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10.12.2013

15:34 Uhr

Lage der Kommunen

Die einen darben, die anderen können glänzen

Die Finanzen der Städte in Deutschland sehen sehr unterschiedlich aus: Während Stuttgart munter Schulden abbaut, Dresden und Wolfsburg schuldenfrei sind, haben andere mit Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe zu kämpfen.

Während manche die Euros stapeln, haben andere nichts draufzulegen: Einige Kommunen in Deutschland sind hochverschuldet, andere sind komplett schuldenfrei. dpa

Während manche die Euros stapeln, haben andere nichts draufzulegen: Einige Kommunen in Deutschland sind hochverschuldet, andere sind komplett schuldenfrei.

StuttgartDie Schere zwischen armen und reichen Großstädten in Deutschland geht nach einer Studie auseinander. Während die wirtschaftsstarken Städte 2012 beim Schuldenabbau vorankamen, gerieten hoch verschuldete Kommunen noch stärker in die Miesen. Das ergab eine am Dienstag in Stuttgart veröffentlichte Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, für die Daten der Statistikämter von Bund und Ländern ausgewertet wurden.

Stuttgart ist demnach die Stadt, die ihren Schuldenstand von 2010 bis 2012 am stärksten verringern konnte - um 43 Prozent auf 35,5 Millionen Euro. Die Verschuldung pro Einwohner lag hier Ende 2012 bei 59 Euro. Düsseldorf verzeichnete mit einem Plus von 109 Prozent auf 228,3 Millionen Euro den stärksten Anstieg der Schulden. Wolfsburg und Dresden waren Ende 2012 schuldenfrei. Oberhausen hatte zum Jahresende mit 8.369 Euro die höchste Pro-Kopf-Verschuldung.

Die deutschen Schuldenhochburgen (Stand: August 2013)

Platz 10

Auf dem zehnten Platz befindet sich die Stadt Essen. Mit Kassenkrediten von rund 3766 Euro pro Einwohner ist die Stadt zwar hoch verschuldet, im Jahr 2007 belegte sie allerdings noch Platz 9.

Platz 9

Auch Mainz ist hoch verschuldet. Mit Kassenkrediten von rund 3857 Euro pro Einwohner belegt die Stadt den neunten Platz. Im Jahr 2007 belegte sie Platz 8.

Platz 8

Ludwigshafen belegt mit 4043 Euro Kassenkredite pro Einwohner den achten Platz. 2007 war es noch Platz 7.

Platz 7

Die Einwohner in Wuppertal haben Kassenkredite von rund 4215 Euro pro Einwohner. Damit belegt die Stadt Platz 7.

Platz 6

Der sechste Platz geht an Zweibrücken. Die Einwohner hier haben Kassenkredite von rund 4230 Euro pro Kopf. Zum Vergleich: 2007 war Zweibrücken auf Platz 12 zu finden.

Platz 5

Remscheid hat sich leicht verbessert: War die Stadt 2007 noch auf den vierten Platz zu finden, ist sie jetzt mit 4998 Euro Kassenkredite pro Einwohner „nur“ noch auf Platz 5.

Platz 4

Auch Hagen hat sich verbessert: 2007 hat die Höhe der Schulden noch für Platz 3 gereicht, mittlerweile befindet sich die Stadt mit Kassenkrediten von 5618 Euro pro Einwohner auf dem vierten Platz.

Platz 3

Der dritte Platz geht an Kaiserslautern. Mit 6040 Euro Kassenkredite pro Einwohner schafft es die Stadt damit unter die ersten drei im Ranking. 2007 lag Kaiserlautern allerdings noch auf Platz 2.

Platz 2

Pirmasens ist ein echter „Aufsteiger“: Von Platz 5 im Jahr 2007 bis zu Platz 2 im Jahre 2013. Allerdings ist es kein Aufstieg der guten Sorte. Die Kassenkredite pro Einwohner betragen 6215 Euro.

Platz 1

Oberhausen bleibt auf dem ersten Platz: Mit Kassenkrediten von 6870 Euro pro Einwohner hat sich die Stadt nicht verbessert - auch 2007 war Oberhausen Platz 1 im Ranking.

Die Zahl der Städte mit einer sehr hohen Pro-Kopf-Verschuldung von mehr als 4.000 Euro sei innerhalb von zwei Jahren von 14 auf 21 gestiegen, erklärten die Experten. „Im gleichen Zeitraum stieg aber auch die Zahl der Großstädte mit einer geringen Pro-Kopf-Verschuldung von unter 1.000 Euro: von 15 auf 19“, hieß es. Die fünf Großstädte mit dem stärksten Anstieg bei der Verschuldung sind neben Düsseldorf noch Mülheim/Ruhr, Bonn, Offenbach und Frankfurt/Main.

Die steigenden Steuereinnahmen seien an der Mehrheit der Städte vorbeigegangen, hieß es. Profitiert hätten vor allem die, denen es ohnehin schon besser geht. Insgesamt wuchs der Schuldenberg der Großstädte von 2010 bis 2012 um sieben Prozent auf 47,9 Milliarden Euro. 19 Städte haben mehr als eine Milliarde Euro Schulden - das sind vier Städte mehr als Ende 2010.

Laut Studie ist die Situation der Städte im Osten Deutschlands deutlich besser als im Westen. Von den neun ostdeutschen Großstädten konnten sieben ihre Verschuldung senken oder bei Null halten. Im Westen wuchsen die Verbindlichkeiten bei 42 von 63 Großstädten an.

Wenn am Ende etwas übrig bleibt

Es gibt sie doch: Die Stadt ohne Schulden

Wenn am Ende etwas übrig bleibt: Es gibt sie doch: Die Stadt ohne Schulden

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dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

10.12.2013, 18:18 Uhr

Dresden Schuldenfrei! Warum?

Mag es am Verkauf der kommunalen Wohnungen an die GAGFAH liegen?
Wohnungen, die zuvor mit Steuergeldern, nicht aus Dresden, modernisiert wurden?

Bitte da mal einen Hintergrundbericht.

Island

10.12.2013, 19:02 Uhr

Die verantwortlichen für die Misere in den Städten findet man in den Rathäusern. Die lieber das Geld für ideologische Träume ausgeben (...) als diese Gelder für die Schulen oder der Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Dabei kommt aber auch dem Bund eine Mitverantwortung zu. Der Bund beschließt die Gesetze und die Folgen/Kosten tragen dann die Länder und Kommunen.

Wir dulden derzeit über 7,9 Millionen Gastarbeiter/Wirtschaftsflüchtlinge in unserem Land. Die kosten summierten sich bis 2007 auf 1 Billion Euro. Diese Geldmittel wurden nicht alleine vom Bund aufgebracht (Schulden aufgenommen) sondern auch von Ländern und Gemeinden (Schulden aufgenommen).

Alleine im Sozialsektor (Hartz4, Sozialhilfe) sprechen wir von über 40 Prozent Ausländeranteil.

Wir sind das Sozialamt der Welt und können uns das nicht leisten.

(...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

schrienermann

10.12.2013, 20:43 Uhr

Viele Kommunen werden von Dilettanten geführt. Leider. Da ist die Verschuldung vorprogrammiert. Beispiele gibt es reichlich. Solange Versager nicht bestraft und haftbar gemacht werden, wird sich nichts ändern. Die freie Wirtschaft entsorgt solche Versager.

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