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05.09.2014

11:13 Uhr

Kurz vor Betriebsstopp

Neuer Castor Behälter genehmigt

Beim Atomkraftwerk Grundremmingen in Bayern wurde es knapp. Die Lagerbecken für Brennelemente waren fast voll. Nun hat das Bundesamt für Strahlenschutz einen neuen Behälter genehmigt. Es drohte der Betriebsstopp.

Ein Castorbehälter mit der Aufschrift „Radioactive“. Ohne Genehmigung hätte ein Betriebsstopp beim Atomkraftwerk Gundremmingen in Bayern gedroht. dapd

Ein Castorbehälter mit der Aufschrift „Radioactive“. Ohne Genehmigung hätte ein Betriebsstopp beim Atomkraftwerk Gundremmingen in Bayern gedroht.

BerlinDas Bundesamt für Strahlenschutz hat einen dringend benötigten neuen Castor-Behälter für Atommüll genehmigt. „Nachdem der Antragsteller Ende Juli die letzten notwendigen Antragsunterlagen eingereicht hatte, stand einer zügigen Genehmigung nichts mehr im Wege“, sagte der Sprecher der Behörde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Dabei geht es um den modernisierten Typ V52 für Siedewasserreaktoren. Ohne Genehmigung hätte ein Betriebsstopp beim Atomkraftwerk Gundremmingen in Bayern gedroht.

Der Fahrplan zum Atommüll-Endlager

2014 bis Mitte 2016:

Eine 33-köpfige Kommission mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet mit Expertenanhörungen die Grundlagen der Suche. Danach muss das Endlagersuchgesetz eventuell noch einmal modifiziert werden.

2015/2016:

Um nicht weitere Fakten für ein Endlager in Gorleben (Niedersachsen) zu schaffen, sollen keine Atommülltransporte mehr in das nahe des Salzstocks gelegene oberirdische Zwischenlager gehen. Sie müssen in andere Zwischenlager in Deutschland gebracht werden.

Ab 2016:

Zunächst werden bundesweit alle ungeeigneten Regionen ausgesiebt. Regionen mit guten Gesteinsformationen werden ausgewählt und mehrere Standorte erkundet, auch mittels Probebohrungen.

Bis 2023:

Am Ende sollen die besten Standorte aufwendig unter Tage erkundet werden. Welche Standorte ausgewählt werden, soll mit einem weiteren Bundesgesetz beschlossen werden. Die Kosten pro Erkundung werden mit einer halben Milliarde Euro pro Standort veranschlagt.

2031

Bundestag und Bundesrat sollen endgültig über den Standort entscheiden, der Klageweg soll nicht eröffnet werden. Die Kosten der Endlagersuche werden mindestens zwei Milliarden Euro betragen.

Laut Gesellschaft für Nuklearservivce (GNS) sind die Lagerbecken mit Brennelementen bald voll, zudem könnte sonst nicht der Brennstoff in den stillegelegten Anlagen Krümmel, Brunsbüttel und Isar I entfernt werden.

Von

dpa

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