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05.09.2011

06:51 Uhr

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

SPD triumphiert im Nordosten

Erwin Sellering (SPD) bleibt Ministerpräsident und kann zwischen den Koalitionspartnern CDU und Linke wählen. Die Grünen jubeln über acht Prozent - und die FDP erleidet ein Desaster.

Der Gewinner des Abends: Erwin Sellering bleibt Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern dpa

Der Gewinner des Abends: Erwin Sellering bleibt Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin/BerlinIn Schwerin will der Wahlsieger Erwin Sellering der SPD-Spitze Sondierungsgespräche mit CDU und Linken über die Bildung einer Koalition vorschlagen. Der Ministerpräsident, der bislang mit der CDU regierte, kann sich seinen Koalitionspartner aussuchen: Infrage kommt neben der zweitplatzierten Union auch die Linke. Sellering hielt sich am Wahlabend alle Optionen offen. Wichtige Kriterien seien Mindestlöhne und ein Nein zu neuen Schulden.

Nach dem offiziellen vorläufigen Ergebnis legte Sellerings SPD auf 35,7 Prozent zu (+5,5 Punkte). Die CDU landete bei nur 23,1 Prozent (-5,7) - und das, obwohl die Bundesvorsitzende Merkel sich für ihren Landesverband im Wahlkampf massiv eingesetzt hatte. Auch die Linke konnte mit 18,4 ihr schwaches Ergebnis von 2006 nur wenig verbessern (+1,6). Die noch nie im Schweriner Landtag vertretenen Grünen sprangen auf 8,4 Prozent (+5). Die FDP stürzte auf 2,7 Prozent ab (-6,9). Die rechtsextreme NPD kam auf 6,0 Prozent (-1,3).

Für die FDP ist es die zweite schwere Niederlage nach Amtsantritt des neuen Vorsitzenden Philipp Rösler. Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki sagte der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag), die FDP habe „kein Westerwelle-Problem, sondern ein Marken-Problem“, denn als Marke habe die FDP bei den Bürgern „generell verschissen“. Bundesvize Holger Zastrow bezeichnete das desaströse Wahlergebnis als Weckruf. „Die FDP muss endlich aufwachen: Wir müssen endlich wieder den politischen Gegner angreifen und mit der Selbstbeschäftigung aufhören“, sagte der sächsische Landeschef. Generalsekretär Christian Lindner sagte mit Blick auf die Dauerquerelen im Bund: „Wir wissen, dass Vertrauen verloren gegangen ist. Es braucht Zeit, das zurückzugewinnen.“

Der FDP-Parlamentsgeschäftsführer im Bundestag, Christian Ahrendt, war noch am Abend als Landeschef der Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern zurückgetreten. Der FDP-Landesvorstand trifft sich am Montag in Rostock, um über die Nachfolge zu beraten. Ahrendts Rückzug kam für seine Parteifreunde überraschend, wie FDP-Fraktionschef Michael Roolf der dpa sagte. „Eigentlich sagt man so etwas erst einmal seiner Partei, ehe man an die Öffentlichkeit geht.“

Kommentare (17)

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Philipp

05.09.2011, 08:19 Uhr

Zitat : "Das ist ein Signal dafür, dass die Bürger einen anderen Kurs wollen"
Bei 1,4 Mio Stimmberechtigten haben 51,4% (719600 Bürger) gewählt und davon 8,4% (60447 Bürger) die Grünen und das soll ein Signal sein ?? Wofür bitte ? Das man die Wahl eigentlich für ungültig erklären sollte, da fast die Hälte der Bürger nicht gewählt hat.
Hier noch vom Willen des Volkes zu sprechen ist ja schon absurd. Aber das ist ja anscheinend uninteressant, Hauptsache der eigene Arsch sitzt wieder in einem Abgeordnetensessel. Das "Hauptproblem" ist ja bekanntlich, durch alle Parteien, das die NPD (nicht das ich die wählen würde) wieder in den Landtag eingezogen ist und nicht das das Volk, gezeigt durch Desintersse an der Wahl, genug von der Politik der "grossen" Volksparteien hat.

MaWo

05.09.2011, 08:27 Uhr

Hallo,
warum zeigen nicht die Parteien endlich die Bereitschaft, auch nur für die tatsächlich abgegebenen Wählerstimmen eine Wahlkampfkostenerstattung anzunehmen?!
Es werden weiterhin die "Nichtwähler" als "Wähler" berechnet, so ganz in Anlehnung an den Amtseid: "...meinen Nutzen zu Lasten des ganzen Deutschen Volkes zu mehren"!

Account gelöscht!

05.09.2011, 08:28 Uhr

Das Wahlvieh hat mal wieder seinen eigenen Schlachter gewählt !

Wie blöd und blind muß man eigentlich sein, keine Alternativpartei(en) zu finden ?

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