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15.12.2011

03:37 Uhr

Kredit-Affäre

Kreditgeber nimmt Wulff in Schutz

Ein Privatkredit hat den Bundespräsidenten Christian Wulff in die Bredouille gebracht. Die SPD plant eine Kleine Anfrage. Jetzt meldet sich der Gatte der Kreditgeberin, der ehemalige Unternehmer Egon Geerkens, zu Wort.

Egon und Edith Geerkens auf dem Sommerfest des Bundespräsidenten 2011. dpa

Egon und Edith Geerkens auf dem Sommerfest des Bundespräsidenten 2011.

MünchenDie SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag will sämtliche Urlaubsreisen von Bundespräsident Christian Wulff in seiner Zeit als Ministerpräsident durchleuchten. In einer Kleinen Anfrage will Fraktionschef Stefan Schostok auf eine Auflistung aller Urlaube zwischen 2003 und 2010 drängen, berichtete die „Bild“-Zeitung einem Vorabbericht zufolge.

Bundespräsident unter Druck: Unangenehme Fragen an den privaten Herrn Wulff

Bundespräsident unter Druck

Unangenehme Fragen an den privaten Herrn Wulff

Bundespräsident Wulff ist in Zusammenhang mit einem Privatkredit unter Druck geraten. Ein Sprecher des Staatsoberhaupts versuchte, die Vorwürfe auszuräumen. Doch SPD und Grüne geben sich damit nicht zufrieden.

„Ziel der Anfrage ist es, herauszufinden, ob Wulff weitere Male private Unterkünfte hat nutzen dürfen“, sagte Schostok dem Blatt. Wulff musste dem Landtag bereits 2009 den Aufenthalt in der Villa seines Freundes Egon Geerkens in Florida erklären. Im Jahr darauf hatte Wulff eine Frage im Landtag verneint, ob er geschäftliche Beziehungen zu Geerkens pflege. Einen 500.000-Euro-Kredit von dessen Ehefrau ließ er dabei unerwähnt.

Der frühere Unternehmer Egon Geerkens hat den umstrittenen Privatkredit an Bundespräsident Christian Wulff in dessen Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident verteidigt. Er habe aus seiner Freundschaft zu Wulff keine Vorteile gezogen und als Unternehmer nie öffentliche Aufträge oder staatliche Zuwendungen erhalten, sagte Geerkens der „Süddeutschen Zeitung“.

„Zu dem Zeitpunkt, als Christian Wulff den Kredit meiner Frau erhielt, war ich gar kein Unternehmer mehr“, fügte er hinzu. Bereits ein Jahr zuvor habe er alle Geschäfte wegen einer Krebserkrankung eingestellt.

Kommentare (25)

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Banker

15.12.2011, 02:56 Uhr

ZU DER behauptung, Geerkens "habe aus seiner Freundschaft zu Wulff keine Vorteile gezogen": Für mich stellt sich die Frage, weshalb Geerkens per BuBa-bestätigtem Scheck zahlt, wenn es doch keine Gegenleistung gab!

http://berlin2011.wordpress.com/2011/12/14/affare-wulff-privatkredit-per-bestatigtem-scheck/

Emma

15.12.2011, 03:09 Uhr

Wie nötig muss es ein Ministerpräsident haben, wenn er auf Gratisurlaube, kostenlose Flugupgrades und spitzfindige Antworten, die einen Gesamtzusammenhang verschleiern sollen, wahrnimmt.
Wird so eine Person nicht ausreichend durch die Staatskasse entlohnt. Jahr für Jahr Diätenerhöhungen, so viel, dass unterm Strich inflationsbereinigt immer noch mehr übrig bleibt, als das profane Wählervolk in der Geldbörse hat.
Ist so jemand noch ein Vorbild als Ministerpräsident?
Schlüpft er in die Rolle des Staatsoberhaupts erwartet man Integrität. Integrität seiner Identität für das, was er in seinem Leben vor der Rolle als Staatsoberhaupt getan hat ebenso, wie für die Gegenwart.
Integrität der Gegenwart bedeutet Aufklärung. Verantwortung zu übernehmen. Eben nicht andere für sich sprechen lassen.
Ist der Bundespräsident nicht das Vorbild für die Menschen, Politiker und auch im Ausland. Sollten wir nicht auf unseren Bundespräsidenten stolz sein?
Können wir noch auf ihn stolz sein?
Kann der Bundespräsident noch in ein ehrliches Gesicht blicken, wenn er morgens in den Spiegel schaut.
Diese Frage wird nur er beantworten können.
Solange er schweigt, hat er etwas zu verbergen!?
Ist dies der Präsident unserer Herzen?
Ein Köhler war der Präsident des Volkes und ein Vorbild. Vielleicht der letzte auf lange Sicht?

fdzz

15.12.2011, 04:24 Uhr

Ein Leser,

wenn eindeutig feststand, dass es sich um einen Privatkredit aus dem Freundeskreis handelt und daraus kein Vorteil der anderen Seite gezogen wurde, das muss Herr Geerkens beweisen, dann sollte man das Thema zu den Akten legen. Auch ein Politiker hat ein Privatleben. (Ich bin kein Politiker!)

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