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05.01.2015

13:05 Uhr

Krisentreffen der Alternative für Deutschland

AfD-Spitze will Burgfrieden schließen

Krisenkommunikation in Zeiten schwelender Streitigkeiten: Die AfD-Spitze will nach heftigen Konflikten bei einem Krisentreffen Frieden zwischen allen Beteiligten schließen. Die Streitschlichter sind noch unbekannt.

Parteichef Bernd Lucke (l.) und Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender im brandenburgischen Landtag: Gauland hatte Lucke einen „Kontrollfreak“ genannt. dpa

Parteichef Bernd Lucke (l.) und Alexander Gauland, Fraktionsvorsitzender im brandenburgischen Landtag: Gauland hatte Lucke einen „Kontrollfreak“ genannt.

BerlinDie Spitze der Partei Alternative für Deutschland (AfD) will in einer Krisensitzung den offen ausgebrochenen Machtkampf beenden und einen Burgfrieden bis zum Parteitag Ende Januar schließen. Bei einer Telefonkonferenz hätten sich die drei Parteichefs Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam sowie der stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Gauland am Montag darauf verständigt, zeitnah zu einem klärenden Gespräch zusammenzukommen, hieß es in Parteikreisen. Auf persönliche Angriffe solle künftig verzichtet werden. Parteisprecher Christian Lüth bestätigte, dass ein Treffen der Parteispitze geplant sei. „Man spricht wieder vernünftig miteinander“, sagte der Sprecher.

In der Parteispitze hieß es weiter, Lucke habe ein mögliches Einlenken bei der Frage nach der Struktur des künftigen Vorstandes signalisiert. Bislang strebt Lucke an, dass die AfD künftig durch einen Parteichef - ihn selbst - anstatt des derzeitigen Führungstrios geleitet wird.

Dies lehnen unter anderem Petry und Adam ab. „Er hat gesagt, er geht völlig offen in die Gespräche rein, und er verschließt sich nicht“, sagte nun ein Mitglied der Parteispitze nach der Telefonkonferenz. Lucke selbst möchte zu internen Streitigkeiten bislang nicht Stellung nehmen. Eine endgültige Entscheidung über die künftige Führungsstruktur der AfD soll Ende Januar beim Parteitag in Bremen fallen.

Über die Jahreswende waren in der AfD die seit Monaten schwelenden Streitigkeiten offen ausgebrochen. Auslöser war die mit dem Parteivorstand nicht abgestimmte Einladung Luckes an alle Landes-, Kreis- und Bezirksvorsitzenden zu einer Konferenz am 18. Januar in Frankfurt zur Vorbereitung des Bremer Parteitages.

Daraufhin warnten Petry, Adam, Gauland sowie der AfD-Landesvorsitzende in NRW, Marcus Pretzell, und die Europaparlamentsabgeordnete Beatrix von Storch Lucke brieflich vor einer Parteiführung nach Gutsherrenart. Es habe den Anschein, als wolle Lucke im Vorfeld des Parteitages Funktionsträger „auf Linie bringen“.

Bei dem jetzt geplanten Krisentreffen solle unter anderem ausgelotet werden, ob die von Lucke einberufene Konferenz der Kreisvorsitzenden abgeblasen wird oder eine andere Tagesordnung bekommen könnte, hieß es weiter. Unklar sei noch, wer an der geplanten Streitschlichtung teilnehmen solle. Das gelte unter anderem für den Parteivize Hans-Olaf Henkel. Henkel hat Parteichef Adam zum Rücktritt aufgefordert und ihm Niedertracht sowie Destruktivität unterstellt. Zuvor hatte Adam per Mail Lucke eigenmächtiges Verhalten vorgeworfen.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

05.01.2015, 13:31 Uhr

In der AfD werden aktuell typische Positionierungen einer noch jungen Organisationsstruktur diskutiert, es gibt sowohl für Luckes als auch für Gaulands Position gute Gründe.

Auf dem Parteitag werden die Mitglieder entscheiden, ganz basisdemokratisch.

Alles andere, insb. die Maximierung einer anstehenden Entscheidung einer Sachfrage zur "Krise", "Schlamschlacht" und sonstigen Begriffen aus den Federn der Sensations(leit)medien ist nichts anderes als ein weiterer Versuch eine wirkliche politische Opposition in Deutschland zu verhindern bzw. zu vernichten.

Leider sind viele Medien nicht mehr in erster Linie neutral, sondern vertreten insb. Partikularinteressen. Das wurde im Rahmen der EUR- und auch der Ukraine-Krise mehr als deutlich für alle die noch wachen Auges durch die Welt gehen.

Frau Frauke Müller

05.01.2015, 14:16 Uhr

Noch besser wäre es, wenn das die Mitglieder direkt, d.h. nicht via Parteitag entscheiden würden.

Die Partei will basisdemokratisch sein. Daher müssten ALLE Mitglieder per Befragung entscheiden können wohin die Reise geht.

Frau Frauke Müller

05.01.2015, 14:27 Uhr

Klar. Insbesondere die Öffentlich-Unrechtlichen Sender sind Büttel der Systemparteien und durchsetzt von rot-grünen Qualitätsjournalisten.

Die tun alles um die AfD zu diffamieren und die Futtertröge für die Systempartien frei zu halten.

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