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23.01.2008

10:19 Uhr

Landtagswahl in Hessen

Union fürchtet die Nacht der langen Messer

VonAndreas Rinke und Thomas Sigmund

Der Ausgang der Hessen-Wahl könnte erhebliche Auswirkungen auf die Bundespolitik haben. So warnte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) offen davor, dass ein Scheitern in Hessen ernste Konsequenzen für die Bundestagswahl 2009 haben würde. Mit den sinkenden Umfrageergebnissen steigt die Nervosität in Hessen.

Hessens Ministerpräesident und CDU-Spitzenkandidat Roland Koch muss um seine Wiederwahl fürchten. Foto: ap ap

Hessens Ministerpräesident und CDU-Spitzenkandidat Roland Koch muss um seine Wiederwahl fürchten. Foto: ap

BERLIN. Zum anderen werden nach dem Wahltag am 27. Januar erhebliche Spannungen zwischen dem hessischen Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie dem niedersächsischen Ministerpräsident Christian Wulff erwartet. Ohnehin gärt es in der Union, weil etwa der Wirtschaftsflügel mit dem Kurs der Partei in der Großen Koalition unzufrieden ist.

In Berlin registriert man aufmerksam, dass in Hessen die Nervosität erheblich gestiegen, seit die CDU in Umfragen immer weiter absackt und Koch um seine Wiederwahl fürchten muss. Kochs Umfragewerte unterscheiden sich zudem immer stärker von denen Wulffs, der am Sonntag ebenfalls sein Amt verteidigen muss.

Bisher waren die Landtagswahlen der beiden CDU-Vize vor allem als Test gesehen worden, wer von ihnen künftig die wahre Nummer zwei hinter der Parteichefin Angela Merkel sein wird - und ob der "weiche" Wahlkampfstil Wulffs erfolgreicher sein wird als der polarisierende von Koch.

Je schlechter die Hessen-CDU aber in Umfragen abschneidet, um so mehr wächst dort die Bereitschaft, auch der Bundes-CDU eine Mitverantwortung zuzuweisen. Koch hatte sich erstmals vor zwei Wochen offen über negative Einflüsse aus Berlin beklagt. "Nach der Hessen-Wahl wird es in der Bundes-CDU zu erheblichen Spannungen zwischen Merkel und Koch kommen", prophezeit deshalb jetzt einer, der den Hessen seit Jahren sehr gut kennt. Koch habe in der Jugendgewalt-Debatte zwar Fehler gemacht, aber letztlich sei ihm eine Diskussion durch den Postmindestlohn-Kompromiss Merkels aufgezwungen worden. Das werde die Hessen-CDU der Kanzlerin nicht vergessen - egal wie die Wahl ausgehe. Nicht umsonst habe sich die Bundeskanzlerin so heftig in die Debatte eingeschaltet, da sie Koch völlig zu Recht als "unguided missile" fürchte.

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