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24.03.2011

09:46 Uhr

Krieg in Libyen

Merkel will Ölgeschäfte mit Gaddafi stoppen

Die Bundeskanzlerin will nicht gegen Gaddafi kämpfen, sondern den Diktator mit einem Ölembargo stürzen. Unterdessen bombardiert die westliche Allianz nun auch den Süden Libyens - Gaddafis Militär soll bald zerstört sein.

Explosion in Tripolis

Video-News: Explosion in Tripolis

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel für ein "komplettes Ölembargo und weitreichende Handelseinschränkungen" gegen den libyschen Machthaber Muammar Gaddafi einsetzen. Kein europäisches Land dürfe mehr Öl aus Libyen importieren, darauf müsse sich die Europäische Union endlich einigen.

„Gaddafi hat seinem Volk den Krieg erklärt“, sagte die Kanzlerin. Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Land verdienten die Solidarität Deutschlands. „Die Umwälzungen gründen in der Sehnsucht der Menschen nach Freiheit“, sagte Merkel mit Blick auf die Demokratiebewegungen im arabischen Raum: „Die Umwälzungen sind eine historische Chance für die Menschen in der arabischen Welt und für uns als Nachbarn dieser Region.“   

Zugleich unterstrich Merkel, dass die Bundesregierung inhaltlich hinter der Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen gegen Gaddafi stehe. Sie habe aber Bedenken hinsichtlich ihrer militärischen Umsetzung und beteilige sich deshalb nicht an den Militäraktionen. „Wir hoffen aber auf einen schnellen und nachhaltigen Erfolg“, sagte die Kanzlerin.  

Im Bundestag ringt die Kanzlerin um Worte, in Libyen sprechen weiter die Waffen: Nach Einschätzung der französischen Regierung ist es eine Frage von Tagen oder Wochen, aber nicht von Monaten, bis die militärische Schlagkraft von Gaddafi zerstört ist. Die internationale Militärallianz hat dafür ihre Luftangriffe nun auch auf den Süden des Landes ausgeweitet. Zudem wurden in der Nacht zum Donnerstag mehrere Ziele östlich der Hauptstadt Tripolis bombardiert.

Augenzeugen sahen Flammen auf einem Militärstützpunkt in dem Vorort Tadschura. Nach Angaben aus libyschen Sicherheitskreisen bombardierte die Allianz unter anderem mehrere Ziele in der Stadt Sebha, rund 1000 Kilometer südlich von Tripolis. Auch ein Militärflughafen in Al-Dschufra, 800 Kilometer südlich der Hauptstadt, geriet unter Beschuss.

Die libysche Internet-Zeitung „Al-Watan“ meldete unterdessen, über Sirte, der Heimatstadt des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, sei am Mittwochabend ein französisches Kampfflugzeug abgeschossen worden. Der Pilot habe sich retten können. Er sei nun ein Gefangener der libyschen Armee. Ein Sprecher der französischen Streitkräfte bestritt diese Darstellung. „Kein französisches Flugzeug wurde in Sirte abgeschossen“, sagte Oberst Thierry Burkhard.

Die Staatsmedien meldeten, bei den Angriffen der Allianz in Tadschura seien auch zivile Ziele bombardiert worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Leichen, die zum Teil verkohlt waren. Oppositionelle bestritten, dass es sich dabei um die Leichen von Zivilisten handelt, die bei den Luftangriffen ums Leben gekommen seien. Die Regimegegner behaupten bereits seit Beginn der Luftangriffe zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen, die Berichte der Staatsmedien über angebliche zivile Opfer seien falsch. Die Bodentruppen Gaddafis und die Rebellen kämpfen derzeit vor allem in der östlichen Stadt Adschdabija und in Misurata gegeneinander.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

24.03.2011, 10:56 Uhr

Es ist wohl besser, daß Merkel die Länge ihrer Arme mißt.

Account gelöscht!

24.03.2011, 11:04 Uhr

Unsere Ölreserven schmelzen dahin und Frau Merkel will dem Herrn Gaddafi den Ölhahn zudrehen. Ich fass es nicht. Was wohl Herr Brüderle dazu sagen wird?

Hyaene09

24.03.2011, 11:35 Uhr

Flucht von Mutti in die Außenpolitik, zu der sie bislang keine stichhaltige Linie abgab - 3 Tage vor entscheidenen Landtagswahlen. Ich sah "Mutti" einmal auf der Skipiste in Pontresina vor der Bernina zu Weihnachten, ihr Phyilein war 50m davor, also kein wirklich physischer "Rettungsschirm". O-Beine zogen sich den Bernina-Hang hinauf auf einen klein gewordenen Gletscher. Weiter vorne fragte mich ein Deutscher: "ist sie endlich hingefallen?" - Politisch liegt sie darnieder, walzt sich hilflos dahin, seufzt nun in Melancholie mit dem lybischen Volke wie bislang nie...peinliche Mutti von Deutschland. Aber-die Dummies leben unter uns. Die, die sie wählen. Es ist ja bislang - mir...- nichts passiert.

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