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29.01.2004

18:16 Uhr

Kritik des Bundesverbands der Deutschen Zeitungsverleger

Redakteure bestreiken Tageszeitungen

Zum ersten Mal seit 15 Jahren und zum zweiten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte sind am Donnerstag rund 2 000 Redakteure an deutschen Tageszeitungen in einen Streik getreten. Bundesweit sind 70 Redaktionen betroffen, viele Blätter werden nach Verlagsangaben in verringertem Umfang erscheinen. Die Arbeitsniederlegungen sollen unbefristet fortgesetzt werden.

HB BERLIN. Die Auseinandersetzung entzündete sich an der Arbeitgeber- Forderung die Gehälter bis zum 31. Juli 2005 einzufrieren. Außerdem soll das Urlaubsgeld auf 75 % eines Monatsgehalts und die Urlaubsdauer von derzeit bis zu 35 Tagen auf maximal 30 Tage begrenzt werden.

Der Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger kritisierte die Streiks. Dies bringe „keine Stellenanzeige und kein einziges Immobilien- oder Kfz-Inserat zurück“, sagte BDZV-Verhandlungsführer Werner Hundhausen.

Nach Angaben des Deutschen Journalistenverbands (DJV) und der dju in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wurde in Zeitungshäusern in sieben Bundesländern unbefristet die Arbeit niedergelegt. Rund 2 000 Beschäftigte in 70 Redaktionen seien in den Ausstand getreten. Der BDZV sprach von bundesweit acht betroffenen Verlagen. Bei einer Urabstimmung hatten laut DJV und Gewerkschaft ver.di 95 % der Redakteure für Streik votiert. Die Tarifverhandlungen für die insgesamt 14 000 Redakteure waren Mitte Januar nach der fünften Runde ohne Ergebnis abgebrochen worden.

Jutta Klebon von Verdi in Nordrhein-Westfalen sagte: „In zehn Verlagshäusern wird gestreikt.“ „Bei uns werden die Lokalredaktionen in unterschiedlichem Ausmaß bestreikt“, berichtete der Chefredakteur der „Neuen Ruhr Zeitung“ (NRZ), Richard Kiessler. Teilweise sei nur der Ressortleiter mit einigen freien Mitarbeitern an Deck. Eine ähnliche Lage meldete auch Hendrik Groth, stellvertretender Chefredakteur der „Westdeutschen Allgemeinen“ (WAZ). Auch die sechs Lokalredaktionen der „Recklinghäuser Zeitung“ seien von den Streiks betroffen, sagte Chefredakteur Kurt Bauer: „Wir werden morgen in etwas geringerem Umfang erscheinen.“

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