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01.02.2011

16:35 Uhr

Kritik an von der Leyen

FDP verweigert sich der starren Frauenquote

Die FDP lehnt die von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen angestrebte feste Frauenquote in den Chefetagen von Unternehmen ab. Er wundere sich über den Optimismus der Ministerin, die offenbar noch in diesem Jahr eine Einigung auf eine gesetzliche Regelung anstrebe, sagte Generalsekretär Christian Lindner.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner: "Eine starre gesetzliche Quote ist inakzeptabel" DAPD

FDP-Generalsekretär Christian Lindner: "Eine starre gesetzliche Quote ist inakzeptabel"

HB BERLIN. „Für die FDP kann ich sagen: Das wird mit Sicherheit nicht der Fall sein.“ Eine „starre, fixe gesetzliche Quote“ sei für die Liberalen nicht akzeptabel. Von der Leyen plädiert für die Einführung eines festen 30-Prozent-Schlüssels in Vorstand und Aufsichtsräten, der notfalls mit Sanktionen durchgesetzt werden soll. Die FDP sieht darin einen unzulässigen Eingriff in die Vertragsfreiheit und Personalpolitik der Unternehmen bei ihrer Suche nach bestqualifizierten Bewerbern. Die Partei setzt darauf, dass im Zuge des gesellschaftlichen und demografischen Wandels in den nächsten Jahren automatisch mehr Frauen in die höchsten Führungsgremien kommen.

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte, der Vorstoß von der Leyens sei lediglich ein Diskussionsbeitrag und nicht Bestandteil der Verabredungen im Koalitionsvertrag. „Es reicht nicht aus, mit dem Finger auf die Unternehmen zu zeigen und die Rahmenbedingungen nicht zu diskutieren“, sagte die FDP-Ministerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Intelligente Lösungen müssten die Familien- und Bildungspolitik ebenso in den Blick nehmen wie Probleme in der Unternehmenskultur. Auch in der Regierung müsse der Anteil von Frauen etwa auf Staatssekretärsebene gestärkt werden.

Widerstand kommt auch von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Bei einer Veranstaltung in Mainz betonte er, von einer gesetzlich vorgeschriebenen Quote halte er nichts. Der FDP-Vizechef kündigte an, auch er werde im März an dem von Familienministerin Kristina Schröder und von der Leyen angekündigten Gespräch mit Dax-30-Vorständen zu dem Thema teilnehmen.

Schröder ist ebenfalls gegen eine konkrete gesetzliche Festlegung eines Frauenanteils in den Führungsetagen, sieht aber gleichwohl den Gesetzgeber am Zuge. So tritt die CDU-Politikerin dafür ein, dass Firmen ab einer gewissen Größe individuell eine Quote festlegen müssen, die dann innerhalb von zwei Jahren erreicht werden muss. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Deutschland keine staatliche Einheitsquote braucht - wohl aber ein flexibles, fest verankertes Instrument“, sagte Schröder der „Saarbrücker Zeitung“.

Kommentare (3)

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trabelschuter

01.02.2011, 19:02 Uhr

Komisch, bei der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft waren die Damen äh Herren oder was auch immer dafür. Ein Schelm der böses dabei denkt.

Politiker

02.02.2011, 00:50 Uhr

Seltsam, viele wollen eine Quote. Warum sind die Leute nicht für Qualität, Können, Wissen, Fähigkeiten usw.? Alles Eigenschaften, die in Deutschland unerwünscht sind? Zählen nur noch beziehungen und schwarze Kassen? Kein Wunder, dass Deutschland überall vorsätzlich versagt!

Abwanderer

02.02.2011, 13:31 Uhr

Die Firmen, die mit dem Thema nichts anfangen können, werden einfach ihren Hauptsitz aus Deutschland raus verlegen. Ob die dann in der bedeutung degradierten deutschen Töchterfirmen dann eine Frauenquote haben, ist damit Makulatur, da eh nur befehlsempfänger...

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