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12.12.2012

18:23 Uhr

Lästerattacke

Seehofer mobbt seine Parteifreunde

Gemecker am Chef gibt es in jeder Partei. Nicht alltäglich ist es, wenn der Parteichef öffentlich über seine Untergebenen meckert. Horst Seehofer hat die CSU mit einer Lästerattacke schwer verstört.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat über seine Parteikollegen gelästert. dpa

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat über seine Parteikollegen gelästert.

MünchenBayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) muss Bösartiges über sich in der Zeitung lesen: „Von Ehrgeiz zerfressen“ sei er, leide an „charakterlichen Schwächen“ und leiste sich „zu viele Schmutzeleien“. Veröffentlicht wird das von Söders Heimatzeitung „Nürnberger Nachrichten“ (Mittwoch) auf der Seite eins. Die Zitate stammen von CSU-Chef Horst Seehofer. Der hatte am Montagabend über mehrere Parteifreunde öffentlich vom Leder gezogen wie noch nie.

Söder wird von der Lästerattacke am schlimmsten getroffen. Weitere prominente Opfer: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer („Zar Peter“) und der gestürzte CSU-Star Karl-Theodor zu Guttenberg („Glühwürmchen“). Es gibt Zeugen, denn Seehofer äußerte sich auf der Journalisten-Weihnachtsfeier der CSU-Landesleitung - und gab vorher schon alle Zitate frei.

In jedem Unternehmen wären Äußerungen dieser Güteklasse ein Fall von Mobbing. Söder ist sichtlich tief verletzt, auch wenn er Seehofers Äußerungen diplomatisch kommentiert: „Ich war nicht dabei“, sagt er. „Da müssen sie ihn fragen. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit - und ansonsten ist bald Weihnachten.“

In der CSU-Landtagsfraktion und in der Staatsregierung machen die Seehofer-Zitate am Dienstag und Mittwoch die Runde. Manche reagieren empört. „Für mich sind das Sonnenkönigs-Allüren“, sagt der Nürnberger Abgeordnete Hermann Imhof über seinen Parteichef. „Wir müssen doch darauf achten, welches Bild wir in der Öffentlichkeit abgeben.“ Seehofer solle sich entschuldigen.

Kommentare (2)

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Mazi

12.12.2012, 19:33 Uhr

"Veröffentlicht wird das von Söders Heimatzeitung „Nürnberger Nachrichten“ (Mittwoch) auf der Seite eins. "

Zufall?

Spiegel vom 06.12.2012
" Bayerische Justizaffäre - Staatsanwaltschaft prüfte Fall Mollath schon 2011":

"Es gibt Hinweise auf Versäumnisse in dem Verfahren. Einem Bericht der "Nürnberger Nachrichten" zufolge hatte Mollath 2004 bei den Finanzbehörden in Nürnberg seine Frau und weitere Bankmitarbeiter wegen der illegalen Geschäfte angezeigt. Der damals gegen Mollath verhandelnde Richter soll aber bei den Finanzbehörden angerufen und mit dem Hinweis auf Mollaths Geisteszustand interveniert haben. Die Finanzbehörden legten die Anzeige zu den Akten."

Frankeninside

18.12.2012, 15:00 Uhr

Der Herr Seehofer disqualifiziert sich selbst...wenn er als Oberbayer sauer auf des Franken Söders bessere Finanzministerarbeit so reagiert. Letztendlich hatte die Oberbayernclique mit ihrem fetten Landesbankdebakel des Freistaats solide Finanzsituation so verschlimmert...daß nur einer...der damit gar nix zu tun hatte...professionel aufräumen konnte.

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