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23.03.2011

14:54 Uhr

Landtagswahl Baden-Württemberg

Im Schatten der Grünen auf dem Weg zur Macht

VonTino Andresen

Spitzenkandidat Nils Schmid könnte für die SPD in Baden-Württemberg das schlechteste Landtagswahlergebnis aller Zeiten einfahren. Trotzdem hat er gute Chancen neuer Ministerpräsident werden. Ein Ortstermin.

Nils Schmid, der Spitzenkandidat der baden-württembergischen SPD beim Politischen Aschermittwoch der SPD in Ludwigsburg. Quelle: dpa

Nils Schmid, der Spitzenkandidat der baden-württembergischen SPD beim Politischen Aschermittwoch der SPD in Ludwigsburg.

WaiblingenDer 37-jährige SPD-Landeschef wirkt im dunklen Anzug mit weißem Hemd und roter Krawatte seriös, man könnte auch sagen brav. Doch bei dem brisanten Thema kommt Nils Schmid rasch in Fahrt. 45 Minuten lang dreht sich das Gespräch vor allem um die Atompolitik. Das Beben in Japan und die Probleme des Meilers in Fukushima sind im baden-württembergischen Wahlkampf angekommen.

Und Schmid weiß das Thema einzusetzen: Die Kehrtwende von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), der sich nun zum „Apostel der neuen Energien“ stilisiere, bewertet Schmid als nicht besonders glaubwürdig. „Die CDU will sich über den Wahltermin hinwegretten.“ Der Rechtsanwalt verweist auf den Konsens zum Atomausstieg, der unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erzielt wurde. „Es gab eine rechtlich gesicherte Ausstiegsbasis“. Nach Möglichkeit will Schmid den Rückzug nun noch beschleunigen und bis 2017/2018 abschließen.

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schroeder mit Nils Schmid bei einer Wahlkampfveranstaltung im Porsche-Museum in Stuttgart. Quelle: dapd

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schroeder mit Nils Schmid bei einer Wahlkampfveranstaltung im Porsche-Museum in Stuttgart.

Altkanzler Schröder war ihm am vergangenen Donnerstag im Wahlkampf sogar persönlich zur Seite gesprungen. Bei einer Veranstaltung im Stuttgarter Porsche-Museum hat er ihm den Hamburger Wahlsieger Olaf Scholz (SPD) als Vorbild empfohlen: „Nils, das musst Du nur nachmachen“, sagte er in Anspielung auf den Triumph von Scholz im Stadtstaat vor wenigen Wochen. Er tut sein Bestes: Gestern Abend hatte Schmid in Giengen an der Brenz einen Auftritt mit Scholz.

Schmid kann etwas vom Glanz der beiden Parteifreunde gut gebrauchen, denn laut den Umfragen muss die SPD mit ihrem schlechtesten Wahlergebnis (bisher 25,1 Prozent; bei den letzten Wahlen kam sie auf 25,2 Prozent) in der Geschichte Baden-Württembergs rechnen. So lange es Schmid aber gelingt, zusammen mit den Grünen mehr Landtagssitze zu erringen als CDU und FDP und am Ende ein paar Stimmen mehr zu haben als der Wunschkoalitionspartner, kann ihm das reichlich egal sein. Denn dann würde er Stefan Mappus als Ministerpräsident ablösen.

Dass nur 30 meist ältere Zuhörer am Mittwoch zum Leserforum der „Waiblinger Kreiszeitung“ gekommen sind, braucht ihn da nicht zu entmutigen. Die Spitzenkandidaten von Grünen, Winfried Kretschmann, und FDP, Ulrich Goll, stießen auf ähnliche Resonanz. Und Ministerpräsident Stefan Mappus ist der Einladung des Blattes vorsichtshalber erst gar nicht gefolgt.

Kommentare (9)

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23.03.2011, 15:50 Uhr

Ein konstruktives Mißtrauensvotum gegen Merkel am Montag nach der Wahl steht über alle Streitigkeiten.

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23.03.2011, 16:32 Uhr

„Die SPD braucht auch wirtschaftliche Kompetenz".
Das ist aber etwas, woran es sowohl der SPD als auch den Grünen mangelt, bzw. überhaupt nicht vorhanden ist!
Weshalb sind denn Bayern, BW und Hessen die größten Nettozahler beim LFA?, weil dort Rot-Grün NICHT agiert!
Bayern hat es sogar als einziges nehmerland geschafft, zum größten Geberland zu werden.

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23.03.2011, 16:54 Uhr

Was Baden-Württenberg unter Rot-Grün droht, kann man gerade live in NRW sehen. Neue Schulden, kein verfassungsgemäßer Haushalt, rumdruxen.
Es gibt aber noch eine Steigerung: Rot-Rot; Berlin läßt grüßen.

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