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09.03.2012

16:53 Uhr

Kultusministerkonferenz

Stärkere Vereinheitlichung des Abiturs

Höhere Vergleichbarkeit der Hochschulreife in Deutschland: Die Kultusminister wollen die Abiturprüfungen stärker vereinheitlichen. Geplant ist 2016/2017 einen zentralen Pool für Prüfungsaufgaben einzurichten.

Abiturprüfung: Ein Aufgabenpool soll in Zusammenarbeit mit den Ländern entwickelt werden. dpa

Abiturprüfung: Ein Aufgabenpool soll in Zusammenarbeit mit den Ländern entwickelt werden.

BerlinDie Kultusminister der Länder wollen die Abiturprüfung bundesweit stärker vereinheitlichen. Geplant ist ein zentraler Aufgabenpool, der den Ländern als Angebot ab dem Schuljahr 2016/17 zur Verfügung gestellt werden soll, wie der Präsident der Kultusministerkonferenz und Hamburger Schulsenator, Ties Rabe (SPD), am Freitag in Berlin sagte. Dies sei ein „großer Schritt“ für die Vergleichbarkeit der Hochschulreife in Deutschland, sagte er.

Zunächst sollen im Herbst dieses Jahres die Standards für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch vorgelegt und verabschiedet werden. Mit der Entwicklung der Bildungsstandards für die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Physik und Chemie soll dann 2013 begonnen werden. Damit habe die Kultusministerkonferenz einen „als historisch zu bezeichnenden Weg“ aufgezeigt, sagte Rabe. Der SPD-Politiker stellte allerdings klar, dass mit den Beschlüssen „kein Zentralabitur“ geschaffen werde. Dies wäre rein praktisch auch kaum umsetzbar, da die Abschlussprüfung sonst überall am selben Tag geschrieben werden müsste und die Schulferien in allen Bundesländern gleichzeitig beginnen würden.

Der Aufgabenpool soll vom Institut zur Qualitätskontrolle im Bildungswesen (IQB) in Zusammenarbeit mit den Ländern entwickelt werden. Auch für die Bewertung der Aufgaben durch die Lehrer sollen vergleichbare Standards geschaffen werden. Offen sei indes noch, an welchen Schwierigkeitsgrad sich die Prüfungen orientieren sollen.

Von

dapd

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.03.2012, 17:35 Uhr

Dieses Ergebnis als "revolutionär" zu bezeichnen halte ich für masslos übertrieben. Vielleicht gilt das im Hinblick auf den aktuellen Stand des antiquierten deutschen Bildungssystems. Gemessen am europäischen und internationalen Niveau sind wir bei den Standards noch Lichtjahre entfernt. Wie soll eine deutsche Hochschule oder gar eine ausländische Universität die hunderte verschiedene Schulabschlüsse beim Abitur bewerten? Was bringt das, wenn dann noch ein Vorbereitungskurs für das Studium absolviert werden muss um die eigentliche Hochschulreife zu erlangen, nur weil das Schulsystem dazu nicht in der Lage ist? Wenn hier nicht bald radikal etwas passiert sehe ich den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland in großer Gefahr.

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