Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.08.2012

09:40 Uhr

Landtagswahl

Frauenproblem bei der CSU verschärft sich

CSU-Chef Seehofer will Frauen fördern - doch die männerdominierte Basis ist widerspenstig. Nach der Landtagswahl 2013 wird der ohnehin niedrige Frauenanteil der Fraktion möglicherweise sogar schrumpfen.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer. dapd

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer.

MünchenDie CSU hat seit langem ein Problem mit dem Frauenmangel. Ein gutes Jahr vor der Landtagswahl 2013 findet sich die Partei in einer unerfreulichen Lage: Trotz der 2010 eingeführten Frauenquote in den oberen Parteietagen könnte die CSU-Landtagsfraktion nach der Wahl 2013 noch männlicher werden - es fehlen Kandidatinnen. Die CSU-Fraktion hat bisher schon mit nur 19 von 92 Abgeordneten den niedrigsten Frauenanteil. Sollten es trotz Quote nach der Wahl 2013 noch weniger sein, wären Spott und Häme der politischen Konkurrenz garantiert. Die christsozialen Frauen setzen derzeit alle Hebel in Bewegung, um doch noch mehr Frauen zur Kandidatur zu bewegen - notfalls in Kampfkandidaturen gegen etablierte Männer.

Fest steht jetzt schon, dass die CSU-Fraktion bei der Landtagswahl sieben und damit mehr als ein Drittel ihrer bisherigen Frauen verlieren wird: darunter die frühere Sozialministerin Christa Stewens, Vizefraktionschefin Renate Dodell und die ehemalige Ministerin für Bundesangelegenheiten Ursula Männle. Es ist keineswegs gesichert, dass überall Kandidatinnen nachfolgen. Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) hat sich noch nicht entschieden, ob sie weitermachen will. Und Europaministerin Emilia Müller - die bisher kein Landtagsmandat hat - muss um einen Stimmkreis kämpfen.

„Noch ist nichts entschieden“, sagt die oberbayerische CSU-Bezirkschefin Ilse Aigner. In ihrem Bezirk sind in zwei Stimmkreisen - Eichstätt und Berchtesgadener Land - bereits Frauen als Nachfolgekandidatinnen für Männer nominiert. Dennoch sagt die frühere Sozialministerin Christa Stewens: „Könnte sein, dass wir weniger Frauen haben werden als nach der letzten Landtagswahl, was ich zutiefst bedauern würde. Es muss sich in der CSU noch wirklich etwas ändern.“

Frauen sind in der CSU nach wie vor mit großen Hindernissen konfrontiert: Ein Problem ist die schlichte numerische Überzahl der Männer. Ein zweiter Grund ist die basisdemokratische Tradition der CSU bei der Kandidatenaufstellung: Kein CSU-Verband lässt sich bei Nominierungen gerne von der Parteispitze hineinreden - deswegen sind in der von Männern dominierten Partei Appelle zur Frauenförderung bisher ungehört verhallt.

Ein dritter Grund ist mentalitätsbedingt, wie CSU-Frauen berichten. Nominiert für ein Abgeordnetenmandat wird in der CSU gewöhnlich der Mann, der eine langjährige Ochsentour mit ehrenamtlichen Mandaten und Posten in Stadtrat, Kreistag oder Kreisverband absolviert hat. „Bei den Frauen erwartet man immer, dass sie den Einstieg über einen Listenplatz suchen“, sagt Gudrun Brendel-Fischer, die Vorsitzende der Frauen-AG in der CSU-Landtagsfraktion. „Da muss sich auch im Bewusstsein der Männer etwas ändern.“

Denn die idealtypische moderne CSU-Frau ist schon ohne Mandat völlig ausgelastet: Sie hat einen Beruf, einen Mann und Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren nach Möglichkeit nicht in einer Krippe betreut werden sollten. Damit bleibt vielen Frauen schlicht und einfach keine Zeit für CSU-Ortsvorstands- oder Gemeinderatssitzungen. „Diese Ochsentour können wir von Frauen nicht verlangen“, sagt Brendel-Fischer.

Stewens und Brendel-Fischer haben deswegen einen Rat an ihre Parteifreundinnen: Nehmt keine übertriebene Rücksicht auf Männer und versucht es auch mit Kampfkandidaturen. „Ich habe alle meine Mandate immer mit Kampfkandidaturen gewonnen“, sagt Stewens. Doch ist ungewiss, ob sie selbst in ihrem Stimmkreis Ebersberg eine weibliche Nachfolgekandidatin haben wird.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.08.2012, 10:29 Uhr

Macht Frau Haderthauer oder Frau Aigner zur CSU-Chefin. Bloss weg mit Herrn Seehofer, der ist so ausgebrannt und farblos wie Asche im englischen Kamin im Sommer. "Koalitions-Bruch", "Betreuungs-Geld" schwafeln ohne Ende. Nicht wählbar als KOnservativer.

Account gelöscht!

22.08.2012, 10:48 Uhr

Wie war das beim Einsatz der CSU für das Kinderbetreuungsgeld?

"Heimchen am Herd ist den Bayern was wert"

Voila: das ist das Ergebnis!

Account gelöscht!

22.08.2012, 11:33 Uhr

Das ist nicht so schlimm.
.
Es geht auch vollständig ohne Frhauen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×