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21.08.2012

07:20 Uhr

Krankenkassen

Beitragsschulden immens gestiegen

Hunderttausende schulden ihrer Krankenkasse Beiträge. Der Betrag geht in die Milliarden. Innerhalb eines Jahres wuchs das Volumen nochmals um über 50 Prozent. Kritiker fordern nun eine Entlastung der Versicherten.

Einem Zeitungsbericht zufolge wuchsen die Außenstände säumiger Beitragszahler bei den Krankenkassen binnen eines Jahres um 55 Prozent. dpa

Einem Zeitungsbericht zufolge wuchsen die Außenstände säumiger Beitragszahler bei den Krankenkassen binnen eines Jahres um 55 Prozent.

BerlinDie Außenstände der gesetzlichen Krankenversicherung durch säumige Beitragszahler sind einem Zeitungsbericht zufolge binnen eines Jahres um 55 Prozent gestiegen. Dies habe der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bestätigt, berichtete die Zeitung „Tagesspiegel“ (Dienstagausgabe) vorab. Demnach erhöhte sich die Summe der nicht gezahlten Beiträge im Juni auf 1,67 Milliarden Euro von 1,08 Milliarden im August 2011. Allein bei der Barmer GEK hätten sich die Rückstände durch 52.000 Privatschuldner auf 227 Millionen Euro summiert. Hinzu kämen etwa 300 Millionen Euro, die Arbeitgeber für ihre Beschäftigten schuldig geblieben seien.

Hintergrund der säumigen Zahlungen ist die 2007 unter Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) eingeführte Versicherungspflicht. Alle Bürger sind seitdem dazu angehalten, einer Kasse anzugehören. Oftmals zahlen jedoch Selbstständige und verarmte Personen ihre Beiträge nicht. Säumige Versicherte werden in der Regel mehrfach angemahnt und müssen einen Säumniszuschlag leisten.

Als letzte Möglichkeit können die Krankenkassen die Leistungen aussetzen. Ausgenommen davon sind Behandlungen akuter Erkrankungen und Schmerzzustände sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft. Auch Zwangsvollstreckungen, etwa Pfändungen, sind möglich. Der CDU-Politiker Jens Spahn forderte dem Blatt zufolge, Selbstständige mit geringem Einkommen bei den Krankenkassenbeiträgen zu entlasten. Es liege „nicht in unserem Interesse, dass man Kioskbesitzer und andere Kleinunternehmer in Zahlungsprobleme treibt“, sagte er.

Von

rtr

Kommentare (1)

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21.08.2012, 12:38 Uhr

"Als letzte Möglichkeit können die Krankenkassen die Leistungen aussetzen. Ausgenommen davon sind Behandlungen akuter Erkrankungen und Schmerzzustände sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft. Auch Zwangsvollstreckungen, etwa Pfändungen, sind möglich."

Also gibt es doch die Krankenversicherung ohne Beiträge. Pfändungen bei Menschen, die nichts haben, laufen ins Leere. Akute Erkrankungen werden behandelt, damit steht die Versicherung doch. Und das ist auch gut so!

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