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03.11.2014

12:00 Uhr

Kritik aus Union an Kohl

Altkanzler verärgert mit Russland-Aussagen die eigene Partei

ExklusivDie Altkanzler kritisieren die Russland-Politik des Westens: Nach Gerhard Schröder rügt nun auch Helmut Kohl den Umgang mit dem Kreml. In seiner Partei provoziert Kohl mit seinen Aussagen jedoch Widerspruch.

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BerlinMit seiner Kritik am Ausschluss Russlands aus der Gruppe der größten Industrienationen (G8) stößt Altkanzler Helmut Kohl auf Widerspruch in der eigenen Partei. „Russland wurde nicht vom Westen ausgeschlossen, sondern hat sich selbst isoliert“, sagte der für Außenpolitik zuständige Vizevorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Andreas Schockenhoff (CDU), dem Handelsblatt. Russland habe die europäische Rechts- und Friedensordnung gebrochen – und es sei nun vor allem an der Regierung in Moskau, Schritte zur Normalisierung zu unternehmen.

Kohl schreibt in seinem neuen Buch „Aus Sorge um Europa“, er habe es als „einschneidend und auch bedrückend“ empfunden, dass sich die sieben führenden Industrienationen im Juni in Brüssel ohne Russland getroffen hätten – dass aus der G8 also wieder die G7 geworden sei

Mit den Wahlen in der Ostukraine zeige Moskau erneut, dass es sich nicht an Verabredungen halte, sagte dazu Schockenhoff. Es sei deshalb wichtig, diplomatisch und wirtschaftlich weiter Druck zu machen. Der Fraktionsvize zeigte Verständnis für Sorgen der Unternehmen wegen der Sanktionen. Auch die Wirtschaft müsse aber Interesse an einem verlässlichen Russland haben.

Kommentare (14)

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Herr C. Falk

03.11.2014, 12:21 Uhr

Schockenhoff als einer der grossen Scharfmacher in der Merkel-Union steht für eine ideologisierte Russlandpolitik, die man so nicht für möglich gehalten hätte.

Die Früchte der Politik der Kanzler Brandt, Schmidt, Kohl und Schröder wurden innerhalb weniger Wochen und Monate zunichte gemacht durch die beinah vollständige Unterwerfung deutscher Außenpolitik unter angelsächsische und US-amerikanische geostrategische
Bestrebungen.

Altkanzler Kohl ist ebenso Recht zu geben wie Helmut Schmidt und Gerhard Schröder, wenn er die Politik der Merkel-Union und vor allem Bundeskanzlerin Merkel selber einer Kritik unterzieht, da sie deutsche Interessen offenbar, was die Verhältnisse in Gesamteuropa angeht, nicht mehr wahrnimmt, aus welchen Gründen auch immer.

Herr Manfred Zimmer

03.11.2014, 12:39 Uhr

Man kann sich an Kohl, man kann sich an Schröder reiben, aber dennoch gibt es einen Konsens zwischen beiden und uns. Die Parteien verfügen nicht mehr über qualifiziertes Personal. Es sieht danach aus, dass in der Politik das letzte Aufgebot, das Deutschland zu bieten hat, das sagen hat. Alles erscheint diesem Typ Politiker alternativlos.

Die Damen und Herren haben einfach zu tiefe Taschen, die gefüllt sein wollen. An echter Politik sind diese Herrschaften nicht mehr interessiert.

Ohnehin hatten wir alle den Eindruck, dass mit Helmut Schmidt der letzte Politiker den Bundestag verlassen hatte.

Herr Ca Zi

03.11.2014, 12:45 Uhr

Lieber Herr Schockenhoff, Russland war vor und während der Ukraine-Krise der weitaus verlässlichere Partner. Was ist denn mit den Sanktionen die grundlos und voreilig verhängt wurden. Wir warten noch alle auf die Beweise!!! Freut mich das Herr Kohl hier weise für eine Gemeinschaft und ein Miteinander eintritt! Das Gegeneinander will nur die USA, die brauchen und wollen ihren Feind Nr.1 wieder haben.

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