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10.01.2004

18:11 Uhr

Kritik an Regierungsplänen für Elite-Unis

Bulmahn: Keine Gebühren an Elite-Unis

Bildungsministerin Bulmahn hat Studiengebühren an den geplanten Elite-Universitäten abgelehnt. SPD-Bildungsexperte Glotz forderte mehr Freiheit für die Hochschulen.

HB BERLIN. Das Studium an den zehn geplanten Elite-Universitäten in Deutschland soll nach dem Willen von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) gebührenfrei sein. Ein Sprecher ihres Ministeriums bestätigte am Samstag einen entsprechenden Bericht der «Bild am Sonntag». «Auch dort muss gelten: Das Erststudium bleibt gebührenfrei», wird Bulmahn von dem Blatt zitiert.

Überdies sprach sich die Ministerin dafür aus, die Spitzenuniversitäten nicht zu ernennen. Sie müssten sich im Wettbewerb durchsetzen. Forschungsräte sollten auswerten, welche Unis die besten Leistungen brächten, sagte sie. Nach Angaben des Ministeriumssprechers wurde bereits im vergangenen Jahr der Wissenschaftsrat damit beauftragt, ein Ranking zu entwickeln. Danach sollen wissenschaftliche Leistungen beurteilt werden können, hieß es. Dieses solle bis zum Sommer vorgestellt werden.

Die Pläne Bulmahns stoßen auf Widerstand in ihrer eigenen Partei. SPD-Bildungsexperte Peter Glotz prophezeite im Nachrichtenmagazin «Focus»: «Mit diesem Programm wird keine von unseren Universitäten zu den besten der Welt zählen». Er forderte mehr Freiheit für die geplanten Spitzen-Hochschulen. Sie müssten «raus aus der Fachaufsicht der Ministerien und dem starren Beamtenrecht», sagte Glotz.

Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter hält Elite-Universitäten indes für nicht realisierbar. Die Diskussion darüber werde sich «sehr schnell totlaufen, weil schlicht das Geld dazu nicht da ist», sagte er dem Bremer «Kurier am Sonntag». Falter wies darauf hin, mit welchen finanziellen Größen in Amerika gearbeitet werde. Die Elite-Universität Harvard gebe für ihre Studenten rund sechs Mal so viel Geld aus wie es deutsche Hochschulen für ihre Studenten täten.

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