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14.01.2013

12:50 Uhr

Kritik an Grünen-Politikerin

Wirbel um Anti-Wowereit-Rede

VonDietmar Neuerer

Die Berliner Grünen-Fraktionschefin Pop ist Initiatorin des Misstrauensantrags gegen Wowereit. Nun steht der Vorwurf im Raum, sie hätte ihre Rede dazu geklaut. Pop widerspricht, doch der Shitstorm weht schon kräftig.

Unter Beschuss: Ramona Pop, Grünen-Fraktionsvorsitzende, bei der Sondersitzung des Berliner Abgeordnetenhauses zur Einbringung des Misstrauensantrages gegen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. dpa

Unter Beschuss: Ramona Pop, Grünen-Fraktionsvorsitzende, bei der Sondersitzung des Berliner Abgeordnetenhauses zur Einbringung des Misstrauensantrages gegen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit.

BerlinMit viel Tamtam wollten die Berliner Grünen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit wegen des Debakels um den neuen Hauptstadtflughafen (BER) aus dem Amt jagen. Dazu war vergangenen Donnerstag eigens eine Sondersitzung des Abgeordnetenhauses anberaumt worden, um einen Misstrauensantrag gegen den SPD-Regierungschef einzubringen. Gestützt wurde der Antrag von Linken und Piraten, abgestimmt wurde darüber am Samstag. Mit bekanntem Ausgang: Die Koalitionsfraktionen schmetterten von SPD und CDU schmetterten den Antrag ab.

Damit hätte man diese Episode in dem Endlosdrama um den Berliner Airport auch zu den Akten legen können. Doch nun steht plötzlich der Vorwurf im Raum, die Fraktionschefin der Grünen, Ramona Pop, habe ihre Begründungsrede für den Misstrauensantrag in weiten Teilen von der CDU-Fraktionschefin im rheinland-pfälzischen Landtag, Julia Klöckner, abgeschrieben.

Ein gewisser Fabian Kuntz, der sich in seinem Twitter-Profil selbst als „vielseitig engagierten Südpfälzer“ bezeichnet (zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass er Mitglied im Kreisvorstand der CDU Herxheim-Hayna im Kreis Südliche Weinstraße bei Landau in der Pfalz ist), will herausgefunden haben, dass Pop sich großzügig bei Klöckner bedient hat. Konkret geht es um die Rede der CDU-Politikerin, mit der sie am 28. August 2012 im rheinland-pfälzischen Landtag einen Misstrauensantrag gegen Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) begründet hatte. Damals ging es um die Affäre um den Nürburgring. Monate später steht mit Wowereit erneut ein SPD-Politiker im Fokus einer Affäre, diesmal wegen des Pannenairports in Schönefeld. Die Grüne Pop hält die Rede.

Kuntz hat beide Ansprachen haarklein verglichen und kommt auf seiner Webseite zu dem Ergebnis: „Dreist ist dabei nur, dass die studierte Diplom-Politologin Pop wenig eigene Leistung zeigt. Viele Textpassagen sind schlichtweg aus Klöckners Rede geklaut.“ Eine parlamentarische Rede sei zwar keine Doktorarbeit, fügt er noch hinzu. „Aber es gehört sicher nicht zum politischen Stil, besonders bei einem derart wichtigen Auftritt, bei anderen abzuschreiben. Das ist nichts anderes als ein Plagiat.“

Tatsächlich ist die Ähnlichkeit der beiden Reden teilweise frappierend, wie folgende Beispiele zeigen:

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

14.01.2013, 13:19 Uhr

Alles halb so wild. Ich fand den Wahlkampf der Grünen mit Künast als Postergirl fragwürdig, aber diese Ausdrücke sind die üblichen Versatzstücke der Gegenrede, wie sie jeder aufmerksame Leser seit Jahren von Politikern kennt. Die hat Pop auch schon vor Klöckner gebraucht. Derjenige, der den Vorwurf erhoben hat, liest (verständlicherweise) keine politischen Erklärungen.

Das ist keinen Scheiss-Sturm wert (auf Amerikanisch klingt dieses Wort übrigens auch nicht besser). Die Verarmung und Fäkalisierung der Sprachgewohnheiten schon eher. Spricht einer wie Steinbrück mal schön bildlich von der Kavallerie, ist es auch nicht recht. Also, diese Korinthenkacker nerven ein bisschen (mit dem Nebensatz, dass das Kanzlergehalt niedrig ist, hatte Steinbrück durchaus Recht. Was ich ihm und den Stadtwerken Bochum nicht verzeihe, ist die Kohle, die in einer kaputten Ruhrgebietsstadt bitteschön an die von Nokia und Opel geplagten Arbeiter gehen sollte.

Account gelöscht!

14.01.2013, 13:25 Uhr

Ich danke Kah 7 für diese schönen Zitate, von denen ich nicht weiß, ob sie alle echt sind. Ich bin als Mensch, der sich in vielen Nationen der Erde aufgehalten hat und lange einen englischen Pass hatte, mit dieser Sicht der Dinge absolut einverstanden. So toll sind wir Deutschen nicht.
Aber man sollte keinen Selbsthass kultivieren. Es gibt auch nette Deutsche. Alle sind Menschen, und wo jemand geboren ist, ist sowieso reiner Zufall - kein Verdienst.
Nur Kah7 ist vermutlich von Gott über dem braunen Sumpf abgeworfen worden, um uns vor den bösen Grünen zu retten.


matze

14.01.2013, 14:15 Uhr

@ mein meinung:
beide reden sind eine sammlung von trivialen gemeinplätzen!!!! obse nun nen schnittmenge haben oder nich!

guter stil is es nich!

ABER wir haben einen skandale - alle reden und profilieren sich medial - nur konsequenzen werden werden welche gezogen?

JO, scho ne konsequenz: herr platzekke macht weider nu als vorturnern und nich beiturner und verpfändet seine politische zukunft - aber nich schrieftlich!!!

mei, mei und mei: war ich froh über den artikel von herrn speer in der süddeutschen! da is mal was "elementares" zum thema aufgeschrieben worden!!!

super tag für alle hier!

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