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28.05.2014

00:10 Uhr

Landtagswahl

CDU Sachsen lockt AfD-Wähler mit Finanzpolitik

VonDietmar Neuerer

ExklusivNach dem Erfolg der AfD bei der Europawahl stellt sich die CDU in Sachsen auf diese Partei als Gegnerin ein. Kernthema im Landtagswahlkampf soll die Finanzpolitik sein - bleibt die Frage nach einer möglichen Koalition.

Kaum sind die Plakate für den Europawahlkampf passé, schauen die Parteien auf die Landtagswahl in Sachsen. Die dortige CDU bringt ihr Kernthema gegen die AfD in Stellung. dpa

Kaum sind die Plakate für den Europawahlkampf passé, schauen die Parteien auf die Landtagswahl in Sachsen. Die dortige CDU bringt ihr Kernthema gegen die AfD in Stellung.

BerlinDie sächsische CDU will im anstehenden Landtagswahlkampf mit der Fokussierung auf die Finanzpolitik der Alternative für Deutschland (AfD) das Wasser abgraben.

"Die Wählerinnen und Wähler, die bei der Europawahl am vergangenen Sonntag die AfD gewählt haben, können und müssen wir vor allem für unsere solide Finanzpolitik in Sachsen gewinnen. Im Unterschied zu den anderen Ländern hat sich der Freistaat damit noch umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft erhalten und belastet die nachfolgenden Generationen nicht mit einem Schuldenberg", sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen, Steffen Flath, Handelsblatt Online.

"Damit wir diesen Kurs fortsetzen können, brauchen wir jede Stimme", sagte Flath weiter. Über mögliche Koalitionen werde erst am Wahlabend beraten. Ein Bündnis mit der NPD und den Linken schloss er jedoch jetzt schon aus.

Wer die AfD anführt

Bernd Lucke, Sprecher

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

Konrad Adam, Sprecher

Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

Frauke Petry, Sprecherin

Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

Andere Parteien hält er dagegen für koalitionsfähig. Mit der FDP regiere die CDU seit fast fünf Jahren "erfolgreich", sagte er. Mit der SPD habe man in der vorhergehenden Legislatur regiert. Und mit Unterstützung der Grünen-Landtagsfraktion sei es im vergangenen Jahr gelungen, das Neuverschuldungs-Verbot in der sächsischen Verfassung zu verankern.

Auf die Frage einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD ging Flath nicht direkt ein. Er sagte lediglich: "Wir haben uns entschieden, im Wahlkampf nicht für eine Koalition oder irgendwelche Kooperationen zu werben, sondern nur für uns, die sächsische Union."

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

28.05.2014, 09:36 Uhr

Die Strategie der CDU in ihrem Kampf gegen die AfD unterscheidet sich nicht sehr von SPD, FDP, Grün, Links.
"Einthema-Partei, rechtspopulistisch, "Salonfaschisten",
(FDP-Kampfbegriff) ausländerfeindlich,Europahasser, u.s.w.

Natürlich gibt es auch einige Stimmen in der CDU, die das etwas anders sehen, Stichwort "Wolfgang Bosbach, Peter Gauweiler",ingesamt ist die AfD für die Union kein Partner aus dem bürgerlichen Lager, mit dem man koalieren kann, sondern eine Partei, die man entweder bekämpft indem man sie ignoriert (Frau Merkel) oder diffamiert.

Der Ton der Union in Betreff AfD muss sich schon gewaltig ändern, bevor diese Partei auch nur im Traum daran denkt, Koalitionen in Richtung Union einzugehen.

Die AfD ist eine demokratische Partei wie andere auch und hat den Anspruch entsprechend behandelt zu werden.

Wenn die Union im beißenden Kampfmodus bleibt, wird sie sich den Gedanken an mögliche Koalitionen abschminken müssen..

Account gelöscht!

28.05.2014, 15:25 Uhr

Die AfD hat die besseren Argumente, die CDU eben nicht. Darum muss die AfD ihrer Linie treu bleiben. Sie bleibt das "Original" mit einem deutschlandfreundlichen und bürgernahen Programm. Koalitionen sind zweitrangig, die AfD muss weiter wachsen in Sachsen.

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