Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.11.2013

07:58 Uhr

Landkreis München

Deutschlands Nummer eins

VonCorinna Nohn

Der Landkreis München belegt zum vierten Mal in Folge den Spitzenplatz im Prognos-Zukunftsatlas. Was insbesondere an der Innovations- und Gründerfreundlichkeit der Region liegt. Und an Menschen wie Barbara Mayer.

Viel zu entdecken gibt es beim Tag der offenen Tür im Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) im Landkreis München. Andreas Gebert dpa/lby

Viel zu entdecken gibt es beim Tag der offenen Tür im Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) im Landkreis München.

PlaneggEigentlich wollte Barbara Mayer Französischlehrerin werden, aber das wollten seinerzeit viele. Sie schrieb sich dann für Biologie ein, obwohl das ihr schlechtestes Abiturfach war. Aber irgendwie hat die zierliche Frau mit der randlosen Brille und dem Streifenpulli wohl schon damals die Herausforderung gesucht. Für viele Krebspatienten könnte sich dieser Sinneswandel als großes Glück entpuppen.

Denn Mayer leitet heute stellvertretend die experimentelle Forschung der Chirurgischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Und sie hat mit einer Kollegin die Spherotec AG gegründet und sich wenige hundert Meter vom universitären Hochleistungsklinikum Großhadern entfernt, in der Nachbargemeinde Planegg, im Biotechnologie-Gründerzentrum IZB eingemietet.

Dort gilt ihre Leidenschaft nun kleinen Petrischalen, gefüllt mit einer Art nachgebauter Mini-Tumore: Krebszellen von erkrankten Menschen, die die Operateure im Uni-Klinikum entnehmen. An ihnen erproben Mayer und ihre Kollegen, welches Krebsmedikament den Patienten am besten hilft – innerhalb von neun Tagen haben sie ein Ergebnis.

Wo die Chancen am höchsten – und am niedrigsten sind

Vorreiter Bayern

Von den 15 Regionen, denen der Prognos-Zukunftsatlas 2013 die besten Chancen einräumt, liegen allein neun in Bayern: Coburg, Landshut und Ebersberg belegen im Ranking der Regionen mit den besten Chancen die Plätze 14, 13 und 12. Auf Rang 15 schafft es der hessische Main-Taunus-Kreis. Dort nahm besonders die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu.

Gute Chancen im Süden

Auch Baden-Württemberg ist immerhin drei Mal unter den Top 15: Heidelberg (das Plus sind dort der hohe Anteil junger Erwachsener) und Stuttgart mit einem hohen Anteil Hochqualifizierter kommen auf Rang 11 und 10. Am besten aus Baden-Württemberg schneidet Böblingen auf Rang fünf ab. Dort ist die Entwicklung der Hochqualifizierten besonders gut.

Die Auto-Stadt

Auch Wolfsburg hat es in die Top 15 der Regionen mit den besten Zukunftschancen geschafft. Die VW-Stadt in Niedersachsen landet auf Rang neun. Positiv wirkte sich dort vor allem der niedrige Verschuldungsgrad aus.

Die Verfolger

Auf den Plätzen fünf bis acht landen mehrheitlich wieder bayrische Städte: Starnberg (8) zeichnet ein hoher Wohlstand und eine hohe Kaufkraft aus, Regensburg (7) eine hohe Arbeitsplatzdichte. Auf Platz sechs schafft es die hessische Stadt Darmstadt mit einer positiven Entwicklung von Hochqualifizierten. Auf Rang fünf liegt Böblingen (Baden-Württemberg).

Die Spitzengruppe

Nirgendwo sind die Chancen so gut wie in Bayern. Die ersten vier Plätze gehen an das südlichste Bundesland. Auf Rang vier liegt die Audi-Stadt Ingolstadt mit vielen Beschäftigten in deutschen Zukunftsfeldern, Erlangen mit eine hohen Anteil Hochqualifizierter ist Dritter, die Landeshauptstadt München steht auf Rang zwei. Spitzenreiter des Rankings ist der Landkreis München.

Schlechte Aussichten

Ganz unten im Ranking der Regionen liegen die Landkreise Stendal (Platz 401), Vorpommern-Rügen (Platz 400) und die Uckermark (Platz 399). Der größte Teil der Uckermark liegt im Bundesland Brandenburg, ein kleiner Teil gehört zu Mecklenburg-Vorpommern.

Extreme Risiken...

... gibt es vor allem in Prignitz. Der Landkreis in Brandenburg liegt ganz hinten im Ranking. Besonders negativ wirkt sich die niedrige Zahl von Beschäftigten mit hoher Qualifikation aus.


Tests in der Petrischale, wie Medikamente auf Krebszellen wirken, gibt es schon lange – aber, erklärt Mayer, „nur an isolierten Krebszellen“. Sie hingegen baue „solide Tumore“ nach, die genau den Gegebenheiten des Patienten entsprechen. Gerade Patienten mit äußerst aggressiven Tumoren haben dadurch höhere Überlebenschancen.

Derzeit, sagt Mayer, gelte zum Beispiel: „Neun von zehn Patientinnen, die Eierstockkrebs bekommen, sterben innerhalb von fünf Jahren.“ Allerdings nicht unbedingt, weil es keinen passenden Wirkstoff gibt, sondern weil der behandelnde Arzt bei jedem Krebsbefund die Auswahl zwischen mindestens einem halben Dutzend verschiedener Therapien hat.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.11.2013, 11:06 Uhr

Da ist es ja gut, daß die Olympiade eine Abfuhr erhielt. So bleibt das Geld, das für die große Party der Promis verplant war, der Stadt um endlich in dringend notwendige infrastrukturelle Maßnahmen zu investieren. Wie z.B. den ÖPNV, die maroden Straßen und und und

Account gelöscht!

12.11.2013, 12:07 Uhr

das könnte in andern Bundesländern auch so sein, doch die sind mit Ihrem Neid,Arroganz und Inkompetenz so beschäftigt, das sie unfähig sind, Firmen günstige Standorte zu bieten. Die Gier und das Kleinspießertum der jeweiligen Bürgermeister ist der Grund warum Firmen lieber in Bayern investieren. Charakterköpfe wie einst F.J Strauß sind es die die Bundesländer dringend gebraucht hätten. Statt dessen sitzt heute ein Bundespräsident vor Gericht. Wirtschaftsmotoren funktionieren nur mit Schmierungen, klar werden da einige besonders reich aber es verdienen noch genug mit, bis zur Putzfrau! So gibt es gar nix !

Account gelöscht!

12.11.2013, 15:00 Uhr

Der Länderfinanzausgleich schafft auch keinelei Anreize für die Empfängerländer. Wozu aber auch? Geld fließt ja. Und so wird es auch mit Griechenland, Italien, Spanien sein - wozu sollten die sich anstrengen, solange andere bezahlen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×