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26.02.2011

15:31 Uhr

Kritik an Merkel

Erdogan bemängelt deutsche Türkei-Politik

Der türkische Premierminister kritisiert die Politik von Bundeskanzlerin Merkel in Bezug auf den EU-Beitritt der Türkei. Und auch bei der Integration von Türken in Deutschland seien Korrekturen erforderlich, so Erdogan.

Recep Tayyip Erdogan: Der türkische Premier ist mit der Türkei-Politik von Bundeskanzlerin Merkel nicht einverstanden. Quelle: dapd

Recep Tayyip Erdogan: Der türkische Premier ist mit der Türkei-Politik von Bundeskanzlerin Merkel nicht einverstanden.

Düsseldorf/Berlin/AnkaraDer türkische Ministerpräsident Tayyib Erdogan hat erneut die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu dem von seinem Land angestrebten EU-Beitritt kritisiert. „Die Erwartung der türkischen Bevölkerung ist, dass Deutschland wie schon unter früheren CDU-Regierungen innerhalb der EU eine Vorreiterrolle bei den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei einnimmt“, sagte Erdogan der „Rheinischen Post“ Er bemängelte auch die deutsche Integrationspolitik.

Am Sonntag will Erdogan im Düsseldorfer ISS Dome vor tausenden türkischen und türkischstämmigen Bürgern auftreten. Vor drei Jahren hatte der türkische Regierungschef mit einer Rede in Köln Empörung ausgelöst. Die Polizei bereitet sich auf Proteste vor.

Am Montag eröffnet Erdogan dann in Hannover zusammen mit Merkel die Computermesse CeBIT, bei der die Türkei das Partnerland ist. Zuvor trifft er in der niedersächsischen Landeshauptstadt mit dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zusammen.

Erdogan wandte sich erneut gegen den von der CDU/CSU propagierten Plan einer „Privilegierten Partnerschaft“ von EU und Türkei. Die Beitrittsverhandlungen würden mit dem Ziel der vollwertigen Partnerschaft geführt. Von „Privilegierter Partnerschaft“ werde von Zeit zu Zeit auch in Ländern außerhalb Deutschlands gesprochen, sagte Erdogan. „Aber ich verstehe das als eine Formulierung, die allein für den innenpolitischen Gebrauch gedacht ist.“ Nach seiner Ansicht werden die Beitrittsverhandlungen mit der EU „ausschließlich aus politischen Gründen verlangsamt“.

Altkanzler Schröder forderte Merkel zu Korrekturen in ihrer Türkei-Politik auf. „Das Gerede, der Türkei anstelle der EU-Mitgliedschaft eine substanzlose privilegierte Partnerschaft anzubieten, muss aufhören“, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Gerade Deutschland müsse sich zum Anwalt für die Mitgliedschaft der Türkei machen, auch aus Eigeninteresse. Schließlich sei Deutschland der mit Abstand größte Wirtschaftspartner des Landes. Merkel richte ihre Außenpolitik zu wenig strategisch aus und zu sehr nach innenpolitischen Gesichtspunkten.

Kommentare (10)

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Gast

26.02.2011, 17:24 Uhr

ist der Artikel weichgespült worden ? da klingt es anders

http://www.focus.de/politik/ausland/eu-beitritt-die-tuerkei-fuehlt-sich-diskriminiert_aid_603647.html

Gast

26.02.2011, 17:26 Uhr

ist der Artikel weichgespült worden ? da klingt er anders:
http://www.focus.de/politik/ausland/eu-beitritt-die-tuerkei-fuehlt-sich-diskriminiert_aid_603647.html

gerhard

26.02.2011, 18:02 Uhr

Erdogan kritisierte auch, bei der Integration der Türken in Deutschland würden von den deutschen Behörden die Ansichten, Erwartungen und Bedürfnisse der Türken als Zielgruppe nicht berücksichtigt.

(Explizit meint er aber wie schon früher)
: Eine Integrationspolitik, die darauf abziele, den Migranten ihre Sprache und Kultur abzuerkennen, sei ein Verstoß gegen internationales Recht.(Quelle, Fokus)

Diese Besuche von Erdogan sind eine Herausforderung an das Gastrecht, welches Deutschland den Türken bietet.
Kein Mensch will jemand etwas aberkennen. Aber ein Gast hat sich nun einmal an die Sprache und die Kultur
des Gastlandes "zu gewöhnen" und nicht umgekehrt.
Die oft perfekt fliessend Deutsch sprechenden Türken sind ein Gewinn dür unsere Nation und fühlen sich auch gut aufgehoben hier. Mit welchen Leuten - Erdogan - nun hier spricht, weiß man nicht so genau. Aber er kann letztere ruhig wieder nach Hause mitnehmen.

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