbandes zum Nachteil der Patienten. dpa

Krankenhaus vs. Hausarzt

Die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung ist laut dem Krankenhausreport des AOK-Landesverbandes zum Nachteil der Patienten.

BerlinFrüher waren die beiden Gesundheitssektoren Krankenhaus und Arztpraxis in Deutschland vollkommen getrennt: Abgesehen von der Notaufnahme, die meistens auch mit einem mehrtägigen stationären Aufenthalt endete, kümmerten sich die Kliniken nur um die stationäre Behandlung von der kleinen Blinddarm-OP bis zur Herztransplantation. Die niedergelassenen Ärzte waren für die ambulante Therapie zuständig und wiesen bei Bedarf Patienten zu Weiterbehandlung ins Krankenhaus ein.

Auch die Honorierung der beiden Sektoren folgte und folgt immer noch unterschiedlichen Regeln. Vieles wird als Folge dieser Trennung heute in Deutschland doppelt gemacht: Vom Hausarzt, zum Facharzt, vom Facharzt am Ende in die Klinik.

Diese Behandlungskette steht für vermeidbare Doppeluntersuchungen und Übertherapie. Experten sprechen von der doppelten Facharztschiene. Gemeint ist, dass auf jeden Facharzt in der Klinik einer in niedergelassener in einer Praxis kommt. Beide wollen verdienen. Die Überwindung der Sektorengrenzen ist deshalb ein Dauerthema in der Gesundheitspolitik.

Zusatzbeiträge Krankenversicherer 2016

Knappschaft

1,42 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,9 Prozent

AOK Niedersachsen

1,79 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,4 Prozent

AOK Nordwest

1,96 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015:15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Rheinland/Hamburg

2,04 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Plus

2,29 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 14,9 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 0,3 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 14,9 Prozent

IKK Classic

2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

AOK Baden-Württemberg

3,046 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

AOK Bayern

3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK

4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

Barmer GEK

6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

Techniker Krankenkasse

6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts
Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent
Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent
Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Quelle

Unternehmen

Im Prinzip ist es bis heute bei dieser Trennung geblieben. Doch inzwischen hat es kleine Öffnungen in der Mauer zwischen ambulant und stationär gegeben. Zuletzt erhielten die Kliniken das Recht, Patienten mit besonders schweren oder besonders komplizierten Krankheitsverläufen auch ambulant zu behandeln. Auch hochspezialisierte Therapien dürfen nun am Krankenhaus erbracht werden, auch wenn der Patient nicht stationär aufgenommen wird.

Nun belegt der aktuelle Krankenhausreport des AOK-Bundesverbands, dass genau diese Politik der habherzigen Öffnungen eher neue Unwirtschaftlichkeiten und Qualitätsprobleme hervorbringt, als die alten zu beheben. „In deutschen Krankenhäusern wird immer häufiger ambulant behandelt“, so der Mitherausgeber des Reports Jürgen Wasem.

Inzwischen gebe es rund 20 verschiedene ambulante Versorgungsformen. Doch hinter dieser Vielfalt stecke kein rationales Ordnungsprinzip. „Am Ende werden hier identische Leistungen in verschiedenen Rechtsformen verpackt und dann auch unterschiedlich vergütet“, kritisiert der Gesundheitsökonom der Universität Duisburg-Essen.

Kommentare (21)

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Herr Marc Otto

29.02.2016, 11:19 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
 

Account gelöscht!

29.02.2016, 11:31 Uhr

Marc...da hast Du aber einen Otto abgeschossen:

"Wer krank ist hat versagt...."

Was eine kranke Aussage, eine Ohrfeige für alle Kranken.

Aber fehlt Dir was?

"wiedetr"."qwichtig","Mitgleider"

Frau ke Schludewig

29.02.2016, 11:35 Uhr

Wie wird man krank ist doch die Frage?
Ist alles tatsächlich so ansteckend wie behaupted wird?
Wenn ich zum Arzt gehe, wird die keine Türklinke (Eingang oder Arztzimmer) desinfiziert.
Wenn vor mir bereits 50 Kranke durchgelaufen sind und ich stecke mich nicht an, wie kann das sein?
Ahja stimmt, die Infektion ist eine Theorie und kein Beweis.
Vielleicht sollte man die Ursachen nochmals unter die Lupe nehmen, evtl. hat es viel mehr mit der Lebenssituation der Menschen zu tun (Stress, zu wenig Geld??).

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