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12.04.2013

14:29 Uhr

Landesvorstand tritt zurück

Kritik an Aiwangers „diktatorischem Führungsstil“

VonJacqueline Goebel

Die Freien Wähler versinken in ihren inneren Konflikten. Jetzt tritt der saarländische Landesvorstand zurück. Sie machen ihrem Parteivorsitzenden Hubert Aiwanger schwere Vorwürfe: Er soll sie aus dem Amt gedrängt haben.

Hubert Aiwanger, Parteichef und bayerischer Landesvorsitzender der euro-kritischen Freien Wählern, muss sich gegen heftige Kritik aus den Landesverbänden wehren. Reuters

Hubert Aiwanger, Parteichef und bayerischer Landesvorsitzender der euro-kritischen Freien Wählern, muss sich gegen heftige Kritik aus den Landesverbänden wehren.

Bernd Richter, Vorsitzender der Freien Wähler im Saarland, sieht keine Möglichkeit mehr, den Streit mit dem Parteichef Hubert Aiwanger beizulegen: Der saarländische Landesvorstand ist am Donnerstag geschlossen zurückgetreten. „Wer Kritik an Hubert Aiwanger übt, wird zum Feind erklärt", sagte Richter Handelsblatt Online. Der „diktatorische" Führungsstil Aiwangers sei „absolut indiskutabel und nicht hinnehmbar", erklärte der ehemalige Landesvorsitzende.

Der Parteichef reagierte mit Spott auf den Rücktritt der Saarländer: „Hurra, schon wieder einer den wir nicht mehr ausschließen müssen", sagte Aiwanger in Berlin. Seit den Landtagswahlen in Niedersachsen, bei dem die euro-kritische Partei nur 0,9 Prozent der Stimmen einfahren konnten, streiten sich die Saarländer bereits mit dem Bundesvorstand. Der Vorwurf: Der Bundesvorstand habe sich mit einer verfeindeten Wähler-Gruppe im Saarland zusammengeschlossen, um Richter und seine Vorstandskollegen aus dem Amt zu verdrängen.

So soll der Bundesvorstand 50 Parteimitglieder gegen den Willen der Landesvereinigung aufgenommen haben. Der Landesvereinigung seien danach nur die Kopien der Mitgliedsanträge vorgelegt worden. „Laut Satzung hätten uns die Originale vorgelegt werden müssen", sagt Bernd Richter.

Außerdem sollen einige der Anträge falsche Informationen enthalten haben: So sei einmal ein Alter falsch angegeben worden, in anderen Fällen seien frühere Mitgliedschaften in anderen politischen Gruppierungen verschwiegen worden. „Deshalb haben wir gesagt, diese Leute kann man nicht aufnehmen", so Richter. Der Bundesvorstand habe die Mitgliederanträge dann aber trotzdem angenommen.

Richter wittert ein Komplott gegen ihn: Mit den neuen Mitgliedern habe der Bundesvorstand versucht, ihn abwählen zu lassen. „Aiwanger hat versucht, uns raus zu kicken", sagte Richter gegenüber Handelsblatt. Bei einer vom Aiwanger einberufenen Mitgliederversammlung Ende November stimmte die Mehrheit der anwesenden Mitglieder gegen Richter als Landesvorsitzenden. Das Schiedsgericht erklärte die Wahl jedoch als ungültig - die Einladung sei nicht satzungsgemäß gewesen.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

11.04.2013, 16:51 Uhr

Aiwanger lässt sich mit einem Satz beschreiben: Über den Vizepräsidenten des Bayerischen Landdages (FW) und einen Bezirksvorsitzenden wurde Aiwanger die website fortunanetz mehrfach als Kommunikationsinstrument angeboten; nicht einmal eine mail oder einen Anruf war das wert. Jetzt schreibt die eurokritische Seite dür die AfD.

SiegfriedFiedler

11.04.2013, 17:37 Uhr

Wer von der FW oder anderen Parteien oder Gruppierungen zur AfD Alternative für Deutschland wechselt, kommt vom Regen in die Traufe. Ob die Landesverbände der AfD in Hamburg, Bremen NRW, Stuttgart oder Bayern wirklich nach dem Gesetzt wirksam gegründet worden sind, wird sich in den nächsten 14 Tagen weisen. Die Vorbereitungen zur Gründung des AfD LV in Niedersachsen, wird auf alle Fälle scheinbar von der wa2013 und Ihrer Personalstruktur durchgeführt. AfD Mitglieder aus Hannover und Südniedersachsen werden sicherlich vor vollendeten Tatsachen gestellt. Es lebe die Basisdemokratie! Die Personen des Vorstandes in Niedersachsen werden bereits schon vor einer Wahl feststehen.
Es lebe die Basisdemokratie, die sich doch die AfD auf die Fahne geschrieben hat.
Toll gemacht Herr Prof. Lucke!!!!

Account gelöscht!

11.04.2013, 17:40 Uhr

Für Aiwanger ist Bundes- oder EU-Ebene eine Nummer zu groß.
In Bayern, als Vertreter der Bauern, und ab und zu zum Reglimentieren der übermächtigen CSU, sitzt er an der richtigen Stelle. Für Euroskeptiker ist er keine Alternative mehr.

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