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12.09.2013

12:27 Uhr

Landtagswahl

Schwarz-Gelb und Rot-Grün in Hessen gleichauf

Die Bundestagswahl scheint – glaubt man den Umfragen – aussichtslos für Rot-Grün. Bei der Landtagswahl in Hessen stehen die Chancen für sie besser: Eine Umfrage ergab, dass Rot-Grün mit Schwarz-Gelb gleichauf liegen.

Die Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahlen und Bundestagswahl. Während sich Jürgen Trittin kaum noch Hoffnungen machen kann, sieht es für die Grünen in Hessen gut aus. dpa

Die Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahlen und Bundestagswahl. Während sich Jürgen Trittin kaum noch Hoffnungen machen kann, sieht es für die Grünen in Hessen gut aus.

BerlinZehn Tage vor der Landtagswahl in Hessen hat weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün einer Umfrage zufolge eine eigene Mehrheit. Dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-Politbarometer zufolge fände allerdings eine Koalition aus SPD und Grünen mit 48 Prozent die größte Zustimmung. Eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition nannten demnach 33 Prozent gut und 46 Prozent schlecht. Die FDP muss der Umfrage zufolge um den Wiedereinzug in den Wiesbadener Landtag zittern.

Würde schon am kommenden Sonntag gewählt, käme die CDU demnach auf 38 Prozent nach 37,2 Prozent bei der Landtagswahl 2009. Die SPD könnte sich deutlich auf 30 von 23,7 Prozent verbessern. Die mitregierende FDP stürzt auf 5,5 Prozent von 16,2 Prozent vor vier Jahren ab. Die derzeit in bundesweiten Umfragen schwächelnden Grünen könnten mit 13,5 (13,7) Prozent ihr Ergebnis halten. Die Linke muss mit fünf (5,4) Prozent demnach auch um den Wiedereinzug ins Parlament bangen. Alle anderen Parteien schaffen die Fünf-Prozent-Hürde nicht. 38 Prozent der Wähler sind noch unentschlossen.

So beliebt sind die Youtube-Kanäle der Parteien

Piratenpartei

5.092 Abonnenten, 365.001 Aufrufe, Beitritt am 13.03.2007.

Persönlichere Ansprache als bei den meisten anderen Parteien. Irgendwie ist der Kanal jung, aber auch nicht ganz so geradeaus, wie man es von den Piraten erwarten würde. Die Partei weiß hingegen die Funktionen und technischen Möglichkeiten ihres YouTube-Kanals besser auszuschöpfen und verwendet zum Beispiel Verweise innerhalb ihrer Videos, die bei anderen Vertretern nicht zu finden sind.

Quelle (Stand: September 2013): Andreas Graap ist Berater für Video-Marketing und Autor des Hangouts On Air Handbuchs.

Linkspartei

4.560 Abonnenten, Aufrufe ausgeblendet, Beitritt ausgeblendet.

In einem sehr emotionalen Interview spricht Gregor Gysi über das Verhältnis zu seinem Freund Lothar Bisky, der am 13. August 2013 – vier Tage vor seinem 72. Geburtstag – gestorben ist. Fragt sich der gemeine YouTube-Nutzer da vielleicht: Sehr authentisch, aber wer ist eigentlich Lothar Bisky?

Grüne

4000 Abonnenten, 3.031.025 Aufrufe, Beitritt am 25.05.2006.

Die Grünen wissen Inhalte im Kanal Grün verständlich zu vermitteln und geben sich mit reiner Polit-Werbung nicht zufrieden. Erkennbar im Vordergrund steht hier aber so keiner. Stattdessen geht's hier satirisch zu. Die Grünen vergleichen in ihrem Werbespot „Neues aus dem schwarz-gelben Tierreich“ Regierungsvertreter mit Weinbergschnecken.

SPD

4.040 Abonnenten, 2.539.362 Aufrufe, Beitritt am 17.10.2007.

Die SPDvision ist ein kämpferischer YouTube Kanal mit Peer Steinbrück im Vordergrund. Neben einem gut gemachten Werbespot und zwischen diversen TV-Reden existieren ebenfalls Stimmen und Gesichter aus der Bevölkerung, die man auf dem Kanal der Arbeiterpartei auch erwarten würde.

CDU

3.398 Abonnenten, 2.593.510 Aufrufe, Beitritt am 05.08.2008.

Das „Internetfernsehen“, CDU.TV, möchte sagen: Wir sind da, wir bleiben. Einziger Haken: Dahinter steht eine Partei, die eben keinen eigenen Fernsehsender betreibt, sondern Wahlkampf, mit zugegeben großem Engagement auf der Videoplattform. Das Video „Angela Merkel hat einen guten Job gemacht!“ zeigt zum Beispiel zufriedene Merkel-Wähler vor der Kamera, eingebettet in die üblichen Wahlkampf-Produktionen. Die CDU bietet Besuchern auch Videos in Gebärdensprache.

FDP

2.661 Abonnenten, 2.886.891 Aufrufe, Beitritt am 15.02.2006.

„TV liveral“ Die FDP ist mit Mikrofonen im Partei-Design unterwegs und lässt zum Beispiel Angelika Brunkhorst zu Wort kommen, Sprecherin für Naturschutz und Reaktorsicherheit der FDP-Bundestagsfraktion. Rainer Brüderle ergreift im Kanal das Wort zum Sonderfonds „Flutopfer“, das Video einer Pressekonferenz vom 16.08.2013 zeigt Brüderle und FDP-Chef Rösler mit dem Titel „Soli abschaffen. Deutschland entlasten. (182 Aufrufe)“.

AfD

895 Abonnenten, 54.494 Aufrufe, Beitritt am 25.07.2013.

Auch die  Alternative für Deutschland hat es fast zum echten Fernsehkanal gebracht. Wo andere Parteien nur mit Musik und Animationen spielen, macht die Produktion „AfD TV – Aktuelle Nachrichten“ ernst. AfD bringt mit Videos in dramatischer Aufmachung alla „World News“ und Moderator Marcel Ellenberg Inhalte der Partei zur Sprache. 

CSU

585 Abonnenten, 933.499 Aufrufe, Beitritt am 11.02.2008.

Im Video „Horst Seehofer und seine Vision für Bayern: hautnah und direkt“ spricht der CSU-Vorsitzende von seinem Bayern, der Vorstufe zum Paradies. Eindeutig der bayrischste YouTube-Kanal!

Eine Mehrheit hätten danach eine große Koalition, ein schwarz-grünes Bündnis oder eine rot-rot-grüne Koalition. Eine große Koalition beurteilten 39 Prozent der Befragten positiv. Ein Regierungsbündnis von CDU und Grünen nannten 23 Prozent gut und 52 schlecht. Ein Bündnis von SPD, Grünen und Linkspartei bezeichneten 24 Prozent als gut, aber 59 Prozent als schlecht. Von den Spitzenkandidaten liegt CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier mit 43 Prozent in der Wählergunst nur knapp vor seinem SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümpel.

Die Landtagswahl findet zeitgleich mit der Bundestagswahl am 22. September statt, was sich auch auf die Wahlentscheidung der Wähler in Hessen auswirken dürfte. Der Umfrage zufolge stehen für 38 Prozent bundespolitische Aspekte bei ihrer Entscheidung im Vordergrund, vor der Landtagswahl 2009 waren diese laut ZDF nur für 28 Prozent ausschlaggebend. Für die Umfrage interviewte die Forschungsgruppe Wahlen 1040 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Hessen vom 9. bis 11. September.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Kritiker

12.09.2013, 13:49 Uhr

Die Hessen sollten sich genau überlegen, ob sie sich diese Ökostalinisten antun. Diese Leuten richten Deutschland zugrunde!

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