Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.08.2014

18:51 Uhr

Kurz vor Landtagswahlen

AfD streitet sich über Russlandpolitik

Streit in der AfD: Parteivize Gauland attackiert Bernd Lucke und warnt vor Parteispaltung. Der Parteichef hatte im Europaparlament für Russland-Sanktionen gestimmt – entgegen einer Entscheidung des AfD-Parteitags.

Er sei so verärgert, dass er überlegt habe, die Spitzenkandidatur für Brandenburg niederzulegen: AfD-Parteivize Alexander Gauland. dpa

Er sei so verärgert, dass er überlegt habe, die Spitzenkandidatur für Brandenburg niederzulegen: AfD-Parteivize Alexander Gauland.

BerlinIn der Alternative für Deutschland (AfD) ist kurz vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland offener Streit über die Russland-Politik ausgebrochen: Parteivize Alexander Gauland, der auch Spitzenkandidat für die Wahl in Brandenburg ist, attackierte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung „Junge Freiheit“ Parteichef Bernd Lucke und warnte vor einer Spaltung der AfD.

Gaulands Ärger entzündete sich an der Zustimmung Luckes und weiterer Europaabgeordneter zu einer russlandkritischen Resolution des Europaparlaments. „Ich halte die Abstimmung für völlig falsch und empfinde sie als sehr unloyal gegenüber der Parteibasis“, sagte Gauland dem Blatt.

Er verwies auf den Beschluss des AfD-Parteitags in Erfurt, wonach die Partei Sanktionen gegen Russland ablehne. Er sei über das Votum im Europaparlament so verärgert, dass er kurzzeitig überlegt habe, die Spitzenkandidatur für Brandenburg niederzulegen, sagte Gauland. „Ich wollte meinen Verband dann aber nicht so wenige Wochen vor der Wahl im Stich lassen.“

Millioneneinnahmen erwartet: AfD führt die D-Mark wieder ein

Millioneneinnahmen erwartet

AfD führt die D-Mark wieder ein

Die AfD muss ihre Finanzen aufbessern und hat eine findige Idee: Der Verkauf von goldenen D-Mark-Münzen. Die könnten viel Geld in die Kasse spülen – und wären auch noch eurokritisch. Doch es gibt einen großen Haken.

Gauland warnte davor, dass es in der Zukunft zu ähnlichen Situationen kommen könnte. Sollten beispielsweise die Europa-Abgeordneten der AfD für das Freihandelsabkommen mit den USA oder den Beitritt der Türkei zur EU stimmen, hätte die Partei ein „sehr ernstes Problem“. Dann könne es zur Spaltung der AfD kommen und die könne niemand in der Partei wollen.

Bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland hat die AfD Umfragen zufolge erstmals die Chance, in deutsche Landesparlamente einzuziehen. Besonders für die Wahl in Sachsen am 31. August lassen Umfragen einen Erfolg der AfD erwarten. In Brandenburg und Thüringen wird dann am 14. September gewählt.

Von

afp

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Delete User Delete User

19.08.2014, 19:24 Uhr

Zitat:
"Er sei über das Votum im Europaparlament so verärgert, dass er kurzzeitig überlegt habe, die Spitzenkandidatur für Brandenburg niederzulegen, sagte Gauland."


Welch trauriges Bild doch so mancher AfD-Politiker, der sich auch noch als Spitzenkandidat zur Wahl aufstellen lässt, öffentlich abgibt. Wegen so einer parteiinternen Angelegenheit gleich abdanken!? Das erinnert doch ein wenig an den Piratenverein. Nur das die an etwas zu viel Demokratie, Geldmangel usw. gescheitert sind. Die AfD hat bis heute kein valides Programm, stimmt hier und da nach Gutdünken und besteht aus einem Sammelsurium unzufriedener Mitglieder aus anderen Parteien. Da ist es nicht verwunderlich, dass Gauland und Konsorten schnell ans Hinschmeißen denken.

Nur, gibt so einer Partei oder ihrem Spitzenkandidat da seine wertvolle Stimme? Wohl kaum!

Gauland hat sich mal eben ins abseits geschossen. Und dann ein Eigentor erzielt. Die Afd ist nach wie vor überflüssig. Ich kann meinem Vorkommentator nur zustimmen:

"Das ist der Anfang vom Ende der AfD!"

Der Sagitta

19.08.2014, 19:55 Uhr

Es ist schon sehr lustig zu beobachten wie sich die negativen Schlagzeilen über die AFD in allen Presse(Klo)papieren so kurz vor den Landtagswahlen häufen. Gell Liebe Pressefuzzies !

Ein Schelm der bö........ Sapere aude

Herr Old Player

19.08.2014, 20:10 Uhr

Für die negetiven Schlagzeilen ist die AfD selber verantwortlich. Klar erkennbar, ein Anbiedern an die Etablierten. Die AfD ist unberechenbar geworden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×