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06.10.2017

17:07 Uhr

Landtagswahl in Niedersachsen

CDU und SPD gleich stark

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen wird es spannend: Die SPD von Ministerpräsident Weil und die CDU mit Herausforderer Althusmann liegen nach einer Umfrage derzeit gleichauf. Auch die Koalitionsfrage wird schwierig.

Nach dem sozialdemokratischen Wahldebakel bei der Bundestagswahl muss die SPD nun auch um ihre Regierungsbeteiligung in Niedersachsen bangen. CDU-Herausforderer Bernd Althusmann ist SPD-Ministerpräsident Stephan Weil laut Umfragen dich auf den Fersen. dpa

Knappe Entscheidung

Nach dem sozialdemokratischen Wahldebakel bei der Bundestagswahl muss die SPD nun auch um ihre Regierungsbeteiligung in Niedersachsen bangen. CDU-Herausforderer Bernd Althusmann ist SPD-Ministerpräsident Stephan Weil laut Umfragen dich auf den Fersen.

HannoverDie Entscheidung bei der Landtagswahl in Niedersachsen dürfte denkbar knapp ausfallen. Gut eine Woche vor dem Wahltermin ergibt sich aus einer weiteren Umfrage, dass alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und seinem CDU-Herausforderer Bernd Althusmann hinausläuft. Schwierig dürfte die Koalitionsfrage werden. Außer einer großen Koalition aus SPD und CDU sind rechnerisch noch zwei Dreierbündnisse möglich: Die CDU könnte mit FDP und Grünen eine Jamaika-Koalition bilden. Regierungschef Weil könnte sich mit einer Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen an der Macht halten.

Im ZDF-„Politbarometer“ vom Freitag kommen die regierende SPD und die oppositionelle CDU derzeit beide auf 33 Prozent. Bereits in einer am Vortag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap waren die beiden Volksparteien gleich stark - hier kamen sie auf je 34 Prozent.

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Laut ZDF-„Politbarometer“ könnte die FDP mit 10 Prozent drittstärkste Kraft werden. Die Grünen liegen in der Sonntagsfrage bei 9 Prozent, die AfD kommt auf 7. Die Linke muss mit aktuell 5 Prozent um den Einzug in den Landtag zittern. Bei Infratest dimap kam sie auf 4,5 Prozent.

Die rot-grüne Regierungskoalition von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat beiden Umfragen zufolge keine Mehrheit, es reicht aber auch nicht für Schwarz-Gelb zwischen CDU und FDP unter dem Herausforderer Bernd Althusmann (CDU). Rechnerisch möglich sind eine große Koalition aus CDU und SPD, ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP sowie eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. „Jamaika“ stehen aber CDU und FDP ablehnend gegenüber, eine „Ampel“ lehnt die FDP ab.

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Bei der Frage, wen man lieber als Regierungschef in dem Bundesland hätte, liegt Amtsinhaber Weil (49 Prozent) weit vor CDU-Herausforderer Althusmann (29 Prozent). Auch bei der Frage nach dem persönlichen Ansehen hat Weil die Nase vorn: Auf einer Skala von plus 5 bis minus 5 erhält er einen Durchschnittswert von 1,5, Althusmann lediglich von 0,5.

Ministerpräsident Weil sagte der Deutschen Presse-Agentur, er halte eine große Koalition mit der CDU für sehr unwahrscheinlich. „Die Stimmung bei den Mitgliedern meiner Partei im Hinblick auf eine etwaige Zusammenarbeit mit der CDU ist stark ablehnend.“ Außerdem konzentriere er seinen politischen Ehrgeiz darauf, dass die Linke wieder unter der Fünf-Prozent-Hürde bleibe. Ausdrücklich ausschließen wollte er ein Bündnis mit der Partei aber nicht. Dies hatte die CDU von Weil gefordert. Die jüngsten Umfragen deuten aber daraufhin, dass es rechnerisch ohnehin nicht für ein rot-rot-grünes Bündnis reichen wird - selbst für den Fall, dass es die Linke in den Landtag schafft.

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Anders als in vielen anderen Bundesländern ist die AfD bislang in Niedersachsen nicht im Landtag vertreten. Bei Umfragewerten von 7 bis 8 Prozent scheint ihr Einzug aber wahrscheinlich. Der Landesverband ist geprägt von innerparteilichen Querelen. AfD-Spitzenkandidatin Dana Guth flog wenige Tage vor der Wahl aus ihrer Kreistagsfraktion in Göttingen. Der Göttinger Politologe Matthias Micus rechnet daher mit dem schnellen Zerfall der Fraktion nach der Landtagswahl. „Es würde mich sehr wundern, wenn die AfD-Fraktion die Legislaturperiode ohne Abspaltung überstehen würde“, sagte Micus.

Von

dpa

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