Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.07.2015

13:47 Uhr

Landkreis Lörrach

Rückkehr-Prämie für Asylbewerber

Die Zahl der Asylanträge steigt – auch von Menschen vom Balkan. Der gilt inzwischen als sicher. Um Verwaltungskosten zu sparen, zahlt ein Landkreis aussichtslosen Bewerbern eine Prämie – wenn sie freiwillig heimreisen.

Der baden-württembergische Landkreis Lörrach zahlt Asylbewerbern, die voraussichtlich keine Chance auf Bewilligung haben, eine Prämie für die freiwillige Heimreise. dpa

Bargeld für die Heimreise

Der baden-württembergische Landkreis Lörrach zahlt Asylbewerbern, die voraussichtlich keine Chance auf Bewilligung haben, eine Prämie für die freiwillige Heimreise.

LörrachNach einem deutlichen Anstieg der Asylanträge geht der Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg neue Wege: Er will Flüchtlinge mit finanziellen Anreizen zur freiwilligen Rückkehr bewegen. Das Angebot zeige Wirkung, sagte ein Sprecher des Kreises am Donnerstag. Ausländer, deren Asylantrag keine Chance auf Erfolg habe, erhielten von dem Kreis Bargeld, wenn sie den Antrag zurückziehen und freiwillig in ihre Heimat zurückkehren. Der Landkreis spare dadurch Unterbringungskosten, ein jahrelanges Prüfen der Asylanträge werde vermieden. Das Angebot gelte vor allem für Asylbewerber vom Balkan. Diese haben nahezu keine Aussicht auf ein dauerhaftes Bleiberecht.

Eine dreiköpfige Familie könne mit bis zu 1858 Euro rechnen, so die Behörde. Dieses Geld müsse sie zurückerstatten, sollte sie erneut nach Deutschland einreisen und Asyl beantragen. So werde Missbrauch verhindert. 65.000 Euro habe der Kreis zuletzt dafür ausgegeben.

Leitartikel zur Flüchtlingspolitik: Eine Frage der Menschlichkeit

Leitartikel zur Flüchtlingspolitik

Premium Eine Frage der Menschlichkeit

Wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht, stehen wir Bundesbürger in der Verantwortung. Deutschland muss zeigen, dass es nicht nur finanzieller Zuchtmeister, sondern auch moralisches Vorbild sein kann.

Andere Kreise wollen dem Beispiel folgen, darunter der Landkreis Emmendingen, sagte ein Sprecher. Der Sozialdezernent des baden-württembergischen Landkreistages, Dietmar Herdes, sagte in Stuttgart, das Lörracher Vorgehen sei ein „kleiner Mosaikstein“. Wenn alles rund laufe, könne dies eine Perspektive für die Betroffenen sein. Jedoch sei ein solches Vorgehen nicht flächendeckend möglich, um Asylbewerber in großen Zahlen zur Rückkehr zu bewegen.

Von

dpa

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Teito Klein

30.07.2015, 14:49 Uhr

Die Perversion des Denkens
-------------------
Jetzt zahlt der Landkreis sogar schon Rückkehrprämien für Illegale. Wo sind wir denn hier?
Sie sollten sie lieber registrieren um eine Wiedereinreise zu verhindern. Aber so werden sie auch noch belohnt.

Angeblich sollen sie die Prämie wieder zurückzahlen, wenn sie wieder nach Deutschland kommen, aber sie haben ja kein Geld. Dann erhalten sie eine neue Rückkehrprämie.

Die Zahl der Asylanträge steigt – auch von Menschen vom Balkan. Der gilt inzwischen als sicher. Um Verwaltungskosten zu sparen, zahlt ein Landkreis aussichtslosen Bewerbern eine Prämie – wenn sie freiwillig heimreisen.

Immerhin liegt die Anerkennungsquote bei sagenhaften 0,2%, das ist doch enorm!

Herr aus NRW

30.07.2015, 14:52 Uhr

"Dieses Geld müssen sie zurückerstatten...". Na klar, die werden das beim nächsten Mal auch dabei haben. Wie naiv (nett ausgedrückt) sind die Politiker eigentlich?

Herr Wilfried Runft

30.07.2015, 14:56 Uhr

Anscheinend haben wir noch genügend Geld, diese Völkerwanderungsbewegungen zu sponsern... Die Unfähigkeit und Hilflosigkeit der Politik ist einfach nur noch erschreckend!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×