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11.10.2012

08:50 Uhr

Kritik von der FDP

Altmaier muss mehr gegen hohe Strompreise tun

FDP-Parteivizin Birgit Homburger findet Peter Altmaiers Versuch, hohen Strompreisen mit kostenlosen Energiesparberatungen entgegenzutreten, „niedlich“. Sie hat eine ganz andere Idee, wie das Problem gelöst werden könnte.

Birgit Homburger findet es „niedlich“, wie Peter Altmaier hohe Strompreise mit kostenlosen Energiesparberatungen kompensieren will. ap

Birgit Homburger findet es „niedlich“, wie Peter Altmaier hohe Strompreise mit kostenlosen Energiesparberatungen kompensieren will.

StuttgartBundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) muss nach den Worten der stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Birgit Homburger entschiedener gegen die hohen Strompreise vorgehen. Es sei „niedlich“, wenn Altmaier vorschlage, das Problem durch mehr Energiesparberatung lösen zu wollen, sagte Homburger der „Stuttgarter Zeitung“. „Es gibt heute schon ausreichend günstige Beratung, für Hartz-IV-Empfänger ist sie sogar kostenlos.“

„Die Verbraucher dürfen nicht weiter mit zu hohen Fördersätzen belastet werden, nur damit Investoren gute Renditen einfahren“, sagte Homburger weiter. Kurzfristig müsse Entlastung geschaffen werden, indem die staatlichen Zusatzeinnahmen aus der Mehrwertsteuer, die auf die 2013 weiter steigende Ökostromumlage entfalle, an die Bürger zurückgegeben werden. Hier gehe es um rund 1,5 Milliarden Euro.

Die FDP-Politikerin warnte auch vor der zunehmenden Zahl kurzfristiger Stromausfälle und Spannungsschwankungen, die besonders kleine Betriebe stark belaste. Die Bundesnetzagentur müsse dringend alle Unterbrechungen erfassen, „damit klar wird, wie groß das Problem ist“. Bisher registriert die Bundesnetzagentur nur Stromausfälle ab drei Minuten Länge.

Wie Netzagentur und Betreiber den Netzausbau stemmen

Ausbau ist zentrales Thema

Der Ausbau der Stromnetze ist ein zentrales Thema der Energiewende. In Zukunft muss verstärkt Strom transportiert werden, etwa von den Windkraftanlagen an der Nordsee zu den Verbrauchern in Süddeutschland. Die Planung des Stromnetzes der Zukunft ist ein komplizierter Prozess, an dem die Bundesnetzagentur und die vier großen Übertragungsnetzbetreiber beteiligt sind.

Am Dienstag informierte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den Stand des Ausbaus der Stromnetze.

Netzplanung

Die Planungen zum Netzausbau konzentrieren sich derzeit auf bestehende und künftig notwendige Stromautobahnen, die nötig sind, um Energie durchs Land zu transportieren. Dabei handelt es sich um das sogenannte Höchstspannungsnetz. Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Tennet, Amprion und TransnetBW haben den Bedarf an Leitungen für die nächsten zehn Jahre ermittelt.

Sie überreichten der Kanzlerin nun den Entwurf eines "nationalen Netzentwicklungsplans", mit dem das Netz für die Zukunft gerüstet werden soll. Der Plan soll am Mittwoch vorgestellt und danach öffentlich diskutiert werden.

Transporttrassen

Ist die grobe Planung des künftigen Netzes fertig, schlagen die Netzbetreiber dann im Detail vor, wo und wie das Netz verstärkt oder ausgebaut werden soll. Die Firmen müssen Korridore festlegen, in denen sie Stromtrassen verlegen wollen, und Alternativen vorstellen. Auch die erwartbaren Folgen für Mensch und Umwelt müssen aufgezeigt werden.

Die Netzbetreiber verfeinern dann immer weiter ihre Pläne - etwa bis auf die Ebene der Standorte einzelner Strommasten -, stellen diese öffentlich zur Diskussion und müssen sie zudem von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen.

Stromleitungen

Bislang bestehen die Höchstspannungsnetze nach Angaben der Bundesnetzagentur ausschließlich aus Überlandleitungen. Diese sind vergleichsweise kostengünstig und einfach zu warten. Nachteil ist allerdings, dass sie das Landschaftsbild durch ihre Größe beeinträchtigen und Tiere verschrecken können.

Zudem sind sie witterungsanfällig. Derzeit wird auch die Verlegung unterirdischer Erdkabel erprobt. Diese sind zwar wetterunempfindlich und stören nicht in der Landschaft. Dafür ist das Verlegen aufwändig, Reparaturen kompliziert sowie die Kosten deutlich höher.

Altmaier will das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nach eigenen Angaben umfassend reformieren und seine Pläne am Donnerstagvormittag in Berlin konkretisieren. Im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio kündigte er am Mittwoch ein „ganz neues EEG-Gesetz“ an. Unter anderem müsse es eine bessere Absprache zwischen den Bundesländern beim Ausbau der erneuerbaren Energien geben. Zudem dürfe es keine weiteren Ausnahmen zur Befreiung von der EEG-Umlage geben.

Die genaue Höhe der Ökostromumlage im kommenden Jahr geben die Betreiber der Übertragungsnetze am Montag offiziell bekannt. Derzeit liegt sie bei rund 3,6 Cent je Kilowattstunde, 2013 wird sie voraussichtlich rund 5,3 Cent pro Kilowattstunde betragen.

Von

afp

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

11.10.2012, 09:14 Uhr

Stromnetze verstaatlichen wäre die beste Lösung! Damit würden die Gelder des Staates und der Bürger nicht mehr sinnlos als Gewinne verschwendet!

Abwahl

11.10.2012, 09:22 Uhr

die fdp fordert subventionsabbau. lächerlich, weil gerade diese lobbypartei mehr subventionen an anderer stelle gefordert hat.

Charly

11.10.2012, 09:27 Uhr

Der Altmaier ist ein Lobbyist der Grossindustrie und sein Ziel ist die Gewinnmaximierung der Stromindustrie.

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