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16.01.2005

09:43 Uhr

Künast fordert schnelles Handeln

Hohe Dioxinwerte in Freilandeiern

In mehreren Bundesländern sind laut einem Pressebericht Freilandeier verkauft worden, die mit überhöhten Mengen von Dioxin belastet gewesen sein sollen. Der EU-Grenzwert war demnach deutlich überschritten.

HB BERLIN. Bei Freilandeiern sind überhöhte Dioxinwerte festgestellt worden. Das berichtet die «Bild am Sonntag». Demnach wurden in mehreren Bundesländern Freilandeier verkauft, die mit überhöhten Mengen des als Krebs erregend geltenden Giftes Dioxin belastet gewesen sein sollen. Die Eier hätten den seit Januar geltenden Dioxin-Grenzwert der Europäischen Union deutlich überschritten, schreibt das Blatt.

Freilandhühner nehmen das Dioxin Experten zufolge durch ständiges Picken aus dem Boden auf. Deshalb schneiden Eier von Käfighühnern dem Bericht zufolge in allen Tests besser ab und liegen zu 99 Prozent unter dem Grenzwert. Generell sei die Dioxin-Belastung bei Freilandeiern um das 2,5-fache höher als bei Eiern aus Käfighaltung

.

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) forderte die Verantwortlichen zu raschem Handeln auf. Der Zeitung sagte sie: «Die Länder müssen kontrollieren, kontrollieren, kontrollieren.» Wenn erhöhte Werte festgestellt würden, müssten die Produkte vom Markt genommen werden. «So klar ist das.»

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) sagte der Zeitung: «Wir befürchten Rückruf- und Vernichtungsaktionen von belasteten Eiern.» Der FDP-Agrarexperte Hans-Michael Goldmann sprach von einer «unheiligen Allianz des Wegschauens und Vertuschens». Es müssten sofort alle Eier aus Freilandhaltung auf Dioxine untersucht und notfalls aus dem Verkehr gezogen werden.

Für Baden-Württemberg teilte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg nach Stichproben laut dem Bericht mit: In den vergangenen vier Jahren enthielten sieben Prozent aller Bio- und Freilandeier, die in den Handel gelangten, zu viel Dioxin.

Die EU erlaubt bis zu drei Pikogramm Dioxin pro Gramm Fett, also drei Billionstel Gramm. Dagegen habe das Freiburger Amt, das landesweit kontrolliert, Spitzenwerte von bis zu 16,5 Pikogramm ermittelt - gemessen in einem Betrieb nördlich von Ulm im Jahr 2003. In Bayern hätten Messungen ergeben, dass in den vergangenen beiden Jahren mehr als 20 Prozent der Freilandeier den Dioxin-Grenzwert der EU überschritten. In Niedersachsen hätten sogar 28 Prozent der Freilandeier über den zulässigen 3 Pikogramm Dioxin gelegen.

Aus vielen Bundesländern gebe es jedoch keine Befunde, weil dort nicht kontrolliert werde, schreibt die Zeitung.

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