Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.10.2012

07:44 Uhr

Kritik an Axa-Rabatt

CDU gibt politische Unabhängigkeit auf

Die Opposition will den Rabatt-Deal zwischen der Union und dem privaten Krankenversicherer Axa nicht akzeptieren. Die CDU gebe damit ihre politische Unabhängigkeit auf und müsse den Vertrag beenden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Karl Lauterbach. dpa

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Karl Lauterbach.

HamburgDer Rabattvertrag zwischen der CDU und der privaten Krankenversicherung Axa stößt bei der Opposition im Bundestag auf Kritik. Die Vereinbarung bringt CDU-Mitgliedern einen Preisnachlass. „Solch ein Gruppenvertrag ist völlig inakzeptabel“, sagte der gesundheitspolitische SPD-Sprecher Karl Lauterbach „Spiegel Online“. Die Union gebe für ein paar Prozent Rabatt ihre politische Unabhängigkeit auf. Man müsse sich nicht wundern, wenn die CDU „beim Thema Zwei-Klassen-Medizin auf der Seite der Versicherer und nicht der Bürger“ sei, kritisierte Lauterbach. Die Partei solle den Gruppenvertrag beenden.

CDU-Parteimitglieder bekommen fünf Prozent Rabatt, wenn sie sich bei der AXA privat versichern, wie aus der Parteizentrale am Sonntag bestätigt wurde. Demnach besteht der Vertrag mit der Axa seit 1999. „Die CDU selbst genießt hiervon keine Vorteile, sondern alleine die Versicherten profitieren von den Konditionen. Daher handelt es sich auch nicht um Sponsoring oder Parteienfinanzierung“, hieß es. Im Januar 2012 hätten 243 CDU-Mitglieder solche Verträge gehabt.

Die Grünen wollen den Fall zum Anlass nehmen, die geltenden Sponsoring-Regeln auf den Prüfstein zu stellen. „Der Fall beweist: Die Regeln für das Sponsoring von Parteien müssen geschärft werden“, sagte Fraktionschefin Renate Künast „Spiegel Online“.

Von

dpa

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Sturm_im_Wasserglas

29.10.2012, 08:29 Uhr

Solche Rabatte sind doch überhaupt nicht ungewöhnlich, die gibt es auch für Gewerkschaftsmitglieder, ADAC-Mitglieder, Mitarbeiter bestimmter Unternehmen, Lehrer, und so weiter. Wieso sollte die CDU für ihre Mitglieder nicht auch einen Rabatt aushandeln? Bin übrigens kein CDU-Mitglied, habe sie bisher noch nie gewählt und werde es in Zukunft nie tun, allerdings aus ganz anderen Gründen.

kfvk

29.10.2012, 08:37 Uhr

Als Wähler einer anderen Partei sollte man einfach -- soweit vorhanden -- seine Versicherungsverträge mit der AXA und ihren Beteiligungen (http://www.axa.de/servlet/PB/menu/1077255/index.html#beteiligung) kündigen. Das nahende Jahresende ist gut dafür geeignet und einen günstigeren Anbieter findet man im Internet sicher auch und kann sich so den Preisvorteil auch verschaffen, ohne CDU Mitglied werden zu müssen.

Stula

29.10.2012, 08:44 Uhr

Nun soll die "institutionalisierte Empörung" wieder beginnen, die Themen und Anlässe werden immer lächerlicher. So ein Gehabe, dem sich viele Medien nur zu schnell anschließen, ist mir zuwider.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×