Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2010

10:37 Uhr

Kritik am Führungsstil

CDU-Landespolitiker greifen Merkel an

Angela Merkel kommt nicht zur Ruhe: Nach den zahlreichen Kabinettsquerelen wächst nun auch die Kritik in den CDU-Landesverbänden am Führungsstil der Parteichefin und Kanzlerin. In einem Gastbeitrag greifen vier führende CDU-Landespolitiker den ausgleichenden Politikstil der Kanzlerin scharf an. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger erwartet von Merkel mehr Führungsstärke.

Muss sich gegen Kritik aus den eigenen Reihen wehren: Kanzerlin Angela Merkel. dpa

Muss sich gegen Kritik aus den eigenen Reihen wehren: Kanzerlin Angela Merkel.

HB BERLIN. Der Wahlsieg von Union und FDP sei nicht das Ergebnis einer überzeugenden Wahlkampfstrategie gewesen. „Vielmehr hatte die Union schlichtweg Glück“, erklären vier führende CDU-Politiker aus Hessen, Sachsen, Thüringen und Brandenburg in einem gemeinsamen Gastbeitrag der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Sie werfen der Kanzlerin einen zu „präsidialen Stil“ und zu wenig parteipolitisches Profil vor.

Merkel sei im Wahlkampf nicht als Parteivorsitzende, sondern als Regierungschefin aufgetreten. „Die Bundeskanzlerin ist im Wahlkampf nicht als Spitzenkandidatin der Union, sondern als Kanzlerin der großen Koalition aufgetreten. Der präsidiale Stil der Kanzlerin brachte ihr zwar hohe Popularitätswerte, aber wenig parteipolitische Identifikation“, heißt es laut Vorabbericht in dem Gastbeitrag. Autoren sind die Vorsitzenden der CDU-Fraktionen in den Landtagen von Hessen, Sachsen und Thüringen, Christean Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring sowie die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im brandenburgischen Landtag, Saskia Ludwig.

Angesichts des Fehlstarts der schwarz-gelben Koalition und der sinkenden Popularitätswerte für Merkel sorgt das Papier der Landespolitiker für zusätzlichen Zündstoff in der Union. Der CDU-Bundesvorstand will auf seiner Klausurtagung am Donnerstag und Freitag auch über den Ausgang der Bundestagswahl und die Wahlkampfstrategie diskutieren. Zur Sprache kommen dürften aber auch das schlechte öffentliche Erscheinungsbild nach gut zehn Wochen schwarz-gelber Koalition. In der CDU wird inzwischen auf ein klärendes Wort der Parteivorsitzenden und Kanzlerin gewartet.

Der Beitrag stammt von den Vorsitzenden der CDU-Fraktionen in den Landtagen von Hessen, Sachsen und Thüringen, Christean Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring sowie von der Vize-Vorsitzenden der CDU-Fraktion im brandenburgischen Landtag, Saskia Ludwig.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

no.7

09.01.2010, 12:48 Uhr

So, nun hat der präsidiale Stil von Merkel bereits nach zehn Wochen Schiffbruch erlitten. Wie hätte es auch anders sein können bei einer derartig verpfuschten Koalition, die sich hier selbst in die tasche lügt, sie sei die "Traumkoalition". in wahrheit ist diese regierung ein völliges desaster von anfang an, weil merkel sich von der FDP den koalitionsvetrag diktieren ließ. Nun müssen sie es sich selber eingestehen, daß der eingeschlagene Kurs der Klientelpolitik völlig untauglich ist und im bankrott enden wird. Das war aber vor der wahl bereits klar. Da besaß man die dreistigkeit, den Leuten vorzulügen, es könne weitergemacht werden wie vor. Tja, was nun, angie ? Die schönen Tage mit Spendierhosen-Politik, die sind ja nun vorbei. Nun wird alles immer schwieriger, und angela merkel scheint überhaupt nicht in der Lage zu sein, führung zu übernehmen, auch deshalb, weil sie selber konsterniert ist und überhaupt nicht weiß, wo es langgehen soll. Jetzt sind eben andere Fähigkeiten gefragt als Schecks für die klientel auszustellen, liebe Angela. Mit spendierhosen is nix mehr. Lügen haben eben immer noch kurze beine. Mal sehen ob sie es jetzt eigestehen, daß der materielle wohlstand in deutschland sinken wird. Das schwargelb-Kartenhaus ist jedenfalls beim ersten Lüftchen in sich zusammengesackt. Recht so ! bei soviel Dreistigkeit muß es auf die Mütze geben !

Tom

09.01.2010, 12:50 Uhr

sehr richtig ! frau merkel sollte sich wieder auf themen der bürgerliche mitte konzentrieren. grüne und sozialpolitik übernehmen andere parteien.was deutschland braucht , ist eindeutige und wirtschaftliche planungssicherheit. eine zuverlässige, vom ausland unabhängige energieversorgung, die die nachfrage decken kann lässt sich in deutschland nur mit hilfe der kernenergie realisieren !!! deutsche soldaten sollten die landesvertidigung und die innere sicherheit übernehmen, nicht als angriffsfläche links/grünradikaler politiker dienen.

Kolumbus

09.01.2010, 13:20 Uhr

bundeskanzlerin Merkel sollte ihre Zurückhaltung aufgeben. Sie muss die Koalition inhaltlich anführen. Sie als Kanzlerin bestimmt die Richtlinien der Politik der Regierung - nicht Westerwelle und auch nicht Guttenberg.
Als Kanzlerin muss sie intern die Zielvorgaben machen und alle auf diese intern festgelegten Zielvorgaben verpflichten.
Der bisher von ihr gepflegte präsidiale Stil funktionierte mit einem diplomatisch-staatsmännisch agierenden Müntefering oder Steinbrück, nicht aber mit einem profilneurotischen Westerwelle.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×