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03.03.2011

16:56 Uhr

Kritik an Islam-Äußerung

Neuer Innenminister vergeigt Amtsantritt

Der Amtsantritt des neuen Innenministers Friedrich steht unter keinem guten Stern: Der Anschlag in Frankfurt trübt seinen Einstand - und die Muslime werfen ihm wegen seiner Islam-Kritik Realitätsverlust vor.

Friedrich in Berlin: Vergeigter Amtsantritt. Quelle: Reuters

Friedrich in Berlin: Vergeigter Amtsantritt.

Düsseldorf/BerlinDer neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat der Aussage von Bundespräsident Christian Wulff widersprochen, wonach der Islam zu Deutschland gehört. Kurz nach seinem Amtsantritt sagte Friedrich am Donnerstag in Berlin: „Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt.“ Der CSU-Politiker betonte, Menschen islamischen Glaubens, die in der Bundesrepublik lebten, gehörten aber als Bürger natürlich zu diesem Land.

Die Grünen kritisierten die Äußerungen scharf. „Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich aus der Realität ergibt“, sagte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck Handelsblatt Online. Friedrich verlasse „den Weg des Dialogs mit dem Islam und reißt bereits am ersten Tag bestehende Brücken ein. Es wird deutlich: die Bundesregierung rückt mit der Besetzung des Innenministers nach rechts.“

Auch die Muslime in Deutschland reagierten gereizt. “Europa hat eine ganze Reihe von eindeutigen historischen Bezügen zum Islam und der islamischen Welt. Niemand kann das ernsthaft leugnen", sagte Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland, den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe. Muslime hierzulande seien zudem eine nicht mehr wegzudenkende gesellschaftliche Gruppe. "Deswegen ist die Aussage des Bundespräsidenten mehr als richtig", betonte Mazyek. Man könne zwar weiterhin das Gegenteil behaupten, dennoch werde die Aussage dadurch "nicht irgendwann richtig, sondern bleibt ein Stück Realitätsverweigerung, die auch in Bayern in weiten Teilen nicht mehr en vogue sein dürfte".

Harte Worte für die Äußerungen des frisch gebackenen Bundesinnenministers fand auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit: Dieser erklärte, Friedrich „sollte erst einmal in seinem Amt ankommen, sich einarbeiten, die politische Realität in Deutschland
anerkennen und sich dann äußern“. Wenn er an seinem ersten Amtstag gleich versuche, „die Gesellschaft mit Parolen zu spalten, wird er es schwer haben als Innenminister“. Den Islam auszugrenzen, führe zur Verunsicherung bei den in Deutschland lebenden Muslimen. „Er befördert so unnötig Ressentiments. Ich kann nur hoffen, dass er sich in seinem Amt weiterentwickelt“, sagte Wowereit.

Friedrich dagegen machte klar, dass er zu seiner im Herbst als Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag geäußerten Auffassung stehe. Damals hatte er zu Wulffs Rede am "Tag der Einheit" gesagt, Leitkultur in Deutschland sei die christlich-jüdisch-abendländische Kultur. „Sie ist nicht die islamische und wird es auch nicht in Zukunft sein.“

Wulff hatte mit seiner Rede eine wochenlange Debatte ausgelöst. Das Staatsoberhaupt hatte gesagt, Christentum und Judentum gehörten zweifelsfrei zu Deutschland, und der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland.

Friedrich kündigte an, als zuständiger Minister wolle er der Islamkonferenz einen hohen Stellenwert beimessen. Es gehe darum, die unterschiedlichen Potenziale einer Gesellschaft zu nutzen. Dazu gehöre, „dass man Dinge zusammenführt und nicht auseinandertreibt und nicht polarisiert“.

Die Deutsche Islamkonferenz ist eine Plattform für den Dialog zwischen dem Staat und Vertretern der rund vier Millionen Muslime in Deutschland. Sie war 2006 vom damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble ins Leben gerufen worden.

Kommentare (40)

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Krise

03.03.2011, 16:32 Uhr

Warum wird dieser Mann kritisiert???
Der Islam gehört zu Deuschland - LEIDER!!!
Es wäre schön gewesen, wenn Erdogan alle mitgenommen hätte, die sowieso keine Deutschen sein wollen, bzw. nicht zum Wohle Deutschlands handeln und leben wollen.

Es muss endlich jemand aussprechen was alle (min. 80%) denken.
Wer in dieses Land kommt, aber hier nichts tuen will, hat hier nicht wirklich etwas verloren! Unsere Sozialausgaben sind groß genug!
Und die einzige Verpflichtung die die Nachkriegsgeneration hat ist die, das von den Deutschen keine Menschenrechtsverbrechen mehr begangen werden!!! Das war es aber auch schon.

Mein Tipp: "Die Freiheit" unterstützen!!!


Account gelöscht!

03.03.2011, 16:42 Uhr

Von wegen verpatzt! Ein Einstand nach Maß! Der Mann hat Ei..!

DonSarkasmo

03.03.2011, 17:14 Uhr

Welcher Schwachkopf redet hier von verpatzt !!! Endlich das einzig Wahre. Wer in dieser Republik noch Rot oder Grün wählt, der muß lebensmüde sein.

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