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09.08.2012

14:53 Uhr

Kristina Schröder

Die gescheiterte Familienministerin

VonDietmar Neuerer

Kristina Schröder gerät zur tragischen Figur im Kabinett Merkel. Was die Ministerin anfasst, zerrinnt ihr unter den Händen. Auch ihr Projekt einer Flexi-Frauenquote kommt nicht mehr. Eine Steilvorlage für die Opposition.

Ministerin auf Abruf? Kristina Schröder (CDU) auf der Regierungsbank im Bundestag in Berlin. dapd

Ministerin auf Abruf? Kristina Schröder (CDU) auf der Regierungsbank im Bundestag in Berlin.

DüsseldorfStünde in diesen Tagen eine Kabinettsumbildung an, dann würde Bundeskanzlerin Angela Merkel möglicherweise Kristina Schröder (beide CDU) über die Klinge springen lassen. Die Familienministerin gilt schon lange als Nullnummer. Die „Bild“-Zeitung brachte ihre Bilanz unlängst auf den Punkt: „Kein Mut! Keine Ideen! Kein Erfolg! Nix ist öder als die Politik von Frau Schröder“.

Dass die CDU-Politikerin jetzt eines ihrer zentralen Projekte, die umstrittene Flexi-Quote für Frauen in Führungspositionen, für diese Legislaturperiode begräbt, zeigt einmal mehr ihre Schwierigkeiten, sich im Berliner Politikbetrieb durchzusetzen. Denn die Quote ist nur eines von vielen Vorhaben, die der Ministerin unter ihren Händen zerrinnen.

Die einstige Hoffnungsträgerin der Hessen-CDU, die nur ins Kabinett stolperte, weil Ex-Ministerpräsident Roland Koch sich massiv für sie einsetzte, wurschtelt seit Amtsantritt glücklos herum. Ob Betreuungsgeld, Frauenquote oder Kitaplätze – Schröder kommt nirgendwo voran. Und in der „Spiegel“-Liste der 20 wichtigsten Politiker kommt die Christdemokratin seit Januar schon gar nicht mehr vor. Vor allem Frauen sind enttäuscht von der Ministerin.

Porträt: Kristina Schröder, die Unbeliebte

Porträt

Kristina Schröder, die Unbeliebte

Die jüngste Ministerin im Bundeskabinett hat es schwer: Egal ob Betreuungsgeld oder Frauenquote, Kristina Schröder erntet viel Spott und Kritik. Auch die Auftritte rund um ihr Buch machten sie nicht gerade beliebter.

Aber auch innerparteilich bröckelt der Rückhalt. „Bild“ zitierte vor kurzem einen Spitzenpolitiker aus der Union mit den Worten: „Im Kabinett ist Frau Schröder alles andere als ein Aktivposten.“ Aber genau das braucht Merkel, wenn sie gegen die SPD punkten will. Daher wäre es kein großer Verlust, wenn sie besser heute als morgen auf Schröder verzichten würde.

Darauf hofft auch die Opposition. „Schröder konnte es nicht, kann es nicht und wird es nicht können: Das Ministerinnenamt ist gleich mehrere Nummern zu groß für Sie“, sagte die Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Ziegler, Handelsblatt Online. Die zentralen Baustellen blieben unter der CDU-Politikerin unbearbeitet: „Gleiche Entlohnung für Frauen? Fehlanzeige! Krippengipfel und Sicherung des Kitaausbaus? Ebenfalls Fehlanzeige! Weiterentwicklung des Kinderzuschlags und des Elterngelds? Beide Projekte hat Schwarz-Gelb, ohne Widerstand von Schröder, schon vor Monaten an den Nagel gehängt“, sagte die SPD-Politikerin.

Kommentare (28)

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wsd

09.08.2012, 15:15 Uhr

nix da. die frau ist ok. wenn man das buch liest, zeigen sich klare ansichten. das problem ist, dass sie jung ist und von den älteren nicht für voll genommen wird.

das nennt man power mobbing. beim lindner scheint das auch der fall gewesen sein.

Account gelöscht!

09.08.2012, 15:22 Uhr

Sehe ich leider nicht so. Alles was diese Diplom-Soziologin anlangt ist zum scheitern verurteilt. Blödste Idee - die "daheimbleib Finanzierung für besserverdienende Eltern" .

Eigentlich könnte jede Dumpfbacke diesen Job machen, sieht man ja.

Account gelöscht!

09.08.2012, 15:22 Uhr

Quotenpolitik diskriminiert alle Leistungswilligen ohne Ansehen des Geschlechts. Sie verstößt nicht nur gegen ein tragendes Prinzip der Leistungsgesellschaft, sondern unterminiert Arbeit als wesentliche Quelle des Selbstbewusstseins.

Zweitens beeinflusst sie die Art und Weise, wie Männer und Frauen sich im Alltagsleben gegenseitig wahrnehmen und ihre Beziehungen gestalten. Quotenfrauen verzeichnen zwar vordergründig einen Statusgewinn, aber hintergründig sind sie ihren eigenen Gefühlen der Beschämung und am Arbeitsplatz klammheimlicher Reserviertheit der anderen ausgesetzt.

Sie wissen, dass sie mit fremder Hilfe das Leistungsprinzip umgangen haben. Sie fühlen sich nicht nur beschämt gegenüber anerkannten Leistungsträgern, sondern gerade auch gegenüber der Mehrheit von Frauen, die den leistungsorientierten Weg gehen.

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