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01.12.2014

17:15 Uhr

Kritik von Migrantenverbänden

Integrationsgipfel ohne Perspektive

Lehrstellen bleiben unbesetzt, trotzdem finden Migranten keinen Ausbildungsplatz. Wie kann man das ändern, fragen sich Kanzlerin und Dutzende von Experten beim 7. Integrationsgipfel. Klare Lösungsansätze haben sie nicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l.) und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD):Der Schwerpunkt lag bei der Ausbildung. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, l.) und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD):Der Schwerpunkt lag bei der Ausbildung.

erlinDie Berufschancen für Jugendliche aus Migrantenfamilien müssen dringend verbessert werden - da sind sich die Bundesregierung und die Migrantenverbände einig. Doch über das Wie wird noch gestritten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich am Montag zum Abschluss des 7. Integrationsgipfels der Bundesregierung dagegen aus, Arbeitgebern ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren vorzuschreiben, damit Menschen mit ausländischen Namen nicht diskriminiert werden. Merkel sagte, es sei besser, ein Umdenken bei den Personalchefs zu erreichen.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass zum Beispiel ein Bewerber mit türkischem Namen im Schnitt mehr Bewerbungen losschicken muss, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, als ein Jobsuchender mit deutschem Namen.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und die Türkische Gemeinde in Deutschland forderten öffentliche Arbeitgeber und Unternehmen deshalb am Montag auf, anonymisierte Bewerbungsverfahren einzuführen. Dieses Verfahren, bei dem die Herkunft und das Geschlecht des Bewerbers nicht erkennbar sind, soll für Chancengleichheit sorgen. Die Mehrheit der Arbeitgeber lehnt das jedoch ab.

In Deutschland hat jeder fünfte Bürger ausländische Wurzeln - das sind etwa 16 Millionen Menschen. Die größten Gruppen sind Menschen türkischer und polnischer Herkunft. Mehr als die Hälfte der Migranten hat die deutsche Staatsangehörigkeit.

Bei Bildung, Ausbildung und Zugang zum Arbeitsmarkt sind Ausländer im Vergleich zu Deutschen zum Teil noch deutlich im Hintertreffen. So bleiben beispielsweise 30,5 Prozent der jungen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ohne Berufsabschluss - dreimal so viele wie junge Erwachsene mit deutschem Pass (10,9 Prozent).

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), sagte, es sei wichtig, jungen Menschen mit Migrationshintergrund und auch ihren Eltern „den hohen Stellenwert der Ausbildung in Deutschland“ näherzubringen. Die hohen Abbrecherquoten zeigten, dass ein Studium nicht für jeden der richtige Weg sei.

Viele der 350 Ausbildungsberufe seien Migranten bisher gar nicht bekannt. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer mahnte: „Am Ende des Tages werden wir als Deutschland das Thema Fachkräftemangel nur hinbekommen, wenn wir es schaffen, jeden Migranten auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren.“

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70 Prozent der Deutschen schätzen die Zahl der etwa vier Millionen im Land lebenden Muslime deutlich zu hoch ein. Ein Drittel der Befragten glaubt gar, es seien „mehr als zehn Millionen“.

Vor den Beratungen im Kanzleramt hatten Merkel und Özoguz am Vormittag einen Ausbildungsbetrieb in Berlin besucht - die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Das Unternehmen wirbt aktiv um Lehrlinge aus Zuwandererfamilien. Im vergangenen Jahr hatten fast ein Drittel der Auszubildenden dort einen Migrationshintergrund.

Das Treffen im Kanzleramt war bereits das siebte dieser Art. Merkel hatte das Thema Integration 2006 zur Chefsache gemacht und damals zum ersten Gipfel eingeladen. Kritiker beklagen, die Veranstaltung liefere zu wenig konkrete Ergebnisse und habe nur Symbolcharakter.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Herr Klaus Hofer

01.12.2014, 18:38 Uhr

Die Türkische Gemeinde in Deutschland sollte ihr Engagement darauf fokussieren, die hohe Zahl der türkischstämmigen Schulabbrecher zu reduzieren. Dazu gehört z.B. in den Familien für den Besuch von Kindergärten und das frühzeitige Erlernen der deutschen Sprache zu werben als eine unabdingbare Voraussetzung, um eine qualifizierte Ausbildung absolvieren zu können. Erst wenn dieses Engagement durch sichtbare Ergebnisse erkennbar wird, sollte sich die Türkische
Gemeinde berufen fühlen, Forderungen an deutsche Unternehmen oder den deutschen Staat zu stellen.

Herr Peter Spiegel

01.12.2014, 18:48 Uhr

"jeden Migranten auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren"
Mit Verlaub Herr..Sie sind ein Idiot.

Herr Wolfgang Trantow

01.12.2014, 19:18 Uhr

Migranten fordern. Können Migranten auch etwas anderes als fordern und erpressen? Warum kommen keine Fachleute mit Deutschkenntnissen zu uns, sondern wollen alles von uns auf unsere Kosten? Der Zustand der Bildungseinrichtung für Deutsche dürfte jeden bekannt sein. Was machen unsere Politiker für deutsche Kinder außer nichts bzw. sie verachten sie?

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