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04.10.2011

21:59 Uhr

Kritik an Merkel

„In der Wirtschaft wären Sie ihren Posten los“

Bei ihrem letzten Treffen mit der CDU-Basis vor dem Parteitag im Herbst muss die Kanzlerin heftige Kritik an ihrer Euro-Politik einstecken. Doch Merkel verteidigt den Rettungsfonds und warnt vor einem Schuldenschnitt.

Angela Merkel verteidigt in Magdeburg ihre Euro-Politik. dpa

Angela Merkel verteidigt in Magdeburg ihre Euro-Politik.

MagdeburgWer immer gedacht haben sollte, eine ostdeutsche Kanzlerin würde bei einem Auftritt in Magdeburg ein Heimspiel haben, sah sich getäuscht. Am Dienstagabend jedenfalls gerät die letzte der sechs CDU-Regionalkonferenzen zu einem wahren Scherbengericht der Basis mit der Politik der Vorsitzenden Angela Merkel. Egal ob es um den Euro-Kurs, den Schwenk in der Atomenergie oder den Umgang in der schwarz-gelben Koalition geht - fast jeder Redner geht die CDU-Vorsitzende hart an. „In der Wirtschaft nennt man das Missmanagement. Da würden Sie als Vorstand in kürzester Zeit nicht mehr tätig sein“, wütet ein Frager, der sich als CSU-Mitglied outet. „Ich bin in sehr, sehr großer Sorge um unsere Partei“, sekundiert eine Fragestellerin. „Ich bin entsetzt“, meint eine andere. Angela Merkel sitzt regungslos auf der Bühne und macht sich Notizen. 

„Das ist der Stil, in dem wir miteinander reden wollen“, dankt die CDU-Vorsitzende dann in ihrer Antwort auf die fast 20 Wortmeldungen - und setzt nach einer eher müden Einführungsrede nun zum vehementen Verteidigungslauf an. Das Lob klingt zunächst seltsam. Aber Merkel weiß, dass die Regionalkonferenzen gerade als Ventil für den Unmut wichtig sind, der sich wegen der immer neuen Entscheidungen etwa zur Schuldenkrise oder eben in der Energiepolitik in ihrer Partei entwickelt hat. Viele Redner bitten geradezu, die erschöpfte Basis mit immer neuen Entscheidungen zu verschonen. 

Jetzt muss Merkel kämpfen, damit kein Eindruck der Frustration, sondern ein kämpferischer zurück bleibt. Immerhin hat sie sich auch harte persönliche Vorwürfe anhören müssen. „Oben setzt sich eine Riege von fünf, sechs Leuten fest. Und dann wird der Bosbach fertiggemacht“, moniert ein Redner mit Blick auf den Streit zwischen Kanzleramtschef Ronald Pofalla und dem Abweichler Wolfgang Bosbach. Prompt erntet er Applaus. 

Sie habe sehr wohl „höchsten Respekt“ vor denen, die sich die Zustimmung zum Euro-Rettungsschirm EFSF nicht leicht gemacht hätten, betont Merkel. Denn auch die CDU-Vorsitzende muss wissen, wie sehr die vermeintlichen Pofalla-Worte wie „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“ als Zündstoff in einer Partei wirken, die sich zum einen bürgerliche Umgangsformen zugute hält - und in der zum anderen die große Mehrheit der Mitglieder ebenfalls Probleme hat, dem Euro-Rettungsschirm etwas Gutes abzugewinnen. Schon am Morgen hatte Merkel deshalb in aller Stille dafür gesorgt, dass sich ihr Kanzleramtschef am Dienstag öffentlich entschuldigt.

Kommentare (13)

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pendler

04.10.2011, 21:50 Uhr

Guten Tag Frau Merkel,

Was hat man Ihnen dort in ihr Drehbuch geschrieben?

Angela Merkel auf Bilderberg Treffen 2011 in St.Moritz

Die Deutsche Bundeskanzlerin beteiligt sich an Geheimdiplomatie. Fernab jeglicher Presse-)Öffentlichkeit nimmt Angela Merkel heute durch Quellen bestätigt an der Bilderberg Konferenz in St.Moritz teil.

Legt man dort auch fest, über was sie reden dürfen
oder dass man Parlamentarierer unter Druck setzt


boer640

04.10.2011, 22:32 Uhr

So siehts nämlich aus. Jeder vernünftige Chef hätte die achtkant rausgeschmissen. Vor allem, weil sie Geld verprasst, das ihr nicht gehört. Bei der UBS wär das ein Kündigungsgrund...

Account gelöscht!

04.10.2011, 22:35 Uhr

So siehts nämlich aus. Jeder vernünftige Chef hätte die achtkant rausgeschmissen. Vor allem, weil sie Geld verprasst, das ihr nicht gehört. Bei der UBS wär das ein Kündigungsgrund...

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