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17.09.2013

10:54 Uhr

Kurz vor der Wahl

Patt zwischen Regierung und Opposition

Wären heute Wahlen, gäbe es ein Unentschieden zwischen Regierung und Opposition. Union und FDP sowie SPD, Grüne und Linke kämen jeweils auf 44 Prozent. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage hervor.

Regierung und Opposition sind laut einer Forsa-Umfrage gleichauf. Doch ginge es nur um den Kanzlerkandidaten, könnte Angela Merkel sich ihrer Sache sicher sein: 53 Prozent der Deutschen würden sie wählen. dpa

Regierung und Opposition sind laut einer Forsa-Umfrage gleichauf. Doch ginge es nur um den Kanzlerkandidaten, könnte Angela Merkel sich ihrer Sache sicher sein: 53 Prozent der Deutschen würden sie wählen.

BerlinWenige Tage vor der Bundestagswahl liegen die schwarz-gelbe Koalition und die drei Oppositionsparteien in der Wählerstimmung exakt gleichauf. Im Forsa-Wahltrend des Magazins „Stern“ und des Senders RTL vom Dienstag erhalten Union und FDP gemeinsam 44 Prozent - SPD, Grüne und Linke gemeinsam ebenfalls.

Die Union kommt unverändert auf 39 Prozent. Die FDP büßt in der bis zum Tag nach der verlorenen Bayern-Wahl laufenden Umfrage einen Punkt auf 5 Prozent ein. Der SPD wollen unverändert 25 Prozent der Bürger ihre Stimme geben. Gleichfalls wie in der Vorwoche entfallen 10 Prozent auf die Linke und 9 Prozent auf die Grünen, die damit bei diesem Umfrageinstitut erneut im einstelligen Bereich liegen.

So beliebt sind die Youtube-Kanäle der Parteien

Piratenpartei

5.092 Abonnenten, 365.001 Aufrufe, Beitritt am 13.03.2007.

Persönlichere Ansprache als bei den meisten anderen Parteien. Irgendwie ist der Kanal jung, aber auch nicht ganz so geradeaus, wie man es von den Piraten erwarten würde. Die Partei weiß hingegen die Funktionen und technischen Möglichkeiten ihres YouTube-Kanals besser auszuschöpfen und verwendet zum Beispiel Verweise innerhalb ihrer Videos, die bei anderen Vertretern nicht zu finden sind.

Quelle (Stand: September 2013): Andreas Graap ist Berater für Video-Marketing und Autor des Hangouts On Air Handbuchs.

Linkspartei

4.560 Abonnenten, Aufrufe ausgeblendet, Beitritt ausgeblendet.

In einem sehr emotionalen Interview spricht Gregor Gysi über das Verhältnis zu seinem Freund Lothar Bisky, der am 13. August 2013 – vier Tage vor seinem 72. Geburtstag – gestorben ist. Fragt sich der gemeine YouTube-Nutzer da vielleicht: Sehr authentisch, aber wer ist eigentlich Lothar Bisky?

Grüne

4000 Abonnenten, 3.031.025 Aufrufe, Beitritt am 25.05.2006.

Die Grünen wissen Inhalte im Kanal Grün verständlich zu vermitteln und geben sich mit reiner Polit-Werbung nicht zufrieden. Erkennbar im Vordergrund steht hier aber so keiner. Stattdessen geht's hier satirisch zu. Die Grünen vergleichen in ihrem Werbespot „Neues aus dem schwarz-gelben Tierreich“ Regierungsvertreter mit Weinbergschnecken.

SPD

4.040 Abonnenten, 2.539.362 Aufrufe, Beitritt am 17.10.2007.

Die SPDvision ist ein kämpferischer YouTube Kanal mit Peer Steinbrück im Vordergrund. Neben einem gut gemachten Werbespot und zwischen diversen TV-Reden existieren ebenfalls Stimmen und Gesichter aus der Bevölkerung, die man auf dem Kanal der Arbeiterpartei auch erwarten würde.

CDU

3.398 Abonnenten, 2.593.510 Aufrufe, Beitritt am 05.08.2008.

Das „Internetfernsehen“, CDU.TV, möchte sagen: Wir sind da, wir bleiben. Einziger Haken: Dahinter steht eine Partei, die eben keinen eigenen Fernsehsender betreibt, sondern Wahlkampf, mit zugegeben großem Engagement auf der Videoplattform. Das Video „Angela Merkel hat einen guten Job gemacht!“ zeigt zum Beispiel zufriedene Merkel-Wähler vor der Kamera, eingebettet in die üblichen Wahlkampf-Produktionen. Die CDU bietet Besuchern auch Videos in Gebärdensprache.

FDP

2.661 Abonnenten, 2.886.891 Aufrufe, Beitritt am 15.02.2006.

„TV liveral“ Die FDP ist mit Mikrofonen im Partei-Design unterwegs und lässt zum Beispiel Angelika Brunkhorst zu Wort kommen, Sprecherin für Naturschutz und Reaktorsicherheit der FDP-Bundestagsfraktion. Rainer Brüderle ergreift im Kanal das Wort zum Sonderfonds „Flutopfer“, das Video einer Pressekonferenz vom 16.08.2013 zeigt Brüderle und FDP-Chef Rösler mit dem Titel „Soli abschaffen. Deutschland entlasten. (182 Aufrufe)“.

AfD

895 Abonnenten, 54.494 Aufrufe, Beitritt am 25.07.2013.

Auch die  Alternative für Deutschland hat es fast zum echten Fernsehkanal gebracht. Wo andere Parteien nur mit Musik und Animationen spielen, macht die Produktion „AfD TV – Aktuelle Nachrichten“ ernst. AfD bringt mit Videos in dramatischer Aufmachung alla „World News“ und Moderator Marcel Ellenberg Inhalte der Partei zur Sprache. 

CSU

585 Abonnenten, 933.499 Aufrufe, Beitritt am 11.02.2008.

Im Video „Horst Seehofer und seine Vision für Bayern: hautnah und direkt“ spricht der CSU-Vorsitzende von seinem Bayern, der Vorstufe zum Paradies. Eindeutig der bayrischste YouTube-Kanal!

Rechnerisch möglich wären nach den Forsa-Zahlen derzeit nur eine große Koalition (zusammen 64 Prozent) oder ein schwarz-grünes Bündnis (48 Prozent). Die euro-kritische Partei Alternative für Deutschland verharrt bei 3 Prozent, ebenso wie die Piraten.

Die Mehrheit der Deutschen möchte, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter regiert. Wenn sie ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich laut Forsa 53 Prozent für die CDU-Chefin entscheiden (plus 1 im Vergleich zur Vorwoche). 26 Prozent ziehen den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück vor. 21 Prozent wollen weder Merkel noch Steinbrück als Regierungschef.

Forsa befragte vom 10. bis zum 16. September 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten.

Die deutschen Mittelständler hoffen auf ein Weiterregieren von Union und FDP. Fast 60 Prozent der Firmenchefs wünschten sich eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), heißt es in einer Umfrage unter 3.000 Betrieben des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), die Reuters am Dienstag vorlag. „Frau Merkel bekommt vom Mittelstand ein gutes Zeugnis. Jeweils ein Drittel der Unternehmer bewertet die Arbeit der Bundesregierung mit den Schulnoten 'befriedigend' und 'gut'“, sagte BVMW-Präsident Mario Ohoven. „Eine große Koalition aus Union und SPD wollen 17 Prozent.“ Nur sechs Prozent trauten Rot-Grün eine mittelstandsfreundliche Politik zu.

Den größten Handlungsbedarf für die neue Bundesregierung sehen die Unternehmer laut Umfrage bei Energie, Steuern, Bildung und Bürokratieabbau. „Als allererstes müssen Betriebe und Bürger durch eine Senkung der Stromsteuer entlastet werden“, forderte Ohoven. Denn mehr als die Hälfte des Strompreises gehe auf das Konto des Staates. Zudem sollte der Solidaritätszuschlag abgeschafft werden. Dank Rekordeinnahmen beim Fiskus sei genügend Geld für Steuerentlastungen vorhanden.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

17.09.2013, 08:05 Uhr

Nachdem ja alles auf eine GroKo hinausläuft, bleibt doch nur noch die Stärkung der Opposition. Und da bleibt auch nicht viel übrig, deshalb wähle ich die Linke. Ich habe keine Angst, daß die Linke plötzlich alleine regieren könnte, soviel Stimmen bekommen die nicht. Dass sie aber gute Oppositionsarbeit leisten können, haben sie gezeigt.
Zu den Partei- und Wahlprogrammen, diese werden schneller als der Blitz über den Haufen geworfen. Ich les & hör mir dies gar nicht mehr an.

Account gelöscht!

17.09.2013, 08:17 Uhr

Es ist zwingend notwendig, dass Forsa und andere Umfragen 3 Monate vor den Wahlen verboten werden. Sie sind schädlich
und führen zur Nichtwahl. Gerade in Zeiten wo es keine Unterschiede mehr zwischen den Parteien gibt und geben kann
und sie es nie gegeben hat. Nur damals gab es kein Internet und die Wähler glaubten noch an Unterschiede, die geschickt von Politikern vorgebracht worden sind.

Aber alle 5 Minuten überall zu lesen, wer gerade wieder vorne ist, ist ja wie gesagt Wahlfeindlich.

Rene

17.09.2013, 08:44 Uhr

Was ist "gute Oppositionsarbeit"? Konsequent gegen alles votieren?

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