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11.01.2010

15:59 Uhr

Lafontaine-Kritiker

Ein Königsmörder kriecht zu Kreuze

Dietmar Bartsch, Bundesgeschäftsführer der Linken, ändert seinen Kurs: Vor wenigen Tagen wurde dem Politiker noch der versuchte Königsmord an Parteichef Lafontaine angehängt, nun zeigt sich dessen Parteifreund von der zahmen Seite. Man habe ein „gutes Arbeitsverhältnis“, so Bartsch.

Bartsch, Lafontaine: Königsmord abgeblasen. dpa

Bartsch, Lafontaine: Königsmord abgeblasen.

HB FRANKFURT/BERLIN. Im parteiinternen Machtkampf bei den Linken hat Fraktionschef Gregor Gysi Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch scharf kritisiert und ihm Illoyalität vorgeworfen. Bartsch habe interne Details an das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ weitergegeben, erklärte Gysi am Montag vor der Klausurtagung der Linksfraktion. „Es ist jetzt bei uns ein Klima der Denunziation entstanden, und ich finde dieses Klima unerträglich“. Hätte Bartsch diesen Fehler nicht begangen, wäre es nicht so weit gekommen.

Nun müsse das Problem besprochen werden, ohne jemanden zu demütigen, sagte Gysi. Er betonte, es gehe nicht um einen sofortigen Rücktritt von Bartsch, sondern darum, ob dieser wieder für das Amt auf dem Parteitag im Mai in Rostock antreten werde.

Bartsch hatte sich zuvor demonstrativ hinter Parteichef Lafontaine gestellt. „Er wird von der Linken weiter gebraucht“, sagte Bartsch der „Frankfurter Rundschau“. Lafontaine sei derjenige, der den Erfolg der Linken insbesondere in den alten Bundesländern erst möglich gemacht habe. Er wünsche sich daher eine Rückkehr des Saarländers an die Parteispitze. Er sprach von einem „guten Arbeitsverhältnis“.

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