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22.02.2004

09:15 Uhr

Kritik an Vergabepraxis nach Maatwerk-Pleite

Hundt sieht PSAs vor dem Aus

Nach der Maatwerk-Pleite mehrt sich die Kritik an den Personal-Service-Agenturen. Arbeitgeberpräsident Hundt spricht von Wettbewerbsverzerrung durch die hoch subventionierten Vermittler.

HB BERLIN. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat mit Blick auf die Pleite des Arbeitsvermittlers Maatwerk das Konzept von Personal-Service-Agenturen (PSA) kritisiert. «Die derzeitige Konstruktion der PSA ist gescheitert», sagte Hundt der «Welt am Sonntag». Anstatt das Know-how erfahrener Zeitarbeitsunternehmen vor Ort zu nutzen, würden oftmals Unternehmen beauftragt, denen Erfahrung und Marktkenntnisse fehlten, kritisierte er. Der Vorschlag, gemeinnützige Träger wie die Caritas einzubeziehen, gehe daher «in die völlig falsche Richtung».

Die Bundesregierung müsse «die wettbewerbsverzerrende Konkurrenz der hoch subventionierten PSA gegenüber gewerblichen Zeitarbeitsunternehmen schnellstens beenden», forderte Hundt. Dazu müsse das Ausschreibungsverfahren abgeschafft werden. Ähnlich kritisch hatten sich zuvor auch Gewerkschaften, Opposition und Grüne geäußert.

Die Bundesagentur für Arbeit verteidigte dagegen das PSA-Modell. Grundsätzlich achte die BA darauf, dass bei der Ausschreibung der PSA-Verträge die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Bieters berücksichtigt würden, sagte eine Sprecherin. Sie wies in diesem Zusammenhang Vorwürfe zurück, wonach die BA bei der Ausschreibung hauptsächlich quantitativen Kriterien gefolgt sein soll. An der Ausschreibungspraxis wolle die BA nichts ändern, hieß es weiter.

Die Hamburger Zeitarbeitsfirma Maatwerk, die größte Personal-Service-Agentur der Bundesagentur für Arbeit hatte am Montag beim Hamburger Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt. Davon sind etwa 10.000 Leiharbeiter betroffen.

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