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24.11.2014

15:42 Uhr

Kritik am Breitbandausbau

Koalitionspolitiker fordern Milliarden

Unruhe beim Großprojekt: Zahlreiche Koalitionspolitiker fordern mehr Geld für den geplanten Breitbandausbau der Bundesregierung.- Mit dem bisher bewilligten Budget sei das Projekt nicht finanzieren.

In der Kritik: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU): dpa

In der Kritik: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU):

BerlinPolitiker von Union und SPD fordern einen deutlichen Anteil aus dem Milliarden-Investitionsprogramm der Regierung für den Ausbau eines hochleistungsfähigen Internets. „Richtig wäre es, einen erheblichen Teil der zehn Milliarden Euro in den Breitbandausbau zu stecken“, sagte der netzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Lars Klingbeil, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Dies wären wirklich nachhaltige Investitionen für die nächsten zehn bis 20 Jahre.“ Der für den Netzausbau zuständige Verkehrsminister Alexander Dobrindt müsse sich in den Verhandlungen dafür einsetzen.

Der internetpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Thomas Jarzombek, sagte Reuters, aus seiner Sicht müsse von den zehn Milliarden Euro mindestens eine Milliarde für den Breitbandausbau verwendet werden. „Das würde uns deutlich voranbringen“, unterstrich der CDU-Politiker.

Sein SPD-Kollege Klingbeil sagte, das Geld aus der für kommendes Jahr angekündigten Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur werde nicht reichen, um wie von der großen Koalition geplant bis zum Jahr 2018 alle Haushalte mit einem Internet mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde zu versorgen. Insgesamt müssten in dieser Wahlperiode bis Ende 2017 vier Milliarden Euro an öffentlichen Geldern zur Verfügung stehen.

Vergabe von Mobilfunk-Frequenzen: Bundesnetzagentur fordert Einigung bei Breitbandausbau

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Die Bundesnetzagentur will im zweiten Quartal 2015 Mobilfunk-Frequenzen versteigern. Die Vergabe erfordert jedoch einen Konsens zwischen Bund und Ländern. Die Behörden mahnen: Deutschland hat keine Zeit zu verlieren.

Auch der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Sören Bartol sagte, die Einnahmen aus der Auktion könnten „nur ein erster Schritt sein“. „Neben den Ersteigerungserlösen brauchen wir für den Breitbandausbau zusätzliche Mittel aus Steuergeldern“, sagte er zu Reuters. Zudem könne mit einem Bürgerfonds Geld von privaten Anlegern eingesammelt werden.

Aus einem Entwurf der Netzagentur geht hervor, dass die Mindestgebote für die Frequenzen sich auf 1,4 Milliarden Euro summieren. Jarzombek wie auch das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur gehen davon aus, dass die Erlöse am Ende darüber liegen werden. Andere Experten bezweifeln dies jedoch.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Fred Meisenkaiser

24.11.2014, 16:09 Uhr

Ein wichtiger Schritt wäre die Abkehr von der LTE-Förderung. Rein aus technischen Gründen (Datenvolumen) wird Funk niemals ein Festnetzersatz sein. Sogesehen macht die Förderung von LTE keinen Sinn, da dies ohnehin gewinnträchtig für die Konzerne ist. Anders sieht das beim Festnetz aus. Idealerweise wäre dies in staatlicher Hand und allen Anbietern gleichermaßen zugänglich.

Account gelöscht!

24.11.2014, 19:17 Uhr

Beginnt der Staat, sich um etwas zu kümmern, kann davon ausgegangen werden, daß es überteuert, funktionsuntauglich und überflüssig ist - abgesehen davon, daß es niemals fertig gestellt wird.

Also verpflichte man per Gesetz - das ist alles, was Staat kann und bestenfalls soll - die Betreiber von Netzen pp verpflichtet bundesweit gleichwertige Übertragung zu garantieren.

Das wäre alles.
Übermorgen steht alles, funktioniert alles und kostet dazu nichts - nur den tatsächlichen Nutzer.

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