Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.08.2016

10:23 Uhr

Krieg in Syrien

Müller fordert Milliardenhilfen, Steinmeier schlägt Luftbrücke vor

Entwicklungsminister Gerd Müller fordert ein EU-Notprogramm über zehn Milliarden Euro für Flüchtlinge in Syrien und den Nachbarstaaten. Außenminister Frank-Walter Steinmeier spricht sich für eine Luftbrücke in Aleppo aus.

Allein in der Großstadt Aleppo können wegen anhaltender Kämpfe Hunderttausende Menschen nur schwer versorgt werden. Reuters

Befreiung von Manbidsch

Allein in der Großstadt Aleppo können wegen anhaltender Kämpfe Hunderttausende Menschen nur schwer versorgt werden.

BerlinEntwicklungshilfeminister Gerd Müller fordert von der EU mehr Hilfe für die notleidende syrische Bevölkerung. „Es ist ein Verbrechen zu wissen, was passiert und nicht zu helfen“, sagte der CSU-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Focus“ laut Vorabmeldung vom Samstag.

Mit einem EU-Notprogramm im Volumen von zehn Milliarden Euro müsse die Lage der Flüchtlinge im Land selbst und in Nachbarstaaten wie dem Libanon, Jordanien sowie im Norden Iraks stabilisiert werden. „Sie brauchen Hilfe. Sonst droht der Zusammenbruch mit unabsehbaren Folgen auch für uns.“

Müller kritisierte auch die Teilnehmer der Syrien-Geberkonferenz in London. Nur ein Teil der Versprechen sei eingelöst worden. Deutschland übernehme die Hälfte der Versorgung von syrischen Flüchtlingen mit Nahrungsmitteln in der Region. „Kommen die anderen Geber ihren Versprechen nicht nach, kann jederzeit eine neue Massenflucht Richtung Europa einsetzen.“

Wegen der Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen können allein in der Großstadt Aleppo Hunderttausende Menschen nur schwer versorgt werden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich für eine Luftbrücke zugunsten der notleidenden Menschen in Aleppo ausgesprochen. Die Bundesregierung sei mit den Vereinten Nationen, den USA und mit Russland darüber im Gespräch, wie die so dringlich gebotene humanitäre Hilfe nach Aleppo geliefert werden könne, sagte Steinmeier der „Welt am Sonntag“.

Sollten beide Teile Aleppos auf dem Landweg weiterhin nur unzureichend versorgt werden können, "sollten wir auch die Möglichkeit von Hilfe aus der Luft prüfen, vor allem bei medizinischen Gütern", fügte Steinmeier hinzu. Einen mutmaßlichen Chlorgas-Einsatz in Aleppo kritisierte er scharf.

„Wir verurteilen den Einsatz von international geächteten Waffen - seien es chemische Waffen oder Fassbomben - auf das Schärfste und fordern alle Konfliktparteien ihr Möglichstes zu tun, um die syrische Zivilbevölkerung zu schützen“, sagte der Außenminister. Die Geschehnisse in Aleppo seien eine „neue Eskalationsstufe“ des syrischen Bürgerkriegs“.

Nach Angaben Steinmeiers leiden die Menschen in Aleppo nicht nur unter den täglichen Luftangriffen. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten werde „von Tag zu Tag katastrophaler“. Erneut forderte der Minister die Kriegsparteien zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch in Genf auf. Die Vorstellung, der Konflikt ließe sich militärisch lösen, sei eine „Illusion“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×