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14.07.2015

11:27 Uhr

Kulturgutschutzgesetz

Gerhard Richter sieht Eingriff in Freiheit

„Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache“, sagt Gerhard Richter. Der Künstler kritisiert die Reform des Kulturgutschutzgesetzes, das auch die Ausfuhrbeschränkungen verschärfen soll.

Künstler Gerhard Richter kritisiert die Pläne zu einer Verschärfung des Kulturgutschutzgesetzes: „Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache“. dpa

Gerhard Richter

Künstler Gerhard Richter kritisiert die Pläne zu einer Verschärfung des Kulturgutschutzgesetzes: „Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache“.

Dresden/KölnDer Maler Gerhard Richter sieht in der geplanten Verschärfung des Kulturgutschutzgesetzes einen Eingriff in die Freiheit. „Niemand hat das Recht mir vorzuschreiben, was ich mit meinen Bildern mache“, sagte er der „Dresdner Morgenpost“ (Dienstag). Er werde seine Bilder nicht irgendeiner Kommission zeigen und fragen, ob er sie verkaufen dürfe.

„Diese Leute haben meist auch gar keine Ahnung von Kunst“, sagte der teuerste lebende Gegenwartskünstler. Seiner Ansicht nach geraten Bilder nicht in falsche Hände, sondern fänden irgendwann den Weg in ein Museum, wenn sie gut seien.

Laut Richter gibt es ohnehin viel zu viel Kunst in Museen und ständig müssten neue Räume gefüllt werden. „So viel Qualität kann es in der Kunst gar nicht geben.“ Wenn ein Bild Millionen wert sei, guckten es die Leute an, weil es teuer sei, beklagte der Künstler – es gehe nur noch ums Spektakel. „Mit einem Bild, mit Kunst hat das nichts zu tun.“

Was Sie zum Kunstkauf im Netz wissen sollten

Erstkäufer

Ca. 25 Prozent der 20- bis 30-Jährigen kauften Kunst online, ohne je vorher in einer Galerie gekauft zu haben.

Käufer

90 Prozent der Onlinekäufer erwarben bereits früher in einer Galerie oder einem Auktionshaus Kunst.

Kauf ohne Bedenken

40 Prozent haben bereits Kunst online gekauft, ohne sie vorher persönlich zu begutachten.

Mangelnde Vertrauenswürdigkeit

62 Prozent hält die mangelnde Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers vom Onlinekauf ab.

Beliebter Onlinekauf

39 Prozent finden den Onlinekauf von Kunst weniger einschüchternd als den Besuch von Auktionshäusern oder Galerien.

Teure Kunst

21,4 Prozent haben bisher mehr als 60.000 Euro investiert.

Gemälde oder Kunstdruck

61 Prozent der Onlinekäufer von Kunst haben Gemälde erworben, 55 Prozent einen Kunstdruck.

Echtheitszertifikat

83 Prozent würden ein obligatorisches Echtheitszertifikat (COA) von Kunst- und Sammelobjekten beim Onlinekauf begrüßen.

Globaler Onlinekunstmarkt 2013

Der Onlinekunstmarkt erreichte 2013 einen Marktvolumen von knapp 1,14 Milliarden Euro.

Onlinekunstmarkt bis 2018

Bis 2018 wird ein anhaltendes Wachstum von 20 Prozent im Onlinebereich auf dann ca. 2,72 Milliarden Euro prognostiziert.

Quelle: Hiscox Online Art Trade Report 2014

Mit dem Gesetz will die Bundesregierung den Schutz von Kulturgut neu regeln und auch an EU-Recht anpassen. Damit sollen unter anderem die Ausfuhrbeschränkungen verschärft werden. Die Reaktion seines Malerkollegen Georg Baselitz, der nun seine Dauerleihgaben aus deutschen Museen abzieht, kann Richter gut verstehen.

„Ich würde es genauso machen wie er: die Bilder aus den Museen holen, schnellstens auf den Markt bringen und verkloppen.“

Von

dpa

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