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03.08.2012

11:05 Uhr

Kritik am Umweltminister

Altmaier macht den Röttgen

VonThomas Sigmund, Klaus Stratmann

Peter Altmaier strotzt vor Kraft und lässt keine Gelegenheit der medialen Inszenierung aus. Doch hinter den Kulissen wächst die Zahl der Kritiker. Nicht zuletzt, weil sie in ihm inzwischen einen zweiten Röttgen sehen.

Röttgen geht - Altmaier kommt

Video: Röttgen geht - Altmaier kommt

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BerlinAls Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende Mai Peter Altmaier (CDU) in das Amt des Bundesumweltministers berief, keimten Hoffnungen auf eine bessere Zukunft auf. Die Energiewende sei eine Gemeinschaftsaufgabe, „der sich Peter Altmaier mit voller Kraft widmen wird“, sagte Merkel bei dessen Amtsantritt.

Vor allem die Wirtschaft war zuversichtlich, der Saarländer werde im Gegensatz zu einem Vorgänger Norbert Röttgen mehr Verständnis für ihre Belange aufbringen. Eng mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zusammenarbeiten.

Gut zwei Monate ist Altmaier nun im Amt, widmet sich mit aller Kraft seiner neuen Aufgabe. Doch schon nach so kurzer Zeit schwindet der Optimismus bei vielen Beteiligten und es macht sich Ernüchterung breit. Gestern platzte CSU-Mann Ramsauer der Kragen, als er Altmaier vorwarf, „eine Energiepolizei einführen“ zu wollen.

Um Wohnungen und Häuser auf vorschriftsmäßige Dämmung zu überprüfen, solle den Behörden ein Recht auf Betreten eingeräumt werden. „Das ist mit mir nie im Leben zu machen“, polterte der Bayer. Um die neue Energieeinsparverordnung voranzubringen, habe er daher einen Gesprächstermin mit seinem Kabinettskollegen Altmaier vereinbart. Es gebe „erheblichen Gesprächsbedarf“, sagte Ramsauer.

Ginge es nur um die Gebäudesanierung, könnte man die Rangelei bei dem Mammutprojekt der Bundesregierung als Nichtigkeit abtun. Doch der Unmut wächst nicht nur bei Ramsauer. Altmaier nähere sich dem Stil seines Vorgängers Röttgen an, sagte ein Spitzenvertreter eines Wirtschaftsverbandes. Röttgen hatte Teile der Wirtschaft gegen sich aufgebraucht, weil er sich kompromisslos der Ökologie verschrieben hatte.

Nach außen verkaufe Altmaier sich besser als Röttgen, indem er sich pragmatisch und wirtschaftsfreundlich gebe. In Wahrheit habe er aber längst die Positionen seiner Beamten eingenommen, heißt es in der Wirtschaft. Denen wird ein besonders strenger Korpsgeist mit entschieden grüner Einfärbung nachgesagt.

Im Haus von Wirtschaftsminister Rösler steigt ebenfalls die Skepsis, angesichts des medialen Tempos, das Altmaier vorlegt. „Kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht ein Programm ankündigt oder einen Gipfel einberuft“, klagte ein Spitzenbeamter.

Kommentare (9)

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Vicario

03.08.2012, 12:18 Uhr

Was ist das den für eine Analyse : Altmaier ähnelt dem Röttgen...? Altmaier sitzt doch noch fester auf dem Schoß " seiner Kanzlerin" als Röttgen. Den hat die Ökofetischistin Mutti doch aus dem Hut gezaubert, um die verbliebene Amtszeit bequem abzuhocken und abzulenken !
Die macht es schon klever, die FDJ-Aktivistin, die eine Ossiausbildung und eine Patexklebeerfahrung vom Kohl hinter sich hat ! Eine schlimmere Mischung gibt es für unser Volk nicht mehr !!! Diese Tante ruiniert unsere Währung mit den EU-Schmarotzern, ruiniert unsere Wirtschaft mit ihrer Energiewende und stürzt uns alle in die Armut !!! Dieser Haufen ( Koalition & Opposition ) muß endlich weg ! Wir solltren nächstes Jahr die Wahlen ignorieren !

Gast

03.08.2012, 12:34 Uhr

Es ist nicht verwunderlich, dass einflussreiche Lobbyisten Altmaier zu einem Kurswechsel drängen wollen. Die Energiewende wird für die 4 Großen zum Desaster. Der Zubau an PV und Wind erreicht neue Rekordwerte und wird trotz gesenkter EEG-Vergütungen weiter gehen. Der Eigenverbrauch ist inzwischen wirtschaftlicher als die Einspeisung. In einigen Jahren werden Grundlastkraftwerke nur noch im Winter laufen. 2030/40 kann der Ausstieg aus der Kohle vollzogen sein bei 200GW installierter PV-Leistung. Das alles ist erreichber, ohne dass langfristig der Endverbraucherpreis der kWh mehr als 27Cent betragen müsste, eher weniger.

Account gelöscht!

03.08.2012, 12:47 Uhr

Altmaier ist doch nichts weiter als ein kleiner Möchtegern.
Wenn der immer durch die Talk-Shows tingelte und dann immer sagte "Meine Kanzlerin", das war schon immer der Höhepunkt. Klang immer so wie "mein Führer"
Ja, ja, die Vasallen und Stiefellecker schent es wohl tatsächlich immer zu geben.
Altmaier ist der größte Stiefelleckr von Merkel.
Nur Ahnung hat er von nichts.
So ein Amt gehört mit einem Fachmann besetzt und nciht mit Dilettanten

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