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12.10.2014

18:07 Uhr

Kriegsreporter im Einsatz

Die Angst im Nacken

VonMartin Pirkl

Ob Syrien oder Ukraine: Ohne Kriegsreporter wüsste die Welt nicht, wie es in Krisengebieten aussieht. Ihr Alltag besteht aus Tod und Gewalt – und enormen Belastungen. Umso wichtiger ist die Vorbereitung.

In ständiger Gefahr: Reporter in Kriegsgebieten.

In ständiger Gefahr: Reporter in Kriegsgebieten.

DüsseldorfSie fahren dorthin wo geschossen wird, wo Leid und Armut herrschen: Kriegsreporter. Sie berichten aus Krisengebieten wie Afghanistan, Syrien oder dem Irak. Die Gefahr reist dabei immer mit. Die Bilder der brutalen Hinrichtungen der US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff durch die islamische Terrorgruppe „IS“ gingen um die Welt. Doch sie sind nur die Spitze des Eisberges.

Allein in Syrien sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2011 160 Journalisten ums Leben gekommen, überwiegend einheimische. Auch Europa ist mittlerweile wieder ein gefährliches Pflaster. Im Zuge der Berichterstattung aus der Ukraine sind dieses Jahr bereits fünf Journalisten gestorben.

Die Nichtregierungsorganisation für Pressefreiheit, „Reporter ohne Grenzen“, stellt fest, dass sich die Lage für Kriegsreporter verschlechtert hat. „Durch asymmetrische Kriege ist es heute für Journalisten schwerer geworden, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden“, sagt Pressereferentin Silke Ballweg. Journalisten würden häufiger als früher entführt, um Forderungen an die Heimatländer der Reporter stellen zu können. Auch inszenierte Hinrichtungen von Journalisten als Druckmittel seien neu.

Der IS-Siegeszug – Chronik Teil 1

6. Januar 2014

Im Irak und in Syrien dehnt die Miliz Islamischer Staat (IS) ihr Terrorregime auf immer mehr Orte aus. IS gewann 2013 an Einfluss, als der Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit sunnitischen Parteien eskalierte. Am 6. Januar besetzen IS-Rebellen Falludscha in der Provinz Anbar.

21. März 2014

IS liefert sich in der Provinz Dijala Kämpfe mit der Armee.

11. April 2014

Vor Gefechten in Anbar fliehen mehr als 400.000 Menschen.

10. Juni 2014

IS-Kämpfer nehmen Mossul ein. Im türkischen Konsulat werden fast 50 Geiseln genommen. Dazu kommen über 30 entführte türkische Lastwagenfahrer. Rund 500.000 Einwohner der Millionenstadt fliehen.

11. Juni 2014

IS kontrolliert weite Teile des Iraks. Dazu gehören Ninive, Anbar und Salaheddin mit den wichtigen Städten Baidschi und Tikrit.

12. Juni 2014

IS rückt weiter Richtung Bagdad vor. Regierungschef Nuri al-Maliki scheitert im Parlament mit dem Versuch, den Notstand ausrufen zu lassen.

13. Juni 2014

US-Präsident Barack Obama schließt ein Eingreifen von US-Bodentruppen aus, Washington bereite „andere Optionen“ vor. Auch Irans Präsident Hassan Ruhani sichert der schiitischen Regierung des Iraks Solidarität im Kampf gegen sunnitische Terroristen zu.

15. Juni 2014

Nachdem irakische Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer den Vormarsch der Dschihadisten gebietsweise stoppen konnten, führt IS den Kampf mit Videos und Fotos grausamer Exekutionen auch im Internet.

20. Juni 2014

Zweieinhalb Jahre nach Ende des Irak-Kriegs bereiten sich die USA auf neue Militärschläge im Land vor. Luftangriffe gegen IS-Rebellen sind nicht mehr ausgeschlossen. Außerdem seien die USA bereit, bis zu 300 Militärberater ins Land zu schicken.

24. Juni 2014

Angesichts des IS-Vormarsches wollen verfeindete Schiiten, Sunniten und Kurden im Irak rasch eine gemeinsame Regierung bilden. Al-Maliki lehnt diese ab und verschärft damit die Krise.

Wolfgang Bauer arbeitet als Reporter für die „Zeit“. Auch er hat schon aus Krisengebieten wie Libyen, Syrien und Afghanistan berichtet. „In Krisen sieht man die Welt ungeschönter als im Alltag“, sagt Bauer. Er entschloss sich Reportagen aus Kriegsgebieten zu schreiben, um zu berühren und die Öffentlichkeit zu zwingen, das Elend des Krieges wahrzunehmen. Die Angst ist dabei sein ständiger Begleiter. Darüber freut sich Bauer: „Ich rate jedem von Krisenreportagen ab, wenn er keine Angst hat“, sagt er. Denn Angst mahnt zur Vorsichtigkeit.

Es gibt viel, worauf ein Reporter bei der Reise in Kriegsgebiete beachten muss. Dies beginnt bereits vor der Abreise. Impfungen gegen die landestypischen Krankheiten oder Malaria-Tabletten vor einer Afrikareise sind, wir für jeden anderen Touristen, Pflicht. Das spezifische Risiko in Kampfzonen dokumentiert die Wichtigkeit, die eigene Blutgruppe zu kennen und auf einem Zettel bei sich zu tragen. Falls im Notfall eine Bluttransfusion nötig werden sollte.

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