Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2010

13:29 Uhr

Krankenkassen

Zusatzbeiträge für Versicherte alamieren Politik

Die Kritik an Krankenkassen, die von ihren Versicherten Zusatzbeiträge erheben möchten wächst. Minister Philipp Rösler will jetzt die Ausgaben drücken. Arzneimittelpreise sollen auf dem Prüfstand.

Die Gesundheitskosten explodieren. dpa

Die Gesundheitskosten explodieren.

HB BERLIN. Die Gesundheitskosten steigen von Jahr zu Jahr. Minister Philipp Rösler will wegen der Finanznot der Krankenkassen die Ausgaben im Gesundheitswesen drücken. Ins Visier nimmt die Regierung unter anderem die Arzneimittelpreise, wie der FDP-Politiker am Wochenende sagte. Die Chefin der Länder-Gesundheitsminister, Mechthild Ross-Luttmann (CDU), kritisierte die Pläne der Kassen, bald auf breiter Front Zusatzbeiträge zu erheben. Nach Angaben des Kassenspitzenverbands werden bis Jahresende die meisten Kassen einen solchen Zusatzbeitrag eingeführt oder angekündigt haben, davon wären Millionen Versicherte betroffen.

Fünf Krankenkassen wollen laut „Focus“ von ihren Versicherten Zusatzbeiträge von zunächst acht Euro monatlich verlangen, und 28 weitere Kassen schließen demnach Zusatzbeiträge in diesem Jahr nicht mehr aus. Das Magazin befragte alle 161 gesetzlichen Versicherer sowie Aufsichtsbehörden in Bund und Ländern.

Minister Rösler sagte dem „Spiegel“ mit Blick auf die Finanznot der Kassen, die Ausgabenseite werde „sehr genau“ geprüft. Zu den Preisen für Medikamente sagte der FDP-Politiker: „Es ist meine Aufgabe darauf zu achten, dass Beitragsgelder effizient verwaltet werden. Und in diesem Bereich ist das nicht immer so.“

Künftig müsse bei jedem Medikament genauestens überprüft werden, ob Kosten und Nutzen in angemessenem Verhältnis stünden. Die Stellung des zuständigen Kölner Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) solle gestärkt werden.

Erst am Freitag beschlossen Vorstand und Stiftungsrat des IQWiG allerdings, den Vertrag des Institutschefs Peter Sawicki nicht zu verlängern. Die Opposition warf Rösler deshalb vor, „Erfüllungsgehilfe der Pharmalobby“ zu sein. Sawicki galt als Pharmakritiker.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Denkerist

24.01.2010, 16:54 Uhr

Politik ist alarmiert!
Schöne Schlagzeile, doch die Tatsachen sprechen eine andere Sprache:

So hat H.brüderle erst letzte Woche (Hb berichtete) durchsickern lassen, daß das Monopolrecht auch auf Krankenkassen ausgeweitet werden soll. So will er deren Macht begrenzen, um den Pharmakonzernen höhere Gewinnmargen zu ermöglichen.

Die bekannte Personalentscheidung Peter Sawicki ist ebenfall ein Kniefall vor der Pharmalobby. Er hatte wesentlich zur Senkung der Arzneimittelausgaben beigetragen und mußte deshalb seinen Platz räumen.

Dieser H.Rößler hat sich von Anfang an zum Kampf gegen die gesetztlichen Krabkenkassen bekannt, er wird durch seine Maßnahmen die Menschen in die privaten drängen, um die Gewinne der Versicherungsunternehmen zu steigern.

Also, es läuft doch alles super für die Partei der besserverdienenden und die Pharmalobby.

k.-h.

24.01.2010, 19:00 Uhr

Es ist kaum zu ertragen, wie mit vielen Steuer-Milliarden die maroden Gesetzlichen Krankenkassen mit ihren unzähligen unnützen Wasserköpfen jedes Jahr subventioniert werden, nur damit deren Mitglieder mehr als 18 (!!!) mal im Jahr zum Onkel Doktor rennen - meist wegen nichts. Woher nehmen die bloß die Zeit dafür? Da kommt man sich ja mit immer wieder jahrelanger Arzt-Abstinenz fast "gesund" vor. Die Privatpatienten werden damit staatlicherseits doppelt geschädigt, denn sie erhalten nichts vom Steuergeld und zahlen darüber hinaus auch noch, was es wirklich kostet. Das ist übelste Klientelpolitik zu Lasten dieser Gruppe.

Thomas

25.01.2010, 08:20 Uhr

Es wird Zeit, das man den Pharmakonzernen auf die Finger klopft. Den warum sind den Medikamentenpreis in anderen Ländern immer um ein vielfaches billiger wie bei uns. Gibt es hier etwa interessenkonflikte die bei den Medikamentenpreisen keinen Riegel vorschieben lassen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×