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25.01.2010

10:29 Uhr

Lafontaine-Nachfolge

Ostdeutsche Linken-Chefs für Gysi als Parteichef

Nach dem Rückzug von Linksparteichef Oskar Lafontaine lichten sich die Reihen möglicher Nachfolger. Nachdem die Linken-Spitzenpolitikerinnen Petra Pau und Dagmar Enkelmann bereits abgewunken haben, werden nun zwei Varianten für eine Nachfolgeregelung besonders intensiv diskutiert. Dabei spielt Fraktionschef Gregor Gysi eine zentrale Rolle.

Wird Gysi (li.) den Parteivorsitz von Lafontaine übernehmen? Quelle: ap

Wird Gysi (li.) den Parteivorsitz von Lafontaine übernehmen?

HB BERLIN. Wie aus Parteikreisen verlautete, wird vor allem über eine Doppelspitze oder eine Einzellösung mit Fraktionschef Gregor Gysi nachgedacht. Bei einer Doppelspitze gelten seit Tagen der Mitbegründer westdeutschen WASG, Klaus Ernst (55) und die aus Ostdeutschland stammende stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gesine Lötzsch als Favoriten. Eine Vielzahl von Linken-Politikern spricht sich für eine Quotenregelung mit einer Mann und einer Frau aus, die aus Ost- und Westdeutschland kommen.

Zugleich gibt es auch vermehrt Stimmen, die sich angesichts des Machtvakuums an der Spitze für eine Lösung nur mit Gysi aussprechen. Neben Lafontaine wird auch der Co-Vorsitzende Lothar Bisky beim Parteitag Mitte Mai in Rostock nicht mehr für das höchste Parteiamt kandidieren.

Ostdeutsche Linken-Funktionäre warben für Gysi als neuen Vorsitzenden. Der brandenburgische Landesvorsitzende Thomas Nord sagte dem "Tagesspiegel": "Gregor Gysi ist immer eine Option, das ist klar. Er ist die wichtigste Integrationsfigur, die diese Partei hat." Der sächsische Landeschef Rico Gebhardt sagte dem "Tagesspiegel", dass in der jetzigen Lage auch an Gysi gedacht werden müsse: Es gebe in der Linken "nur eine Persönlichkeit, die in Ost und West auf große Akzeptanz stößt", das sei Gysi. Er schränkte allerdings ein, dass die Wahl von Gysi zum Vorsitzenden der Linken "nur ein Aufschieben eines Problems" wäre. Gysi, Chef der Bundestagsfraktion, hatte in der Vergangenheit eine Kandidatur als Vorsitzender der Linken ausgeschlossen. Am Wochenende hatte Gysi zur Nachfolgefragte erklärt: "Wenn ich keine Namen nenne, meine ich: wirklich keinen. Nicht mal meinen eigenen."

Zuvor hatten die Linken-Spitzenpolitikerinnen Petra Pau und Dagmar Enkelmann erklärt, nicht für den Parteivorsitz zu Verfügung zu stehen. Damit verkleinerte sich der Kreis der Kandidaten, die im Mai beim Parteitag in Rostock die Nachfolge Lafontaines und Lothar Biskys antreten könnten.

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